Schlagwort-Archive: Post

Ein neuer Dorfteil nimmt Gestalt an

Die Informationsveranstaltung des Gemeinderates vom Dienstagabend war ausserordentlich stark besucht. Hauptattraktion war zweifellos die Präsentation des Gestaltungsplans Steinhof. Doch waren weitere Informationen überaus interessant, so etwa solche zur Post oder zum Alterszentrum.

Die Nicht-Steinhof-News gleich vorweg:

Die Post Würenlos bleibt bis mindestens 2020 so wie sie ist. Dies sicherte die Post dem Gemeinderat in einem Schreiben zu. Begründet wird dieser Entscheid von der Post unter anderem mit dem anhaltenden Wachstum der Gemeinde. Die Zusicherung gilt, sofern die Post bis 2020 im bestehenden, von der Gemeinde erworbenen Gebäude eingemietet bleiben kann. Der künftige Gemeindeammann Toni Möckel, der anstelle seines erkrankten Vorgängers Hans Ueli Reber die Veranstaltung leitete, verdankte den grossen Einsatz der Würenloserin Sonja Vionnet, die über 1600 Unterschriften für den Erhalt der Poststelle gesammelt hat.

Die Alterszentrum Würenlos AG, zu deren Gründung die Gemeindeversammlung vor einem Jahr grünes Licht gegeben hat, ist Ende Oktober endlich gegründet worden. Präsident des Verwaltungsrates ist der künftige Gemeindeammann Toni Möckel. Weitere Mitglieder des Verwaltungsrates sind Urs Aebischer, Ursula Blaser, Alain Cornuz, Gemeinderat Markus Hugi, Matthias Rufer. Die Geschäftsstelle befindet sich bei der Forensis Treuhand AG mit Hauptsitz in Olten und einer Zweigstelle an der Grosszelgstrasse 24 in Würenlos.

Doch nun zu den Informationen über das Steinhofareal.

Für das bestehende Steinhof-Ensemble wird nur noch auf das Okay aus Aarau für die Baubewilligung gewartet. Bauherrschaft und Architekten hoffen, mit dem Um- bzw. Neubau im nächsten Frühling beginnen zu können. Der Kopfbau mit Restaurant wird umfassend saniert, der Saalanbau sowie die Scheune werden mit Neubauten ersetzt – mit einem Mehrfamilienhaus in Form der alten Scheune und einem Saal mit darüberliegenden Hotelzimmern.

Die Überbauung Steinhof von der Landstrasse aus gesehen. Weiss im Hintergrund die später folgende Überbauung Im Grund.
Ein zweiter Schritt bringt dann eine markantere Veränderung des Ortsbild. Im Wiesland um das Gasthof-Ensemble sollen 8 Mehrfamilienhäuser entstehen, sieben davon mit 4 Vollgeschossen und Attikageschoss, eines mit drei Vollgeschossen und Attika. Der Gestaltungsplan soll einerseits sicherstellen, dass das Gasthof-Ensemble von den Neubauten nicht „erdrückt“ wird und seine das Ortsbild prägende Wirkung nicht verliert. Anderseits soll er ein attraktives, schönes Neubauquartier ermöglichen. Auch wenn die Höhe der Neubauten, die den Gasthof Steinhof beträchtlich überragen werden, im Dorf noch Einiges zu reden geben dürfte.

Das neue Quartier mit dem Hotel-Restaurant Steinhof oben links.
Obwohl man in der jüngeren Vergangenheit mangels breiten Diskussionen den Eindruck gewinnen konnte, es sei den Würenloserinnen und Würenloserin eigentlich ziemlich schnuppe, was im Dorf neu gebaut wird, lässt der beachtliche Aufmarsch zur Versammlung auf ein Umbesinnen schliessen. Man will nicht mehr einfach zusehen, wie auf Maximalrendite fixierte Investoren und Immobilienentwickler das Dorf nach ihrem Gusto verunstalten. Und erfreulich ist, dass der Gemeinderat die Zeichen der Zeit erkannt hat und beim Steinhofareal und ebenso bei den Arealen Grund, Grosszelg und Bahnhof – in den Planungsverfahren mehr Einfluss auf die Entwicklung des Dorfes nimmt. Eine solche planerische Sorgfalt hat man in Würenlos zu lange schmerzlich vermisst. Mit dem ehemaligen Aarauer Stadtbaumeister Felix Fuchs als Fachberater und dem Wettinger Landschaftsarchitekten Ingo Golz hat der Gemeinderat diesmal wohl auch die richtigen Experten beigezogen.

