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Gastbeitrag: Alterszentrum – den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen

Die Würenloserinnen und Würenloser sind sich einig: Ein Alterszentrum für Würenlos ist nötig und überfällig. An Gemeindeversammlungen wurden zwei wichtige Festlegungen getroffen: Das Alterszentrum kommt auf die Zentrumswiese zu stehen (Juni 2013) und wird durch eine gemeinnützige Aktiengesellschaft im Alleinbesitz der Gemeinde realisiert (Dezember 2016). Seither hat die Alterszentrum Würenlos AG weitere Meilensteine erreicht. Das Raumprogramm für das Alterszentrum wurde mit Fachleuten überprüft und bereinigt. Gestützt darauf wurde ein Studienauftrag durchgeführt und das bestgeeignete Projekt ermittelt. Die Betreiberin des Alterszentrums wurde gewählt. Aktuell ist das Bauprojekt in Erarbeitung.

Nun steht ein weiterer Meilenstein an. An der Einwohnergemeindeversammlung vom 8. Dezember wird über einen Baurechtsvertrag zwischen der Gemeinde und der Alterszentrum

In dieser Woche neu aufgeschaltet worden ist auch der Beitrag “Strahlengegner machen mobil”, der ebenfalls im Zusammenhang mit der Gemeindeversammlung vom
8. Dezember steht. Jetzt im Blog an zweitoberster Stelle.

Würenlos AG abgestimmt. Das Land auf der Zentrumswiese gehört der Gemeinde. Damit das Projekt realisiert werden kann, muss das Land der Aktiengesellschaft zur Verfügung gestellt werden. Ohne den Baurechtsvertrag kann das Alterszentrum nicht gebaut werden.

Die Zentrumswiese wird mit dem Projekt weder zubetoniert noch wird eine Erweiterung des Alterszentrum verhindert, stehen doch im Umfeld des Zentrumswiese weiter Parzellen im Eigentum der Gemeinde. Der teilweise Verlust einer zentralen Grünfläche wiegt nicht schwer. Es gibt noch viel Grün- und Erholungsraum in Würenlos. 

Das Alterszentrum wird mit 48 Pflegebetten und 32 „Wohnungen mit Dienstleistungen“ gross, ist aber auf die Bedürfnisse der Gemeinde Würenlos abgestimmt. Dies bestätigten ein externes Fachgutachten wie auch die verschiedenen Unternehmen, die sich für den Betrieb des Alterszentrums beworben haben. Wer glaubt, mit einem deutlich kleineren Projekt die Bedürfnisse von Würenlos abzudecken, verkennt die Realität. Umgekehrt ist eine Erweiterung des Alterszentrums im Umfeld der Zentrumswiese möglich. 

Der Vorstand des Vereins Alterszentrum Würenlos unterstützt das auf der Zentrumswiese geplante Projekt vorbehaltlos. 

◼︎Die Zentrumswiese ist der richtige Standort für das Alterszentrum. An der Einwohnergemeindeversammlung vom 11. Juni 2013 wurde dies von einer überwiegenden Mehrheit (419 zu 89 Stimmen) erkannt und festgelegt. Die Nähe des Alterszentrums zu anderen Nutzungen (Einkaufen, Gastronomie, Post) schafft kurze Wege. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums sind Nahe am „Herz der Gemeinde“ und wohnen dennoch an einer ruhigen, geschützten und sonnigen Lage. Gleichzeitig wird auch das Zentrum von Würenlos gestärkt und damit für andere Nutzerinnen und Nutzer attraktiver.

◼︎Das Alterszentrum wird mit 48 Pflegebetten und 32 „Wohnungen mit Dienstleistungen“ gross, ist aber auf die Bedürfnisse der Gemeinde Würenlos abgestimmt. Dies bestätigten ein externes Fachgutachten wie auch die verschiedenen Unternehmen, die sich für den Betrieb des Alterszentrums beworben haben. Wer glaubt, mit einem deutlich kleineren Projekt die Bedürfnisse von Würenlos abzudecken, verkennt die Realität. Umgekehrt ist eine Erweiterung des Alterszentrums im Umfeld der Zentrumswiese möglich. 

