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Verwüstete Krippe, Abschied vom Kondom und ein neuer Pfarrer – es weihnachtet

Die verwüstete Weihnachtskrippe (Bild Fabienne Speckert auf Facebook)
«Eifach unglaublich» – So und ähnlich die Facebook-Kommentare von Würenloserinnen und Würenlosern zur Meldung, dass Vandalen die Weihnachtskrippe bei der Alten Kirche verwüstet haben. Beizufügen ist diesen Äusserungen eigentlich nichts. Höchstens dies: Gar so geborgen und getragen fühlen sich offenbar nicht alle jungen Würenloser, wenn sie sich an solchen Taten aufgeilen – stoffbesoffen oder nicht. Der Lichterschein all der tollen Rentiergespanne, Leuchtgirlanden und der offiziellen Weihnachtsbeleuchtung (darüber mehr am Schluss dieses Beitrags) vermag offenbar nicht alle Herzen zu erwärmen.

In den Gemeindenachrichten rät der Gemeinderat, in Fällen von «mutwilliger Nachruhestörung, Vandalismus, Littering und dergleichen umgehend die regionalpolizei wettingen-limmattal zu verständigen». Nun hat mir aber jüngst ein Bewohner des Dorfkerns berichtet, er habe zuerst das Gespräch mit den Jungen gesucht, die nächtens seine Nachtruhe empfindlich gestört hätten. Bei einem nächsten Mal habe er die Polizei verständigt. Die habe sich dann aber leider nicht blicken lassen, solange die jungen Leute noch in der Nähe seines Hauses gelärmt hätten. Das kann ja vorkommen, die Ressourcen der Regionalpolizei sind nicht unbegrenzt.

Und muss muss es immer die Polizei sein? Noch so grosse Verbotstafeln und der Ruf nach Überwachungskameras und harten Strafen nützen vermutlich wenig. Blosse Symptombekämpfung. Vandalismus, Nachtruhestörungen und Littering sind gewiss kein auf Würenlos begrenztes Phänomen. Aber wir dürfen auch nicht davon ausgehen, unser «Wunderdorf» bleibe «einfach so» davor verschont.

2003 schon haben wir eine Stelle für aufsuchende Jugendarbeit geschaffen. Viele Würenloser mögen sich davon erhofft haben, genau solche Fehlentwicklungen besser in den Griff zu bekommen. Weil sie sich von einer Fachperson verstärkte Präsenz versprachen an Orten, wo sich junge Menschen treffen. Präsenz nicht als Ordnungshüter oder Polizistin. Sondern als Gesprächspartner/in mit offenem Ohr für die Probleme und Anliegen von jungen Menschen, die nicht spuren wie gewünscht. Das Jobprofil der Jugendarbeit ist im Hinblick auf häufigere Präsenz an nächtlichen Hotspots wohl zu überdenken.

Weihnachtsgeschenk für die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde. Die seit dem abrupten Abgang von Martin Schweizer Ende Juni verwaiste Pfarrstelle wird vermutlich ab März wieder besetzt sein. Einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung am 20.Januar zur Wahl vorgeschlagen wird der gebürtige Kanadier, seit 2003 mit seiner Familie in der Schweiz lebende Timothy Cooke. Als Pfarrer gewirkt hat er hierzulande im Solothurnischen (zusammen mit seiner Frau, einer Schweizer Theologin), Gränichen und jetzt in Rupperswil. Auf eine erste Stellenausschreibung war keine einzige Bewerbung eingegangen, im zweiten Anlauf meldeten sich sechs Interessenten.

In der reformierten Kirchgemeinde, die in der Vergangenheit von mehreren grösseren und kleinen Krisen geschüttelt wurde, werden mit der Pfarrwahl nicht alle Probleme gelöst sein. So kommt es zu einem kräftigen Aderlass in der Kirchenpflege, nachdem Präsident Erich Thommen und zwei weitere Mitglieder auf Ende dieses Jahres demissioniert haben und bis anhin erst ein neues Mitglied gewählt worden ist.

Wie sehr das kirchliche Leben unter dem Krisenmodus gelitten hat, kann ich schwer beurteilen – ich bin ein Papierli-Reformierter, der zwar Kirchensteuern bezahlt, am Kirchenleben aber nicht teilnimmt. Die Statistik aber lässt aufhorchen: Die Kirchgemeinde hat vom Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre nicht profitiert, sondern ist im Gegenteil geschrumpft. (Die Zahl der Katholiken ist im gleichen Zeitraum leicht gewachsen). Die Zahl der Reformierten sank von 2007 bis 2017 von 1653 auf 1564 Personen, der prozentuale Anteil an der Gesamtbevölkerung von rund 32 auf 24 Prozent.

