{"id":4883,"date":"2023-08-15T06:00:06","date_gmt":"2023-08-15T04:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/?p=4883"},"modified":"2023-08-14T21:48:52","modified_gmt":"2023-08-14T19:48:52","slug":"die-regionalpolizei-muss-bald-aus-ihrem-tief-finden-sonst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/die-regionalpolizei-muss-bald-aus-ihrem-tief-finden-sonst\/","title":{"rendered":"Die Regionalpolizei muss bald aus ihrem Tief finden, sonst&#8230;"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_4885\" aria-describedby=\"caption-attachment-4885\" style=\"width: 351px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_1570-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4885\" src=\"https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_1570-300x225.jpg\" alt=\"Repol Wettingen-Limmattal: Einsatzfahrzeug\" width=\"351\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_1570-300x225.jpg 300w, https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_1570-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_1570-768x576.jpg 768w, https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_1570-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/IMG_1570-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4885\" class=\"wp-caption-text\">Fahrzeug der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal. F\u00fcr Patrouillen \u00a0eigentlich vorgesehenen Rund-um-die Uhr-Betrieb fehlt seit Fr\u00fchjahr das Personal. Die Kantonspolizei muss einspringen. Bild: W\u00fcrenblicker<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der Personalmangel bei der Repol Wettingen-Limmattal hat die Diskussion \u00fcber die Polizeiorganisation im Aargau neu befeuert. Da unsere Repol auf Unterst\u00fctzung durch die Kantonspolizei angewiesen ist, um ihren gesetzlichen Auftrag zu erf\u00fcllen, haben jene Kr\u00e4fte Aufwind, die das in der Schweiz einmalige duale System mit Kantonspolizei und 15 Regionalpolizeien abschaffen und durch eine Einheitspolizei ersetzen wollen.<\/strong><\/p>\n<p>Bis kommenden Winter soll der Grosse Rat einen Planungsbericht des Regierungsrates beraten. Der Bericht legt ausf\u00fchrlich Vor- und Nachteile des dualen Systems und einer Einheitspolizei dar. Bei der Gegen\u00fcberstellung kommt er zum Schluss, \u00abdass beide Systeme ihre Vor- und Nachteile haben. Beide Szenarien <strong>halten sich gesamthaft die Waage<\/strong> und sind f\u00fcr die Weiterentwicklung der Polizeiorganisation im Kanton Aargau grunds\u00e4tzlich denkbar.\u00bb<\/p>\n<p>Der Regierungsrat verweist aber auf zwei externe Evaluationen, welche der dualen Polizeiorganisation attestierten, <strong>gut zu funktionieren<\/strong>. Die <strong>Bev\u00f6lkerung f\u00fchle sich sicher<\/strong>, wie Umfragen ergeben h\u00e4tten. Es gebe keinen Grund, zu einer Einheitspolizei zu wechseln, wie das etwa die Kantone Luzern und Bern getan haben. Aber das <strong>duale System sei zu optimieren<\/strong>.<\/p>\n<p>Optimierungsbedarf sieht die Regierung bei der <strong>Zusammenarbeit zwischen Kantonspolizei und Regionalpolizeien<\/strong>, etwa bei Eins\u00e4tzen wegen h\u00e4uslicher Gewalt und bei Verkehrsunf\u00e4llen. Hier kommt es \u00f6fters zu <strong>Leerl\u00e4ufen, Doppelspurigkeiten und Personalverschwendung<\/strong> . Um dies zu vermeiden sind laut Regierung \u00a0die <strong>Zust\u00e4ndigkeite<\/strong>n der Kantonspolizei und der Regionalpolizeien \u00a0<strong>anzupassen<\/strong> und die F\u00fchrungsrolle der Kapo zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Das<strong> duale System<\/strong> ist im <strong>Polizeigesetz<\/strong> von 2005 verankert. Es war politisch gewollt, dass die Kantonspolizei personell nicht massiv ausgebaut wurde, sondern die Gemeinden f\u00fcr ihre Sicherheit selbst sorgen und bezahlen sollten. Indirekt wurden sie <strong>gezwungen, sich einer Repol anzuschliessen.<\/strong> W\u00fcrenlos verzichtete nur widerwillig auf seine <strong>zwei Gemeindepolizisten<\/strong>. Vermutlich bezahlen aargauische Gemeinden wegen des dualen Systems bedeutend mehr f\u00fcr ihre Sicherheit als die Gemeinden in der \u00fcbrigen Schweiz.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der Organisationsform h\u00e4lt es die Regierung zudem f\u00fcr <strong>unerl\u00e4sslich, den Polizeibestand im Aargau (Kapo und Repols) zu erh\u00f6hen.