Die Überbauung der Areale Steinhof und Grund bringt der Gemeinde einen neuerlichen Wachstumsschub. Wie viele neue Einwohner in den vorerst 85 Wohnungen beim Steinhof leben werden, darüber scheinen sich die Planer nicht ganz einig zu sein. Während das Badener Tagblatt, offenbar gestützt auf Informationen des Architekten Martin Thalmann der massgeblich beteiligten Thalmann und Steger in Wettingen, am Dienstag von einem „neuen Quartier für 180 Einwohner“ schrieb, rechnet Felix Fuchs mit zusätzlichen 200 bis 250 Einwohnern.

500 Menschen wird das neue Quartier aber dereinst zählen. Denn im angrenzenden Gebiet Im Grund sollen in einem weiteren Schritt etwa nochmals so viele neue Wohnungen dazu kommen. Die Gestaltung wird sich an jene rund um den Steinhof anlehnen. Das Areal im Grund muss aber im Laufe der Zonenplanrevision erst von der Gewerbe- in die Wohnzone umgeteilt werden. Bis zur Baureife dauert es da noch etliche Jahre.

Ob wegen des Wachstumsschubs der Schulraum schon wieder knapp werde, wurde vom Publikum gefragt. Der Bau eines weiteren Schulhauses scheint sich wegen der Grossüberbauung zwar nicht aufzudrängen, doch der Gemeinderat ist sich im Klaren, dass bei den Kindergärten Handlungsbedarf entstehen dürfte. Westlich der Landstrasse zwischen Flüehügel und Furtbach gibt es keinen Kindergarten. Spätestens beim Gestaltungsplan für das Gebiet Im Grund werde man einen solchen einplanen müssen, sagte Toni Möckel.

Etliches Stirnrunzeln beim Publikum löste auch die Verkehrserschliessung des neuen Quartiers aus. In einer unterirdischen Parkgarage sind 140 Parkplätze für die Bewohner und 37 weitere für das Hotel-Restaurant Steinhof vorgesehen. Ein- und Ausfahrt direkt in die Landstrasse und zwar gleich neben der Liegenschaft Coiffure Gruber. Das entlastet zwar das benachbarte Quartier Hürdli, dürfte aber in den Stosszeiten einige Probleme bereiten. Nicht direkt von der Landstrasse her kann dereinst das Areal Im Grund erschlossen werden.

Positiv aufgenommen wurde das Bemühen, bei der Anordnung der Gebäude und bei der Gestaltung des Freiraumes neue Wege zu beschreiten. Die Baukörper werden so angeordnet, dass dazwischen grössere Hofräume für gemeinschaftliche Nutzung entstehen. Gewisse Flächen dürfen nicht für die Parkgarage unterkellert werden, damit auch grössere Baumgruppen gepflanzt werden können. Und die Umgebung wird naturnah gestaltet sein, mit Feldgehölzen etwa. Öffentliche Fusswege werden durch das Quartier führen. Auch zwischen den Arealen Steinhof und Im Grund wird ein 3 Meter breiter Fuss- und Veloweg verlaufen – eine willkommene Alternative zur stark befahrenen Landstrasse. Das Trassee für eine Fortsetzung bis zum Bahnhof wird mit einem eigenen kleinen Gestaltungsplan jetzt gesichert. Direkt vor dem Steinhof sind überdies zusätzliche Haltestellen für den 1er-Bus vorgesehen.

Den erwähnten BT-Artikel finden Sie hier und hier die Planungsunterlagen für das laufende öffentliche Mitwirkungsverfahren. Stellungnahmen aus der Bevölkerung sind bis 18. Dezember dem Gemeinderat schriftlich einzureichen.

Rettet die Post in Würenlos!

Damit der Kampf für die Erhaltung der Poststelle Würenlos schlagkräftig weitergeführt werden kann, will ein neu zugezogener Mitbürger jetzt ein Komitee gründen. (PF)

Seit der Ankündigung der Post, bis 2020 hunderte von Poststellen zu schliessen, geht ein Raunen durch unser Land. Auch Würenlos ist von der Überprüfung der Poststelle betroffen (früherer Artikel darüber). Darüber wurde schon Einiges berichtet. Der Gemeinderat ist «not amused» über diese Orientierung der Post, genauso wenig wie Sonja Vionnet, die mit Ihrer Petition zur Erhaltung der Post in Würenlos  über1650 Unterschriften gesammelt hat (mehr dazu hier).

Mich persönlich stört das auch. Die Post ist aus meiner Sicht Teil des Service Public und gehört in unser Dorf wie die Kirche, der Bahnhof und das Gemeindehaus.