Ein Teil dieses Mitgliederschwundes dürfte hausgemacht sein. Auch wenn die Evangelisch-Reformierte Kirche der Schweiz gesamthaft grosse Verluste erleidet und soeben mit einer Neustrukturierung den Versuch einer Trendwende gestartet hat.

Wie in der katholischen Kirche beanspruchen auch in der reformierten Kirche verschiedenste Strömungen und Anschauungen nebeneinander Platz. Je kleiner eine Kirchgemeinde ist, desto weniger kann sie den verschiedensten Bedürfnissen Rechnung tragen. Als einziger Pfarrer in der Gemeinde wird es auch der Neue nicht allen Leuten recht machen können.

Aber mehr Schwung und Offenheit, ein breiterer Fächer im kirchlichen Angebot und in der Diakonie wäre dringend wünschbar. Wer weiss, vielleicht fühlten sich dann auch Menschen wie ich mehr angesprochen – Menschen, die gewisse «christliche Werte» durchaus zu leben versuchen, aber für die grossen Fragen, die sich einem Menschen stellen, eher philosophische denn religiöse Antworten suchen.

Zurück zur Weihnachtsbeleuchtung. In dem vom Gewerbeverein veranstalteten Wettbewerb für eine Neugestaltung gingen zwar nur wenige Vorschläge ein. Über sie haben am Christchindlimärt 347 Personen abgestimmt. Gewonnen hat laut «Limmatwelle» der Vorschlag von Eveline Amacher. Die Konfiseurin hat mit Schokolade-Kunstwerken die Confiserie Sprüngli schon an internationalen Ausstellungen vertreten. Sie schlägt ein Remake des Gehabten vor. das brav wirkt – vielleicht gerade darum passend für Würenlos. Der Doppelzwiebelturm ist nun deutlicher als solcher zu erkennen. Jetzt muss laut Gewerbevereinspräsident Michael Spühler nur noch die Finanzierung klappen, dann verbreitet in unseren Strassen nicht mehr ein Kondom, Minarett oder Schnuller Weihnachtsstimmung.

Frohe Festtage und ein gutes Neues Jahr!

Vielleicht nicht schon jetzt, aber alle Jahre wieder…

… warten wir alle auf den Samichlaus und das Christkind! Doch noch vorher kommt unsere Würenloser Weihnachtsbeleuchtung – und mit ihr die Diskussionen über deren Gestaltung und Bedeutung.
Nun könnte man ja sagen: «Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.» Letztlich ist die Würenloser Weihnachtsbeleuchtung ja vom örtlichen Gewerbeverein gesponsert worden und wird auch jedes Jahr von diesem in Fronarbeit vor dem Advent aufgehängt und Anfang des neuen Jahres wieder abgebaut. Aber bekanntlich lässt sich ja über Geschmack streiten.
Die alljährlichen Diskussionen und Bekundungen zu unserer Weihnachtsbeleuchtung zeigen, dass diese doch ein viel beachteter Bestandteil der Adventszeit geworden ist. Und natürlich soll sie erfreuen und gefallen. Da es ab und an auch kritische Stimmen zur Gestaltung und dem Sujet gibt, hat sich der Gewerbeverein Würenlos gefragt, wie möglichst viele Stimmen abgeholt und in konstruktiver Art und Weise in den Entwurf DER Würenloser Weihnachtsbeleuchtung eingebunden werden können.
Damit wirklich alle interessierten und engagierten Personen, ob gross oder klein, ob jung, junggeblieben oder schon etwas gesetzteren Alters sich gestalterisch einbringen können, lancieren wir am diesjährigen Früeligsmärt vom 28. April einen Wettbewerb. Dort wird der Gewerbeverein einen eigenen Stand betreuen, an welchem zwei originale bisherige Beleuchtungen ausgestellt sind. Sie können eigene Gestaltungsideen auf Vorlageblätter erstellen, auf welchen die grundlegenden Vorgaben ersichtlich sind. Die Vorlageblätter und Teilnahmedetails sind auch über die Website des Gewerbeverein Würenlos (www.gewerbe-wuerenlos.ch) erhältlich. Ergreifen Sie die Gelegenheit, die Würenloser Weihnachtsbeleuchtung mitzugestalten und einen Preis zu gewinnen! Besuchen Sie uns am 28. April am Früeligsmärt und reichen Sie uns Ihren Vorschlag gleich vor Ort oder bis Ende Oktober 2018 ein:
Gewerbeverein Würenlos, Postfach, 5436 Würenlos oder kontakt@gewerbe-wuerenlos.ch.
Am Christchindlimärt 2018 kann über eine Auswahl der besten eingegangenen Vorschläge (und das bestehende Modell) abgestimmt werden.

