{"id":2947,"date":"2018-03-23T15:42:44","date_gmt":"2018-03-23T14:42:44","guid":{"rendered":"http:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/?p=2947"},"modified":"2018-03-24T12:06:10","modified_gmt":"2018-03-24T11:06:10","slug":"ein-truegerisches-waesserchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/ein-truegerisches-waesserchen\/","title":{"rendered":"Ein tr\u00fcgerisches W\u00e4sserchen"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_2949\" aria-describedby=\"caption-attachment-2949\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/50..jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/50.-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"356\" class=\"size-large wp-image-2949\" srcset=\"https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/50.-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/50.-300x225.jpg 300w, https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/50.-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2949\" class=\"wp-caption-text\">Natur pur \u2013 denkste! Der unterste Teil des Furtbachs nahe der Shoppingbr\u00fccke (Foto: Hans Arnold).<\/figcaption><\/figure><strong>Der Furtbach ist aus unserem Dorf nicht wegzudenken. Die Spazierwege an den Bachufern sind beliebt. Auch wenn das Gew\u00e4sser meist bolzengrad und kanalisiert der Limmat zustrebt, verm\u00f6gen idyllische Bachpartien das Auge zu erfreuen \u2013 eine l\u00e4ngere Betrachtung dar\u00fcber von Mitblogger Hans Arnold findet sich <a href=\"http:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/kreuzfahrt-auf-dem-furtbach\/\">hier<\/a>.  Doch zum Bade l\u00e4dt der Bach auch an heissesten Sommertagen nicht, und das Giessen des Salats im eigenen Garten mit Wasser aus dem nahen Bach ist keine besonders gute Idee.<\/strong><\/p>\n<p>\u00abDer Furtbach ist das am meisten belastete Gew\u00e4sser im ganzen Kanton.\u00bb Das sagt <strong>Pius Niederhauser<\/strong> in der M\u00e4rz-Ausgabe der Zeitschrift \u00abNZZ Folio\u00bb, die dem Thema Wasser gewidmet ist. Niederhauser ist Chef Gew\u00e4sserschutz des Amtes f\u00fcr Abfall, Wasser, Energie und Luft \u2013 im Kanton Z\u00fcrich. Doch das macht seine Aussage f\u00fcr uns Aargauer nicht weniger interessant. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass diejenigen, die zuunterst an einem Fliessgew\u00e4sser leben, die Suppe ausl\u00f6ffeln m\u00fcssen, die ihnen weiter oben eingebrockt wird.<\/p>\n<p>Diese Suppe, die als durchaus klares, nicht besonders \u00fcbel riechendes W\u00e4sserchen unser Dorf durchstr\u00f6mt, hat es in sich. \u00abNZZ Folio\u00bb-Autor Thomas Schenk schildert in seiner Furtbach-Reportage anschaulich, was auf den rund 11 Kilometern bis zur W\u00fcrenloser Grenze so zusammen kommt. <\/p>\n<p>Der Furtbach entspringt im <strong>Katzensee<\/strong> an Z\u00fcrichs Stadtrand. Der See und das Sumpfland ringsum haben keinen oberirdischen Zufluss, sondern speisen sich aus dem Grundwasser. In Regensdorf schon gelangen <strong>giftige Schwermetalle<\/strong> in hoher Konzentration in den Bach, sie stammen aus dem Siedlungsgebiet und aus metallverarbeitenden Betrieben. Einige Kilometer weiter, bei der Kl\u00e4ranlage W\u00fceri zwischen Regensdorf und Buchs, wird der Furtbach sozusagen zur Apotheke \u2013 v\u00f6llig rezeptfrei zu haben gibts <strong>Hormone, Antibiotika und Weiteres aus der Pharmak\u00fcche.<\/strong> Im weiteren Verlauf durch Gem\u00fcsefelder und den Golfplatz wird der Chemiecocktail angereichert durch allerlei Pestizide und Biozide. <\/p>\n<p>Fast keine Seitenb\u00e4che f\u00fchren dem Furtbach sauberes Wasser zu. Vor allem in langen Trockenperioden stammt das meiste Furtbachwasser aus <strong>Kl\u00e4ranlagen und Drainagerohren<\/strong>, mit denen seinerzeit aus Sumpfland Fl\u00e4chen f\u00fcr Acker- und Gem\u00fcsebau gewonnen wurden. Obwohl im Laufe der Jahrzehnte mit immer effizienteren Reinigungsstufen ausger\u00fcstet, sind die Kl\u00e4ranlagen nicht in der Lage, Problemstoffe g\u00e4nzlich zu eliminieren. Erst ab 2025 soll etwa die Kl\u00e4ranlage Regensdorf mit einer daf\u00fcr notwendigen weiteren Reinigungsstufe (mit Ozon oder Aktivkohlefilter) ausger\u00fcstet sein. Doch auch dann werden noch zu viele Gifte \u2013 Insektizide oder