Gemäss den Argumenten der Post seien Briefe, Einzahlungen und Pakete rückläufig. Doch warum? Die Post mit ihrer noch vor Jahren überwältigenden Marktmacht und Milliardengewinnen scheint hier wohl auf den Lorbeeren ordentlich verschlafen zu haben. Was macht man als Unternehmer, wenn die Umsätze zurückgehen? Man findet heraus, warum! Wurden von der Post die Bedürfnisse der Würenloser bezüglich den Postdienstleistungen einmal genauer geprüft? Sind die Öffnungszeiten noch zeitgemäss? Sind der Service und die Bedienung der Post, der sich in den letzten Jahren kaum geändert hat, anpassungsbedürftig? Sind die Preise angemessen?

Die Konkurrenz jedenfalls schläft nicht. In meiner Firma werden praktisch alle Pakete von meinen Lieferanten von DPD, DHL und Co. angeliefert. Selten kommt wirklich noch etwas von der Post. Ergo hat die Post das Geschäft mit den Grosskunden verschlafen, die mittlerweile alle zur günstigeren und innovativeren Konkurrenz abgewandert sind. Doch wir erhalten nicht nur Pakete, wir versenden auch. Für 17’397.17 Franken hat meine Firma letztes Jahr mit der Post Pakete und Briefe versendet. Da könnte man meinen, man sei für die Post wichtig. Doch es kam noch nie jemandem von der Post in den Sinn, sich mal persönlich bei unserer Firma zu melden und sich zu erkundigen, ob wir zufrieden sind oder ob es allenfalls Sachen gibt, welche man verbessern könnte. Geschweige denn, sich einmal für den generierten Umsatz zu bedanken. Als Kunde fühle ich mich bei der Post weder ernst genommen noch willkommen. Das Personal an der Front macht grundsätzlich einen guten Job. Sie sind freundlich und hilfsbereit. Doch auch deren Probleme interessieren in Bern niemanden. Es scheint, als hätte sich in der Zentrale in Bern eine ziemlich gravierende Lernresistenz festgesetzt. Scheint auch die Post von der «Arrogantia Bernensis vulgaris» betroffen zu sein? Meiner Meinung nach ganz klar ja.

In der Zwischenzeit hat auch die Post im Bereich Internet zumindest versucht, ihren Service zu verbessern. Das Portal Webstamp, womit man Pakete und Briefe relativ einfach elektronisch frankieren konnte, wurde diesen Frühling gründlich überarbeitet. Nachdem das System zu Beginn mit unzähligen Fehlern, Unterbrüchen und Problemen nach gut drei Wochen endlich auch wieder für die Pakete funktionierte, kam die Ernüchterung. Was das Ziel dieser vermutlich millionenschweren Umstellübung ist, erscheint mir aber unklar. Das neue System ist sehr unübersichtlich, langsamer, es sind deutlich weniger Funktionen vorhanden, und die Bedienung geht länger und umständlicher als vorher. Der Nutzen insgesamt hat sich somit massiv verschlechtert.

Wen wundert es da, dass die Umsätze der Post zurückgehen? Haben die Ökonomen der Post Wirtschaft etwa in der Kochschule studiert?

Damit mit der Post Würenlos nicht dasselbe passiert, müssen wir uns mit allen Kräften zur Wehr setzen und die Pläne der Post gründlich hinterfragen. Es reicht aber nicht, wenn ein paar Leute ein paar Briefe schreiben und 99.9% sich darauf verlassen, es werde schon gut kommen. Darum möchte ich das Komitee «Die Post bleibt in Würenlos» gründen. Als Komitee können wir die Lage gründlich analysieren und entsprechende Gegenmassnahmen und Aktionen planen und umsetzen, die bei der Geschäftsleitung der Post wie auch bei den für die Post verantwortlichen Politikern ankommen. Dazu benötige ich Ihre Mithilfe!

Bürgerinnen und Bürger, welche das Komitee beispielsweise als Aktuar, Kassier, Organisator, Mitdenker, Analytiker, Webseitenbetreuer, Berichterstatter, Präsident oder wie auch immer unterstützen könnten, sind jetzt gefragt. Ebenso hoffen wir auf Spenden aus Bevölkerung und Gewerbe, welche uns helfen, die Spesen zu decken. Wer sich vorstellen kann, bei uns in irgendeiner Funktion, wenn auch nur als Passivmitglied oder Gönner mitzuwirken, melde sich bitte jetzt bei: Pascal Pfeffer, Flühwiesenweg 5, 5436 Würenlos, komitee@starcompany.ch

Die Widerstandskämpferin

Sonja Vionnet.