◼︎Die Planung des Alterszentrumsprojekts erfolgt korrekt und zielgerichtet. Man kann einzig bedauern, dass der Fortschritt nicht rascher ist. Wer davon redet, mit der Planung nochmals von vorne zu beginnen, sich auf veraltete Unterlagen bezieht (Masterplan von 2007 statt 2019) oder zusätzliche, nicht vorgeschriebene Planungsinstrumente (Gestaltungsplan) verlangt, will einzig das Alterszentrum verzögern oder verhindern. Der gültige Masterplan (Link) sieht explizit ein Alterszentrum auf der Zentrumswiese vor und empfiehlt zur Sicherstellung einer „guten Gesamtwirkung“ ein qualifiziertes Konkurrenzverfahren. Mit dem Studienauftrag, aus dem das Projekt Margerite zur Realisierung empfohlen wurde, geschah genau dies. 
Der vom Verwaltungsrat der Alterszentrum Würenlos AG angestrebte Vorentscheid ist ein übliches Verfahren nach Paragraf 62 des Baugesetzes. Es dient dazu, wichtige Einzelaspekte eines Vorhabens zu klären und rechtsverbindlich zu entscheiden. Es ist Ausdruck eines kostenbewussten Vorgehens, dass der Verwaltungsrat die zentralen Eckwerte des künftigen Alterszentrums (z.B. Gebäudedimensionen, Erschliessung) sichern wollte, bevor er mit der teuren Detailplanung beginnt. Der beschrittene Weg war trotz Rückzugs des Vorentscheidgesuchs zielführend, als kritische Punkte erkannt und in der weiteren Projektentwicklung bereits berücksichtigt wurden. Die angebliche Verletzung von Bau- und Nutzungsordnung sowie Ortsbildschutz ist aber nicht wie von Gegnern des Alterszentrums suggeriert eine Tatsache, sondern eine Meinung. 

Das Alterszentrum-Projekt kommt stetig voran. Eine Aufgabe nach der anderen wird vom Verwaltungsrat be- und abgearbeitet. Dies mit dem einzigen Ziel, den Seniorinnen und Senioren von Würenlos bis Ende 2024 ein attraktives Angebot für das „Wohnen im Alter“ anbieten zu können. Es braucht jetzt keinen Marschhalt, sondern die Unterstützung der Alterszentrum Würenlos AG und des mit Fachleuten erarbeiteten Projekts Margerite. Mit der Zustimmung zum Baurechtsvertrag wird dieses wichtige Signal gegeben und der in früheren Gemeindeversammlungen deutlich bestimmte Weg bestätigt.

Anmerkungen der Red.: Zu jedem Beitrag im würenblicker wird normalerweise eine namentlich genannte Person als Autor in der Zeile unter dem Titel aufgeführt. Bei diesem Gastbeitrag wird eine Ausnahme gemacht. Dem als Autor aufgeführten Vorstand des privaten Vereins Alterszentrum Würenlos gehören folgende Personen an: Alain Cornuz (Präsident), Monika Ender, Matthias Rufer, Andrea Vogt und Sigi Zihlmann. Cornuz und Rufer vertreten den Verein im Verwaltungsrat der gemeindeeigenen Alterszentrum Würenlos AG.

Feststellungen und Wertungen im obigen Text stehen teilweise im diametralen Gegensatz zu Feststellungen und Wertungen in meinen vorangegangenen Beiträgen zum Alterszentrum. Zu meinen Aussagen stehe ich nach wie vor voll und ganz. Peter Früh

Strahlengegner machen mobil

Das Baurecht für das Alterszentrum dürfte nicht das einzige Traktandum sein, das an der Gemeindeversammlung vom 8. Dezember zu reden geben wird. An der Beschaffung sogenannter Smart-Meter für die Technischen Betriebe Würenlos TBW (Verpflichtungskredit von 1,85 Millionen Franken) übt eine lokale Interessengemeinschaft von Strahlengegnern heftige Kritik.

Die Energiestrategie 2050 des Bundes verlangt, dass die bestehenden Stromzähler gegen intelligente Messsysteme, sogenannte Smart-Meter, auszutauschen sind. Rund 3700 von den TBW installierte Zähler sollen gebietsweise innert drei Jahren ersetzt werden.

