Der Um- und Erweiterungsbau ist sinnvoll

Als Architekt wollte ich mich nicht aus dem hohlen Bauch heraus für oder gegen den Um- und Erweiterungsbau des Kindergarten Buech entscheiden. Deshalb traf ich Architekt Rolf Schönmann, den Projektverfasser des Kindergarten Buech I zu einer Besprechung. Nun bin ich überzeugt: Wer sparen will, sagt jetzt Ja zum Baukredit.

Die Kosten: Diese sind sehr detailliert und seriös geschätzt. Es kann davon ausgegangen werden, dass mit diesen Kosten gerechnet werden muss, will man den Bau so sanieren und erweitern wie geplant. Bei einem Kostenvergleich muss darauf geachtet werden, dass nur vergleichbare Kosten einander gegenüber gestellt werden. Im konkreten Fall also die Baukosten.

  • Die reinen Neu- und Umbaukosten belaufen sich auf ca.  634 000 Franken.
  • Im Vergleich dazu die Kosten für den Neubau Gatterächer 3 rund 752 000 Franken.

Man kann sich nun fragen, ob da ein Abbruch und Neubau nicht sinnvoller wäre? Bei dieser Lösung wäre zu bedenken, dass zu den Neubaukosten noch die Abbruchkosten und Zusatzkosten für die Umgebungsgestaltung hinzukämen. Es würden Mehrkosten von
180 000 bis 200 000 Franken entstehen. Man darf dann nicht mehr von Sparen  sprechen.

Isolation: Der Boden ist heute gegen das Untergeschoss (blosser Hohlraum) gar nicht, die Fassade schlecht und das Dach absolut ungenügend isoliert. Jährlich wird so viel Energie unnötig verbraucht und das kostet auch Geld.

Ist eine Luxuslösung geplant? Ein Vergleich des vorhandenen Zustandes mit den kantonalen Richtlinien zeigt die ungenügende Grösse des bestehenden Kindergartens. Auch nach dem Umbau liegt dessen Fläche immer noch unter dem Richtlinienmittel.
Kantonale Richtlinien:              Buech I
minimal     162 m²                   124 m² jetzt
mittel        187 m²                   173 m² nach Umbau
maximal    213 m²                                    

Fazit: Der Um- und Erweiterungsbau ist sinnvoll. Lehnen wir das Projekt jetzt ab, schieben wir das Kostenproblem vor uns her und sparen nur für den Moment. Langfristig wird uns diese oder eine andere Lösung sicher mehr Geld kosten. In der Zwischenzeit wird unnötig Energie verschwendet, und eine provisorische Lösung würde auch viel kosten. Wie stichhaltig ist schliesslich das oft gehörte Argument, dass wir oder unsere Kinder auch keinen Schaden genommen hätten als Kindergärtler in diesem Chindsgi? Es wäre nur stichhaltig, wenn wir heute selbst in einer schlecht isolierten und zu kleinen Wohnung wohnen würden.

5 Gedanken zu „Der Um- und Erweiterungsbau ist sinnvoll“

  1. Soll der Kindergarten Buech 1 für 770 000 Franken saniert und erweitert werden? Die Gemeindeversammlung sagte Ja zu diesem Kredit. Dagegen hat die SVP mit Erfolg das Referendum ergriffen. Jetzt stimmen wir, die Stimmberechtigten an der Urne darüber ab.
    Eine Alternative liegt nicht vor. Es gibt vorerst nur ein Ja oder Nein. All die Diskussionen über Einsparen oder nur das Nötigste sanieren z.B. in der Wärmeisolation sind nicht relevant. Der Stimmbürger kann sich nur für oder gegen diesen Antrag des Gemeinderates entscheiden.
    Ich respektiere die Aussagen eines Fachmannes wie Hans Arnold. Nach der Besichtigung vom letzen Samstag bin ich ebenfalls zur Überzeugung gelangt, dass der Gemeinderat mit seinem Antrag richtig liegt. Die Gemeindeversammlung hat die Zustimmung für eine Steuererhöhung abgelehnt. Den Kindergartenausbau damit zu verknüpfen ist unsinnig. 770 000 Franken mehr Verschuldung sind 130 Franken pro Kopf der Einwohner. Der Schuldenzins mit Amortisation pro Jahr beträgt rund 22 000 Franken. Dieser Betrag entspricht etwa 0,12 Steuerprozent. Die Gemeinde Würenlos wird, um die Verschuldung zu reduzieren, nicht darum herum kommen, im nächsten Jahr den Steuersatz nach oben anzupassen. Den Ausbau dieses Kindergartens hinauszuschieben würde bedeuten, dass spätestens in 10 Jahren die Heizung und das Dach von Buech 2 saniert sowie die Erweiterung von Buech 1 gebaut werden müssten und der Aufwand von Fr. 1,2 bis 1,6 Millionen dann um einiges höher ausfallen würde. Mein Vorschlag, wenn Sie für Würenlos langfristig sparen wollen, dann mit einem Ja zu dieser Vorlage.

