{"id":502,"date":"2014-05-22T00:15:14","date_gmt":"2014-05-21T22:15:14","guid":{"rendered":"http:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/?p=502"},"modified":"2014-05-21T22:41:59","modified_gmt":"2014-05-21T20:41:59","slug":"steinhof-wuerenlos-in-geiselhaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/steinhof-wuerenlos-in-geiselhaft\/","title":{"rendered":"Steinhof: W\u00fcrenlos in Geiselhaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Bericht in der AZ hat vielen W\u00fcrenlosern die Augen ge\u00f6ffnet: F\u00fcr den Abbruch des Gasthofes Steinhof inklusive aller Nebengeb\u00e4ude liegt eine Abbruchbewilligung vor. Sie ist \u2013 wertfrei formuliert \u2013 vom Gemeinderat \u00e4usserst speditiv erteilt worden.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_501\" aria-describedby=\"caption-attachment-501\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Steinhof_Mai14.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-501\" alt=\"Der Kopfbau des seit dem Tod der langj\u00e4hrigen Eigent\u00fcmerin geschlossenen Gasthofes Steinhof. links die Terrasse mit .den Kastanienb\u00e4umen\" src=\"http:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Steinhof_Mai14-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Steinhof_Mai14-300x225.jpg 300w, https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Steinhof_Mai14-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Steinhof_Mai14.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-501\" class=\"wp-caption-text\">Der Kopfbau des seit dem Tod der langj\u00e4hrigen Eigent\u00fcmerin geschlossenen Gasthofes Steinhof. links die Terrasse mit .den Kastanienb\u00e4umen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00dcber die Eile, mit der die Abbruchbewilligung erteilt wurde, wundern sich auch Planungsfachleute. Sie sagen, es w\u00e4re m\u00f6glich gewesen, \u00fcber das ganze Gebiet s\u00fcdlich des Bahnhofs (Perimeter der Entwicklungsstudie im Grund), also auch \u00fcber das Steinhof-Areal, eine <strong>Planungszone<\/strong> zu verf\u00fcgen. Das h\u00e4tte ein weitgehendes Moratorium f\u00fcr baurechtliche Bewilligungen bedeutet. Doch daf\u00fcr fand sich im fr\u00fcheren Gemeinderat keine Mehrheit. Und Bem\u00fchungen, wenigstens den Kopfbau des Gasthofs <strong>unter Schutz<\/strong> zu stellen oder von der Abbruchbewilligung auszunehmen, scheinen nicht unternommen worden zu sein. Jedenfalls wurden nie solche Versuche kommuniziert.<\/p>\n<p>Rechtlich ist also der Zug abgefahren, um den Steinhof als Ganzes oder wenigstens in Teilen zu erhalten. Zwar wird dem Gasthof in der Buchreihe \u00abDie Kunstdenkm\u00e4ler des Kantons Aargau\u00bb im Kapitel \u00fcber W\u00fcrenlos keine einzige Zeile gewidmet. Doch f\u00fcr viele ist der Gasthof aus dem Dorf <strong>nicht wegzudenken<\/strong>. In einem sich baulich ver\u00e4ndernden Umfeld seien solche <strong>identit\u00e4tsstiftende Objekte wichtig<\/strong>, steht in der <a title=\"Planung \u00e0 la W\u00fcrenlos\" href=\"http:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/?p=428\">Entwicklungsstudie im Grund<\/a>. Und die Empfehlung daraus: \u00abDer Gasthof Steinhof (im Minimum der Kopfbau und die Terrasse mit den B\u00e4umen) muss zwingend erhalten werden. Der Kopfbau mit der markanten Gartenterrasse muss auch k\u00fcnftig im Strassenraum der Landstrasse als identit\u00e4tsstiftendes Objekt wahrgenommen werden.\u00bb<\/p>\n<p>Diese S\u00e4tze sind bereits <strong>Makulatur<\/strong>. Beh\u00f6rden und \u00d6ffentlichkeit sind nun <strong>ganz auf den Goodwill<\/strong> des Eigent\u00fcmers und der \u00f6ffentlich f\u00fcr ihn sprechenden <strong>Immobilienunternehmer<\/strong> angewiesen. Diese haben den <strong>Gemeinderat und damit die \u00d6ffentlichkeit in der Hand<\/strong> und k\u00f6nnen mehr oder weniger subtil Druck machen: Entweder ihr gebt uns, was wir wollen, oder wir brechen den Steinhof ab. Von der AZ befragt, drohte der beteiligte Architekt <strong>Martin Thalmann<\/strong> bereits: \u00abSollte sich das ganze Landgesch\u00e4ft nicht bald realisiert lassen, m\u00fcsste der gesamt Steinhof abgebrochen werden, um Kosten zu sparen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Es geht aber um viel mehr <\/strong>als nur um den Gasthof mit der lauschigen Kastanienterrasse und dessen hohen Unterhaltskosten. Es geht um die bauliche Zukunft des noch un\u00fcberbauten (und unerschlossenen) Gebiets Steinhof\/Im Grund.