Unglaublich: Seit Wochen schon sammelt die 84-jährige Sonja Vionnet fast täglich vor der Post Unterschriften für ihre Petition. Mit dieser will sie die Schliessung ebendieser Post verhindern. Ihre Kontaktfreude, ihr Engagement und ihre Beharrlichkeit machen sie schon heute zur moralischen Siegerin.

Selbst garstiges Schneetreiben in den vergangenen Apriltagen konnte Sonja Vionnet nicht von ihrem Posten vertreiben. Kaum jemand kann sich dem Posteingang nähern, ohne von ihr freundlich angesprochen zu werden. Und gerade auch ältere Postbesucherinnen und –besucher lassen sich gerne auf ein Gespräch mit der temparamentvollen Frau ein. Sonja Vionnet wundert sich , wie viele der Angesprochenen noch nie davon gehört haben, dass die Poststelle Würenlos aufgehoben und in eine  Postagentur in einem noch  unbestimmten Ladengeschäft umgewandelt werden soll. Viele kämen eben von ausserhalb oder würden die lokale Presse  nicht lesen.

Eine Postagentur kommt für Sonja Vionnet überhaupt nicht in Frage:«Wir haben schon über 6300 Einwohner und es werden ständig mehr, da brauchen wir doch eine vollwertige Post mit vollem Angebot.» Es könne doch nicht sein, sagte sie der Reporterin vom «Badener Tagblatt», «dass wir zwischen Rüebli und Chabis Pakete abholen müssen».

Die Kämpferin für unsere Post ist zusammen mit ihrem Mann vor 50 Jahren aus Zürich nach Würenlos gezogen und reist auch heute noch viel in der Welt umher. Als sie von der Postschliessung hörte, beschloss sie, dagegen auf die Barrikaden zu gehen. Seither ist sie auf ihrem Posten. Und das Ergebnis ihrer Standhaftigkeit lässt sich sehen. Bis zum 19. April sind ihren Angaben zufolge bereits über 1300 Unterschriften zusammengekommen. Die Unterschriftensammlung schliesst Sonja Vionnet in der letzten Aprilwoche ab. Dann übergibt sie die Unterschriftenbögen der Gemeindekanzlei. Auf dass der Gemeinderat sich vehement gegen die angekündigte Schliessung der Poststelle einsetze. Was die Zukunft unserer Postfiliale angeht, macht sich Sonja Vionnet keine falschen Hoffnungen.

In der Tat stehen auf der Liste der Poststellen, die von der Schliessung bedroht oder schon geschlossen worden sind,  auch solche in gleich grossen und noch grösseren Orten wie Würenlos. Und es stimmt wohl auch, dass die Umsätze am Postschalter generell rückäufig sind, weil immer weniger Leute am Schalter ihre Einzahlungen  tätigen,  Briefmarken  kaufen oder Pakete aufgeben. Die meisten Postgeschäfte lassen sich im Internetzeitalter auch anderswie tätigen. Man darf sich aber fragen, weshalb die Post die Umsatzentwicklung einzelner bedrohter Poststellen nicht veröffentlicht. Die Geheimniskrämerei lässt vermuten, dass es fürgewisse  Poststellen nicht ganz so schlimm aussieht wie von den Postoberen behauptet. Viele Würenloser trauen dem Argument sinkender Frequenzen auch deshalb nicht, weil – ausser an frühen Nachmittagen – fast immer gewartet werden muss, bis man vom Schalter bedient wird.

Doch längst nicht alle Würenloser halten die Postfiliale für unverzichtbar. In der würenblicker-Abstimmung zur Postschliessung (siehe rechte Spalte) haben sich bis dato 70 % der Abstimmenden für den beibehalt der Poststelle ausgesprochen, immerhin 30 Prozent halten die Schliessung für verschmerzbar oder fühlen sich davon nicht betroffen. (Beteiligt haben sich bis anhin 82 Leserinnen und Leser).

Es gehe auch um die älteren Mitbewohnerinnen und Mitbewohner, sagt Sonja Vionnet. Viele hätten kein Internet und es sei für sie beschwerlich, sich etwa für Einzahlungen in eine Post in Wettingen oder Spreitenbach bemühen zu müssen. Widerspruch lässt Sonja Vionnet nicht gelten. Etwa, dass es in der heutigen Zeit ja nicht unbedingt das Sicherste ist, wenn Seniorinnen und Senioren zuerst Geld auf der Bank abheben und es dann zur Post tragen, um damit ihre Einzahlungen bar  zu tätigen. Zumal es für bargeldlose Zahlungen ausser dem E-Banking noch andere einfache Möglichkeiten gibt. Es gehe doch auch um die sozialen Kontakte im Dorf, entgegnet da Sonja Vionnet.