Unkrautvertilgungsmittel aus Privatg\u00e4rten und der Landwirtschaft \u2013 in den Furtbach gelangen. Es sei denn, Hobbyg\u00e4rtner und Landwirte senken ihren Giftverbrauch freiwillig bzw. die gesetzlichen Vorschriften werden versch\u00e4rft. <\/p>\n<p>Die Schadstoffe sind dank modernsten Analysenger\u00e4te im Bachwasser aufzusp\u00fcren. Sie lagern sich auch im Erdreich ab und sind im Grundwasser zu finden. <strong>Nirgendwo<\/strong>  mehr muss jemand Grundwasser, das direkt vom Furtbach gespeist wird, als <strong>Trinkwasser <\/strong> konsumieren. W\u00fcrenlos hat ja unl\u00e4ngst ein neues Grundwasser-Pumpwerk im T\u00e4gerhardwald in Betrieb genommen. Dennoch k\u00f6nnen Gifte aus dem Furtbach <strong>in die menschliche Nahrungskette<\/strong> gelangen. Das z\u00fcrcherische Furttal ist ein bedeutendes Gem\u00fcseanbaugebiet. Bew\u00e4ssert werden die Gem\u00fcsefelder mit dem stark belasteten Wasser aus dem Furtbach. Das kantonale Labor Z\u00fcrich h\u00e4lt dies seit Jahren f\u00fcr bedenklich. <\/p>\n<p>Die <strong>Alternative<\/strong> w\u00e4re, <strong>Wasser aus der Limmat<\/strong> auf den H\u00fcttikerberg hoch zu pumpen und von dort auf die Felder im Furttal zu verteilen. Das w\u00e4re auch in W\u00fcrenlos willkommen, w\u00fcrde doch der Furtbach in Trockenperioden etwas mehr Wasser f\u00fchren als heute. Die hohen Wassermengen, die z\u00fcrcherische Bauern (und auch der Golfplatz Otelfingen) aus dem Furtbach pumpen d\u00fcrfen, wurden von unserer Gemeinde immer wieder beanstandet. Doch das <strong>Limmatwasser-Projekt verz\u00f6gert sich<\/strong>. Die Konzessionen f\u00fcr den Wasserbezug aus dem Furtbach wurden <strong>bis 2022 verl\u00e4ngert<\/strong>. <\/p>\n<p>Renaturierungen, wie sie am z\u00fcrcherischen Furtbach erfolgten, werten zwar das Landschaftsbild auf und senken die Hochwassergefahr, die Wasserqualit\u00e4t verbessern sie aber nur bedingt. Die zu hohe Schadstoffbelastung des Wassers bekommt vor allem die <strong>Tierwelt<\/strong> zu sp\u00fcren. Vom Katzensee bis zur M\u00fcndung in W\u00fcrenlos nimmt der Bestand an <strong>Insektenlarven, Schnecken und Kleinlebewesen<\/strong> immer mehr ab. Um einen <strong>Bachflohkrebs<\/strong> zu finden, m\u00fcsse man unterhalb von Buchs schon Gl\u00fcck haben, zitiert \u00abNZZ Folio\u00bb den obersten Z\u00fcrcher Gew\u00e4ssersch\u00fctzer. <\/p>\n<p>Viel Petri Heil braucht auch der W\u00fcrenloser Hobbyfischer <strong>Michael Hauser<\/strong>, der zusammen mit Kollegen den untersten Bachabschnitt bis zur M\u00fcndung in die Limmat gepachtet hat: Gerade mal 15 bis 20 Fische ziehen sie laut \u00abNZZ Folio\u00bb pro Fangsaison von M\u00e4rz bis September aus dem Wasser. Hauser, der auch den Fischerverein W\u00fcrenlos pr\u00e4sidiert, sei sich bewusst, in einem der dreckigsten Gew\u00e4sser der Schweiz zu fischen, verspeise den raren Fang aber gerne. Man schmecke nichts, und eine Bachforelle aus dem Furtbach sei ihm immer noch lieber als Pangasius aus Thailand, so \u00abNZZ Folio\u00bb.<\/p>\n<p><em>Eine Einzelnummer der M\u00e4rz-Ausgabe von \u00abNZZ Folio\u00bb kann <a href=\"http:\/\/folio.nzz.ch\/heftbestellung\">hier<\/a> bestellt werden. Preis: CHF 13.80 inkl. Versandkosten.<\/em><\/p>\n<div class='watch-action'><div class='watch-position align-right'><div class='action-like'><a class='lbg-style1 like-2947 jlk' href='javascript:void(0)' data-task='like' data-post_id='2947' data-nonce='58bc3aea77' rel='nofollow'><img class='wti-pixel' src='https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/plugins\/wti-like-post\/images\/pixel.gif' title='Like' \/><span class='lc-2947 lc'>+17<\/span><\/a><\/div><div class='action-unlike'><a class='unlbg-style1 unlike-2947 jlk' href='javascript:void(0)' data-task='unlike' data-post_id='2947' data-nonce='58bc3aea77' rel='nofollow'><img class='wti-pixel' src='https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/plugins\/wti-like-post\/images\/pixel.gif' title='Unlike' \/><span class='unlc-2947 unlc'>-1<\/span><\/a><\/div> <\/div> <div class='status-2947 status align-right'><\/div><\/div><div class='wti-clear'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Furtbach ist aus unserem Dorf nicht wegzudenken. 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