Adventsbilder

Im Sauseschritt geht es  Weihnachten und dem Jahreswechsel entgegen. Der Christchindlimärt war einmal mehr überaus stimmungsvoll und ein beliebter Treffpunkt, Ein abendlicher  Gang durchs Dorf und seine Quartiere, vorbei an weihnächtlich geschmückten  Häusern und Gärten hat seinen Reiz oder fördert zumindest die Diskussion darüber, wie viel LED-Elch pro Quadratmeter es denn sein darf.  Was dem Würenloser Volksgescmack am nächsten kommt,  davon kann sich jede und jeder selber ein Bild  machen.

Mit dem Würenloser Advent verbunden und das offenbar für alle Ewigkeit ist unsere  Weihnachtsbeleuchtung.  Bei dem, was Gewendoline Schmid vor zwei Jahren  darüber so treffend geschrieben hat unter dem Titel «Moschee oder Babyschoppen?»  könnten wir es getrost bewenden lassen.  Wenn nicht hinzuweisen wäre auf ein besonders stilvolles Miteinander, ein Gesamtkunstwerk sozusagen:

img_0248Famos, wie die Blaue Moschee und das schwarze Gold aus dem Morgenland hier zueinander in den Dialog treten. Wer da auch immer seine Hand im Spiel gehabt hat, geglückt ist ihm eine gelungene Neufassung der Legende von den Drei Weisen aus dem Morgenland. Statt Gold, Weihrauch und Myrre bringen Kaspar, Melchior und Balthasar Benzin (zum Literpreis von  Fr. 1.44 bzw. 1.50) zum Stern von Bethlehem. Getoppt würde dieses feinfühlige Ensemble nur noch, wenn die Spritpreise künftig über der Weihnachtskrippe bei der Alten Kirche erstrahlen würden.

Die Herbergen waren voll in Bethlehem, im Jahre Null, es war eng in den Gassen des Städchens. Menschen drängten sich, ebenso vollbepackte Esel und Kamele. Genauso wie in diesen Tagen vor unserem Coop. Wir leben in einer schnellen Zeit, auch die Könige aus dem Morgenland sind von ihren Kamelen gestiegen und jetten durch die Welt. Eilig hatte es auch die elegante Dame mit ihrem BMW,  eilig, an die Krippe mit dem Festtagsfutter zu gelangen. Der Armen blieb in ihrer Not keine  andere Wahl, als das schmale Fussgängergässchen vor dem Tempel. Halleluja, bald ist Weihnachten, das Fest der Liebe und der Rücksichtnahme!

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«Jetzt erst recht!» hat sich die  BDP-Kandidatin für den Regierungsrat gesagt, nachdem ihr auch im zweiten Wahlgang der Sprung in die Regierung nicht gelungen ist. Und so begleitet sie uns mit ihren gütigen, aber wohl kurzsichtigen Augen durch die Weihnachtszeit.  Das Bild ist, ich schwör’s bei den Heiligen Drei Königen, am 13. Dezember an der Landstrasse im Bickacker entstanden.


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Moschee oder Babyschoppen?

Offizielle Weihnachtsbeleuchtung Würenlos 2014-1Jetzt strahlt sie wieder von jeder Strassenlaterne herab in die Würenloser Gassen. Bloss, was ist das nur, dieses blaue Ding neben dem gelben Stern? Eine Moschee, eine Kerze oder sogar ein Milchschoppen, fragen mich meine Kinder alle Jahre wieder. Okay, ein Zeichen setzt die Beleuchtung alleweil, denn jetzt weiss ich definitiv, dass ich mich wirklich beeilen muss mit dem Aufhängen der hauseigenen Beleuchtung und dem Binden des Adventskranzes. Und die Kinder wissen, bald steht Weihnachten vor der Tür. Und noch besser, jetzt dürfen sie Tag für Tag ein Türchen im Adventskalender öffnen. Oh je, der ist ja auch noch nicht fertig…! Wie auch immer, eröffnet ist sie nun also offiziell, die besinnlich schöne Adventszeit.

Für mich könnte man die türkische Bazarbeleuchtung aber getrost wieder löschen. Zumindest solange, bis das Finanzamt unserer Gemeinde von den wegfallenden Stromkosten genug Geld für eine neue und etwas filigranere Variante der Weihnachtsbeleuchtung zusammengespart hat. Leider haben wir in Würenlos keine gutbetuchte Tina Turner, die dem reichen Küsnacht locker eine Weihnachtsbeleuchtung für eine Viertelmillion Franken geschenkt hat.

Eine heimeligere und weihnächtlichere Stimmung verbreitet der alljährliche Christchindlimärt.
Eine heimeligere und weihnächtlichere Stimmung verbreitet der alljährliche Christchindlimärt.

In diesem Sinne wünsche ich all unseren treuen Würenblicker-Lesern eine stimmungsvolle und besinnliche Vorweihnachtszeit.