Die Post wird sich von der Petition kaum  beeindrucken lassen. Doch wie die Geschichte auch ausgehen wird – im Kampf gegen die Strategie von Postchefin Susanne Ruoff (Jahresverdienst: rund eine Million Franken) ist Sonja Vionnet schon heute die moralische Siegerin. Hätten wir in Würenlos doch nur mehr Leute ihres Schlages. MItbürger, die sich für öffentliche Interessen engagieren, die gegen missliebige Entwicklungen antreten und sich weder vom Wetter noch von Unternehmen und ihrem Marketinggeschwurbel oder Politikern den Schneid abkaufen lassen.

Würenlos, seine Ortsparteien und Politiker könnten sich ein Vorbild an Sonja Vionnet nehmen. So pflegt man Kontakte, so bleibt man in Tuchfühlung mit der Wählerschaft. Würde Sonja Vionnet im Herbst für den Gemeinderat kandidieren, sie würde wohl glatt gewählt.

Drei Viertel halten vollwertige Poststelle für unverzichtbar

An der würenblicker-Abstimmung über die Schliessung der Poststelle haben sich bis heute (17. März) 60 Leserinnen und Leser beteiligt (das sind etwa 1,2 Prozent der erwachsenen Wohnbevölkerung). Ihr Urteil fällt klar aus: Drei Viertel finden, dass Würenlos weiterhin eine Poststelle mit vollem Leistungsangebot braucht. Ein Viertel hält den Verlust der Poststelle für bedauerlich, aber verschmerzbar. Und nur gerade 2 Abstimmende lässt die Frage völlig kalt, weil sie die Post-Dienstleistungen kaum beanspruchen. Die genauen Ergebnisse finden Sie unter „Polls“ in der rechten Spalte. Es kann weiterhin abgestimmt werden.

Dem würenblicker liegt zudem der Briefwechsel zwischen einem Leser mittleren Alters und dem Kommunikationsverantworlichen der Post-Region Ost vor. Der Leser fand insbesondere einen vom Kommunikationsverantwortlichen in der «Limmatwelle» gemachten Vergleich zwischen den Poststellen Spreitenbach und Würenlos unfair, dies wegen der doch ganz unterschiedlichen Verhältnisse an beiden beiden Orten (Einwohnerzahl und Zahl der Geschäftskunden).

Zitat aus der ausführlichen Antwort der Post: «Ich habe gegenüber der Journalistin in der Tat die Nutzung der Filiale Würenlos mit derjenigen in Spreitenbach verglichen. Damit habe ich versucht zu unterstreichen, dass Würenlos eine recht geringe Nutzung aufweist. Es ging mir insbesondere darum, aufzuzeigen, dass die Menschen sich in der Region sehr mobil bewegen. Die Kundinnen und Kunden nutzen längst nicht mehr nur Postangebote an ihrem Wohnort, sondern beispielsweise auch an ihrem Arbeitsort oder auf dem Arbeitsweg.

Die Post prüft die Möglichkeit, in Würenlos in Zukunft eine Filiale zusammen mit einem lokalen Partner zu führen. (…) Postagenturen bewähren sich bereits an mehr als 800 Standorten in der ganzen Schweiz. Wir machen mit diesem Modell sehr gute Erfahrungen und erhalten von unseren Kundinnen und Kunden gute Feedbacks.

Das Angebot einer Postagentur deckt die von der Bevölkerung täglich nachgefragten Postdienstleistungen ab. So können die Kundinnen und Kunden Briefe und Pakete aufgeben, eingeschriebene Sendungen abholen und Briefmarken kaufen. Mit der PostFinance Card und mit den Maestro-Karten der Banken lassen sich bargeldlose Einzahlungen erledigen – direkt über ein Post- oder Bankkonto (auch mit dem «Gelben Büchlein»). In Würenlos streben wir eine Lösung mit einem bedienten Angebot an: Dabei erhalten die Kundinnen und Kunden Postdienstleistungen in einem Partnergeschäft an einer separaten Theke, die durch geschultes Personal bedient wird.

Noch sind in Würenlos keine Entscheide gefallen, und die Gespräche und Abklärungen mit der Gemeinde gehen weiter. Sobald alle offenen Punkte geklärt sind, wird die Post die Öffentlichkeit in Absprache mit der Gemeindebehörde im Detail informieren. Bis dahin bleibt die heutige Postfiliale unverändert in Betrieb