    1. Lieber Herr Zihlmann, Anlässlich der Besichtigung von Buech I stand ich wenige Schritte neben Ihnen und habe Ihren Worten mit Interesse zugehört. Auch ich würde der Erneuerung des Kindergartens bedenkenlos zustimmen, falls die Mittel vorhanden wären! Den Kindergartenausbau mit der Ablehnung der Steuerfusserhöhung zu verknüpfen ist alles andere als unsinnig. Sie widersprechen sich selbst! Sie verharmlosen die Auswirkungen der Sanierung von CHF 770’000.00 und schreiben gleichzeitig von einer zwingenden Erhöhung des Steuersatzes bereits im nächsten Jahr! Alles ist miteinander verknüpft! Wie kommunizierende Röhren! Wir müssen endlich Gegensteuer geben und auf die Bremse treten! Sonst platzen uns diese Röhren bald um die Ohren!

      1. Lieber Herr Bühler, dass die Fr. 770‘000.- für die angeschlagenen Gemeindefinanzen ein rechter Brocken sind, ist sicher korrekt. Bitte unterscheiden Sie aber zwischen notwendigen, vertretbaren und wünschbaren Ausgaben bzw. Investitionen. Eine Gemeinde, die sich mit stetig sinkenden Besucherzahlen den Betrieb eines in die Jahre gekommenen (und sanierungsbedürftigen) Freiluftschwimmbads leisten kann und dafür ziemlich viel Geld ausgibt, die gleichzeitig ihren Schülern ein attraktives Musikschulangebot offerieren kann, das aber ziemlich viel Geld kostet und Planungsverfahren auslöst, die von oberster Stelle dann wieder hinterfragt und verworfen werden, ist sicher noch nicht da angelangt, wo eine notwendige, zweckmässige und vor allem auch nachhaltige Investition in seinen ältesten Kindergarten das Gesamtsystem in Frage stellt. Ich unterstütze Ihre Meinung, dass nun Gegensteuer gegeben werden muss, aber mit gezielten und effizienten Mitteln am richtigen Ort. Das Sanierungs- und Ausbauprojekt Kindergarten Buech 1 ist mit Bestimmtheit nicht das richtige Projekt dafür.

  2. Ob der bauliche Zustand eine so teure Sanierung rechtfertigt, kann ich als Baulaie nicht beurteilen. Aber als Hausbesitzer glaube ich zu wissen, dass der grosse Liegenschaftsunterhalt sich doch mittel- und langfristig ziemlich präzis planen lässt. Und da frage ich mich schon, weshalb es 2010 möglich war, den 2017 fällig werdenden Ersatz eines kleinen Feuerwehrautos für gut 200 000 Franken in den Finanzplan aufzunehmen, nicht aber die Sanierung des Kindergartens Buech I, die um Jahre früher vordringlich sein soll und fast viermal so viel kostet. So etwas kommt ja nicht über Nacht, irgendwer hat da doch geschlafen. Wie können die Finanzen jemals gesunden, wenn in einer Gemeinde finanzplanerische Nonchalance und finanzielles In-den Tag-Leben weit verbreitet und sogar salonfähig sind?

    1. Es ist klar, dass es immer Gründe gibt weshalb etwas gemacht werden soll. Genau so hat Würenlos die vergangenen Jahre gearbeitet.
      Leider hat der Gemeinderat die Zeichen der letzten Gemeindeversammlung nicht richtig gedeutet. Nur so ist zu erklären, weshalb nicht ein Alternativvorschlag mit einer wesentlich kostengünstigeren Variante, bei der das aller nötigste gemacht werden könnte, zur Auswahl stand. So bleiben vielen Bürgen nur die Wahl dieses zu teure Vorhaben abzulehnen. Wenn ich bedenke , was ich ohne Land, für ein erstklassiges Haus zu diesem Preis erhalte. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Drohungen bei Abstimmungen (wenn es abgelehnt wird, wird es richtig teuer) eher kontraproduktiv sind. Eine solche reduzierte Renovation ist bei guter Planung während der Sommerferien zu bewältigen, so dass es nicht ein teures unnötiges Provisorium braucht. Wir haben nun lange genug „A“ gesagt, es ist schon längst an der Zeit auch mal „B“ zu sagen. Im Interesse einer gesunden, tragbaren Gemeinde müssen auch in Zukunft Einsparungen vorgenommen, Projekte verschoben oder Kostenstellen eliminiert werden.

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