\u00a0Und da scheint der Druck bereits zu wirken. Mit ihren Ideen ins Leere laufen liess der Gemeinderat jedenfalls jene Fachleute, die im Auftrag der Gemeindeversammlung die <a href=\"http:\/\/wuerenblicker.ch\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Entwicklungsstudie-im-Grund.pdf\">Entwicklungsstudie im Grund<\/a>\u00a0erstellt haben. Ihre Empfehlungen weichen ab von den Pl\u00e4nen der Steinhof-Unternehmer.<\/p>\n<p><strong>Gemeindeammann Hans Ulrich Reber<\/strong> spricht in der <a title=\"AZ\" href=\"http:\/\/www.aargauerzeitung.ch\/aargau\/baden\/der-gartenwirtschaft-steinhof-droht-der-abbruch-127975256\" target=\"_blank\">AZ<\/a> von einem planerischen \u00abVerfeinerungsverfahren, in dem man zur Zeit stecke. Zweckoptimismus in einer vermutlich ziemlich verfuhrwerkten Situation. Streitpunkt ist eine <strong>durchgehende Strassenverbindung quer durchs Steinhofareal zum Bahnhof<\/strong>. Eine solche Strasse halten sowohl der Kanton wie die Entwicklungsstudie im Grund f\u00fcr n\u00f6tig. Doch k\u00e4me sie, m\u00fcsste bei der Planung und Anordnung der Wohnbauten darauf reagiert werden. Die Entwicklungsstudie schl\u00e4gt einen mit Nebengeb\u00e4uden bebauten erweiterten Strassenraum, einen sogenannten <strong>Anger<\/strong> vor.<\/p>\n<p>Der Gemeinderat ist <strong>gegen die durchgehende Strasse<\/strong>, weil er laut Reber Schleichverkehr aus dem Gebiet Bahnhof durchs neue Wohnquartier bef\u00fcrchtet. Das klingt vern\u00fcnftig \u2013 wenn nur der gr\u00f6ssere Zusammenhang nicht w\u00e4re. So hat der Gemeinderat auch eine Nutzungsplan\u00e4nderung aufgegleist, die der Landi erm\u00f6glichen w\u00fcrde, im Gewerbegebiet einen Grossmarkt mit 70 Parkpl\u00e4tzen zu bauen. Der Verzicht auf eine durchgehende Strasse bis zum Bahnhof k\u00f6nnte das <strong>definitive Ende f\u00fcr den Landi-Neubau<\/strong> bedeuten.<\/p>\n<p>Denn bis heute ist nicht \u00fcberzeugend aufgezeigt worden, wie die alleinige Erschliessung des Gewerbegebietes \u00fcber den <strong>Knoten Land-\/Bahnhofstrasse<\/strong> bei der SBB-Barriere k\u00fcnftig funktionieren k\u00f6nnte. Das Verkehrsgutachten, das die Landi dazu eingereicht hat, ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde. Darin ist von durchschnittlich zwei Barrierenschliessungen pro Stunde die Rede. Bereits heute sind es aber (inkl. G\u00fcterz\u00fcge) mindestens vier. \u00dcberdies werden bauliche L\u00f6sungen, die ein Verkehrschaos wirklich verhindern, nach Ansicht von Fachleuten\u00a0<strong>sehr teuer<\/strong> und entlang der Landstrasse <strong>viel privates Land beanspruchen<\/strong>.<\/p>\n<p>Die planerische Situation ist also <strong>\u00e4usserst komplex<\/strong>. Alle Entscheide haben \u00fcber Generationen hinaus direkte <strong>Konsequenzen f\u00fcr ganz W\u00fcrenlos <\/strong>und wollen gr\u00fcndlich \u00fcberlegt sein.<strong>\u00a0<\/strong>Darum verbietet sich beim Steinhof-Areal jede Eile und erst recht jeder aus taktischen Gr\u00fcnden erzeugte Zeitdruck. <strong>Das \u00f6ffentliche Interesse<\/strong> an einer guten L\u00f6sung der Erschliessungsfrage, die f\u00fcr Jahrzehnte halten muss, geht privaten Interessen vor. Auch wenn das mit H\u00e4rte verbunden ist. Wie f\u00fcr den Erben der letzten Steinhof-Wirtin, ihren fr\u00fcheren Koch. Um die hohen Erbschaftssteuern zu bezahlen und um den Gasthof renovieren und wieder betreiben zu k\u00f6nnen, ist er darauf angewiesen, den Rest des Areals verkaufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bericht in der AZ hat vielen W\u00fcrenlosern die Augen ge\u00f6ffnet: F\u00fcr den Abbruch des Gasthofes Steinhof inklusive aller Nebengeb\u00e4ude liegt eine Abbruchbewilligung vor. Sie ist \u2013 wertfrei formuliert \u2013 vom Gemeinderat \u00e4usserst speditiv erteilt worden. \u00dcber die Eile, mit der die Abbruchbewilligung erteilt wurde, wundern sich auch Planungsfachleute. 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