<\/strong> Das bedeutet h\u00f6here Kosten f\u00fcr den Kanton wie f\u00fcr die Gemeinden. Doch der Aargau hat die <strong>geringste Polizeidichte aller Kantone<\/strong>. Nirgendwo trifft es auf einen Polizisten, eine Polizistin, so viele Einwohner:innen wie bei uns, n\u00e4mlich <strong>716<\/strong> (im Jahre 2022). Die durchschnittliche Polizeidichte <strong>in der ganzen Schweiz<\/strong> betrug im gleichen Jahr <strong>1:477<\/strong>. Im aargauischen Polizeigesetz ist eine Polizeidichte von 1:700 festgeschrieben. Dieses Zahlenverh\u00e4ltnis m\u00f6chte die Regierung nicht ver\u00e4ndern, sondern die Best\u00e4nde von Kapo und Repols in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden an die wahren Erfordernisse nach oben anpassen. Gerade in j\u00fcngster Zeit sind der Polizei neue, personalintensive Aufgaben erwachsen (z.B. Cyberkriminalit\u00e4t).<\/p>\n<p>In der Politik und der Fachwelt wird die<strong> Effizienz des dualen Systems<\/strong> \u00fcber die Parteigrenzen hinweg <strong>unterschiedlich beurteilt<\/strong>. So tritt etwa der fr\u00fchere aargauische Kripochef <strong>Urs Winzenried<\/strong> (bis zum letzten Fr\u00fchjahr Grossrat der SVP) vehement f\u00fcr die Einheitspolizei ein. Auch sein fr\u00fcherer Chef, der langj\u00e4hrige Kapo-Kommandant <strong>L\u00e9on Borer<\/strong>, und der fr\u00fchere SP-Regierungsrat <strong>Silvio Bircher<\/strong> favorisieren diese. Auf der Gegenseite profiliert sich sich etwa der Pr\u00e4sident der Konferenz der 15 Regionalpolizeien und fr\u00fchere FDP-Grossrat <strong>Daniel Suter<\/strong>. <a href=\"https:\/\/www.telem1.ch\/talktaglich-regional\/kommt-die-einheitspolizei-im-aargau-146559518\">Link zum Streitgespr\u00e4ch zwischen Winzenried und<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>\u00a0Suter auf Tele M1<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Entscheidend f\u00fcr das Schicksal des dualen Systems<\/strong> k\u00f6nnte sein, <strong>wie rasch sich die Repol Wettingen-Limmattal personell stabilisiert<\/strong>. Muss der Leistungsvertrag mit der Kapo \u00fcber das laufende Jahr hinaus verl\u00e4ngert werden, bleibt das duale System <strong>angreifbar<\/strong>. Der Polizeiberuf hat aus diversen Gr\u00fcnden an Attraktivit\u00e4t verloren. Die Grundausbildung ist f\u00fcr Regional- und Kantonspolizisten die gleiche. Doch die Kantonspolizei bietet sp\u00e4ter vielf\u00e4ltigere Berufsfelder, mehr Spezialisierungs- und Aufstiegschancen als eine Repol. Gerade in Zeiten des Fachkr\u00e4ftemangels <strong>d\u00fcrfte die Kapo qualifizierte Leute leichter finden<\/strong>.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Unsinnig ist es, sich gegenseitig Personal <strong>abzuwerben<\/strong>. Das tue man nicht, wird beteuert. Aber was sollte denn das dreiviertelseitige Stelleninserat der Repol in der <a href=\"https:\/\/issuu.com\/az-anzeiger\/docs\/20230713_woz_liwanz?mode=embed&amp;layout=white\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Limmatwelle vom 13. Juli<\/a>. Da wurden nebst Aspiranten f\u00fcr die Polizeiausbildung vor allem Frauen und M\u00e4nner mit eidgen\u00f6ssischem Fachausweis als Polizistin\/Polizist gesucht.<\/p>\n<p>Angesichts der Personall\u00fccken bei der Repol Wettingen-Limmattal und in weiteren Repol-Korps scheint der <strong>Zeitpunkt gekommen<\/strong>, die Existenz von fl\u00e4chendeckenden Regionalpolizeien zu hinterfragen. Der Grosse Rat muss den Vorschl\u00e4gen des Regierungsrates nicht folgen, er und sp\u00e4ter \u00a0das <strong>Volk<\/strong>, das die ge\u00e4nderte Kantonsverfassung genehmigen m\u00fcsste, k\u00f6nnten die <strong>Weichen in Richtung Einheitspolizei stellen.<\/strong><\/p>\n<div class='watch-action'><div class='watch-position align-right'><div class='action-like'><a class='lbg-style1 like-4883 jlk' href='javascript:void(0)' data-task='like' data-post_id='4883' data-nonce='a64c2e21f7' rel='nofollow'><img class='wti-pixel' src='https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/plugins\/wti-like-post\/images\/pixel.gif' title='Like' \/><span class='lc-4883 lc'>+14<\/span><\/a><\/div><div class='action-unlike'><a class='unlbg-style1 unlike-4883 jlk' href='javascript:void(0)' data-task='unlike' data-post_id='4883' data-nonce='a64c2e21f7' rel='nofollow'><img class='wti-pixel' src='https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/plugins\/wti-like-post\/images\/pixel.gif' title='Unlike' \/><span class='unlc-4883 unlc'>-1<\/span><\/a><\/div> <\/div> <div class='status-4883 status align-right'><\/div><\/div><div class='wti-clear'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Personalmangel bei der Repol Wettingen-Limmattal hat die Diskussion \u00fcber die Polizeiorganisation im Aargau neu befeuert. 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