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Eröffnungen

Zwei Projekte, über die würenblicker in den letzten Monaten berichtet hat, finden nun ihren Abschluss. Am Montag, 22. Oktober, eröffnet Beck Arnet seinen neuen Laden mit Café in den Räumlichkeiten der früheren Drogerie am Bach. Und am Samstag, 3. November, wird der neu gestaltete Hasel-Platz an der Einmündung der Hasel- in die Dorfstrasse offiziell eingeweiht.

Über die Rückkehr von Beck Arnet mit einem eigenen Laden habe ich vor allem darum berichtet, weil die alt eingesessene Bäckersfamilie einen Teil ihres Geschäfts in Würenlos auf eine unkonventionelle Art finanziert hat: Mit Crowdfunding (Link zum ursprünglichen Bericht). Die sonst eher von Start-ups gewählte Teilfinanzierung auf der Plattform wemakeit.ch (Link) wurde am vergangenen 8. Juli, 17.12 Uhr, erfolgreich abgeschlossen. 121 Unterstützer zahlten insgesamt 25 720 Franken ein. Das sind 102% von dem, was sich die Arnets als Ziel gesetzt hatten und natürlich nur ein Bruchteil dessen, was der schön gestaltete neue Laden kostet. Jedem Unterstützer winkte eine Belohnung, abhängig von der Höhe des Beitrags. Am meisten, nämlich 46 Mal, gewählt wurde ein Beitrag von 50 Franken. Belohnung: Champagnerbrunch an einem Sonntag.

Der im Januar erschienene Artikel über das neue Plätzchen an der Dorfstrasse war eine eigentliche Liebeserklärung: „Ein Plätzchen als Schätzchen“, so der Titel. Jetzt hat dieses Schätzchen nicht nur einen Namen erhalten – Hasel-Platz –, es wird auch angemessen eingeweiht. Am 3. November, um 10.00 Uhr. Die Ortsbürger spendieren allen Teilnehmenden einen Imbiss! Diese Ankündigung gibt mir Gelegenheit, eine Scharte auszuwetzen. Ein junger Ortsbürger hat mich nämlich schon im Sommer freundlich darauf hingewiesen, dass die Ortsbürgergemeinde die gesamte Gestaltung des Plätzchens finanziert und nicht bloss – wie von mir vermeldet – die hölzerne Bank gespendet habe. Eine Ausnahme ist der aus dem Jahre 1895 stammende Brunnen. Er ist eine Gabe des ehemaligen Brunnenmeisters Felix Brunner.

Ein Plätzchen als Schätzchen

Aufwertung für die Dorfstrasse, das neue Plätzchen bei der Einmündung der Haselstrasse.
Wie mit planerischer Sorgfalt und mit relativ geringem Aufwand das Ortsbild verschönert und der Aufenthalt im öffentlichen Raum erfreulicher gestaltet werden kann, zeigt sich nun an der Dorfstrasse. Bei der Einmündung der Haselstrasse ist in den letzten Wochen ein schmuckes Plätzchen entstanden.

Das teils gekieste, teils gepflästerte Plätzchen ist zurückhaltend «möbliert»: Ein Baum samt Sitzbank rundherum, ein alter Brunnen, zwei mächtige Holzbalken und ein Steinkreis als weitere Sitzgelegenheiten und einige Steinblöcke gegen Wildparkierer. Sponsoren der Sitzbalken sind die Ortsbürger, es wird darauf diskret für vermehrte Verwendung einheimischen Holzes geworben. Der Brunnen ist eine Leihgabe des früheren Brunnenmeisters Felix Brunner.

Das Auge des Dorfflaneurs nimmt das Plätzchen mit Dankbarkeit wahr. Statt mit öden Sicht- und Lärmschutzwänden (wie gleich gegenüber an der Dorfstrasse) abgewertet, ist hier der Strassenraum aufgewertet worden. Eine neue Wegmarke ist entstanden. Im vordersten Teil der Überbauung Gatterächer West hat zwar das einstige Bauernhaus Haselstrasse 1 weichen müssen. «… mit seinem grossen (inzwischen verwilderten) Vorgarten trägt es wesentlich zum lebendigen und abwechslungsreichen Strassenraum bei», schrieb Martin Brogle in den Würenloser Blättern 2010 in seinem zusammen mit Felix Wyss verfassten Beitrag «Fünf vor zwölf für die Dorfstrasse». Nun hat der Vorgarten wenigstens einen würdigen Ersatz gefunden.

Das neue Plätzchen ist nicht nur Schmuck, es hat auch eine Funktion. Es macht es attraktiver, zu Fuss im Dorf unterwegs zu sein. Denken wir nur an die älteren und alten Menschen, die in immer grösserer Zahl anzutreffen sind. Auf ihrem Spaziergang oder Einkaufsweg schätzen es viele von ihnen gewiss, da kurz ausruhen zu können. Wenn der Baum im Sommer ausreichend Schatten spenden wird, werden vielleicht auch junge Mütter mit Kindern hier verweilen. Und die Kindergärtler vom Gatterächer werden wohl dank des Brunnens öfters nässer nach Hause kommen, als es die Wetterlage erwarten liesse. Das mag die Eltern nicht erfreuen, steigert aber den von Pädagogen hoch gepriesenen Erlebniswert des Schulwegs ungemein.

Zu lange sind in Würenlos die Strassenräume gestalterisch ziemlich vernachlässigt worden. Wie gut täte doch eine gestaltete Freifläche wie hier an der Ecke Dorf-/Haselstrasse dem «zusammengemosteten» Bickackerquartier! In seinem Leitbild zur Gemeindentwicklung von 2015 hatte es sich der Gemeinderat zum Ziel gesetzt, der Gestaltung des Strassenraumes mehr Aufmerksamkeit zu schenken und so die qualitative Entwicklung zu fördern sowie die Verkehrssituation im Dorf zu verbessern. Mit dem Plätzchen an der Dorfstrasse ist ein Anfang gemacht worden.

Musste der Neuüberbauung Gatterächer West weichen: Das Bauernhaus Haselstrasse 1 mit seinem zuletzt verwilderten Vorgarten.