Dieser Tage flatterte nun ein Offener Brief an den Gemeinderat in die Briefkästen. Darin warnt der pensionierte Bezirkslehrer und Physiker Andreas Pestalozzi namens einer «IG Mitsprache 5G zWürelos«, mit Smart-Metern, welche die Daten über Mobilfunk mit den TBW austauschen würden, werde die Bevölkerung dauerhaft einer schädlichen elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt.

Pestalozzi fordert, dass der Betrieb der Smart-Meter vor ihrem Einsatz klar geregelt wird. So müsse die Privatsphäre der Stromkunden bestmöglich gewahrt werden (keine unnötigen Abfragen).  

Der Offene Brief kündigt eine virtuelle Informationsveranstaltung mit Fragenbeantwortung an, die am Donnerstag, 26. November, 20 Uhr, über den Video-Chat-Dienst Zoom stattfinden soll. Referent ist Pestalozzi. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Zugangsdaten: https://zoom.us/join «einem Meeting beitreten» Meeting-ID: 758 5323 3480 und Kenncode: 5868. 

Die IG Mitsprache 5G zWürelos ist entstanden im Zusammenhang mit einem Baugesuch der Swisscom für den Umbau einer Mobilfunk-Antenne auf 5G-Standard im Gewerbegebiet Grosszelg. Ihren Kern bilden Einwender gegen das Swisscom-Projekt. Ein Gast-Beitrag in würenblicker hatte darüber berichtet (Link). Das Bewilligungsverfahren ist noch hängig, der Gemeinderat hat über das Swisscom-Gesuch noch nicht entschieden. 

Sowohl bei den 5G-Antennen wie bei den Smart-Metern wirft die IG dem Gemeinderat vor, nicht alle Karten auf den Tisch zu legen und den konstruktiven Dialog zu verweigern. Aus dem Offenen Brief geht nicht hervor, ob die IG an der Gemeindeversammlung dem Kredit für die Beschaffung der Smart Meter opponieren wird. Gemäss würenblicker-Recherchen ist dies aber sehr wahrscheinlich. Die Abstimmung wird ein Gradmesser dafür sein, wie stark die Bewegung der Strahlengegner in Würenlos ist. In der IG engagieren sich erst wenige, weshalb die IG um neue neue Mitglieder wirbt. E-Mail-Kontakt: IG-Mitsprache5GzWuelo@tbwnet.ch 

Um die 5G-Technologie ist ein eigentlicher Glaubenskrieg entbrannt zwischen Strahlengegnern, die um ihre Gesundheit fürchten, und Anhängern einer raschen Digitalisierung. Die neue Technologie ist u.a. mit einem neuen Antennentyp, sogenannten adaptiven Antennen, voll nutzbar. Die Mobilfunkbetreiber haben zwar eine 5G-Konzession vom Bund erhalten. Wie deren Strahlung gemessen werden soll, müsste aber der Bund erst noch festlegen. Adaptive Antennen dürfen deshalb zwar gebaut, einstweilen aber nicht mit voller Leistung betrieben werden.

Alterszentrum im aufkommenden Gegenwind

Ein anonymer Flyer an alle Haushalte, ein Offener Brief an den Gemeinderat, Leserbriefe, Nachfragen der regionalen Medien, Kommentare auf würenblicker.ch (siehe Spalte rechts) – die Gegner des Alterszentrums auf der Zentrumswiese legen einen Zacken zu und treiben den Gemeinderat sowie den Verwaltungsrat der Alterszentrum Würenlos AG vor sich her. Ist das Jahrhundert-Vorhaben in Gefahr?

Die offizielle Kommunikation zum Alterszentrum ist ausgesprochen dürftig. Nichts illustriert das besser als die Informationstafel auf der Zentrumswiese: Auch diese Woche noch – ein halbes Jahr nach dem Rückzug des Vorentscheid-Gesuchs – steht sie da. Nie kam jemand auf die Idee, das Poster mit den längst zur Makulatur gewordenen Gebäudeansichten, Plänen und Erklärungen zu entfernen, geschweige denn durch ein solches mit einer Erklärung zum momentanen Planungsstand zu ersetzen. Pfahlbauer-Kommunikation!

Da hatten es die Margerite-Gegner leicht, die Kommunikations-Führerschaft zu übernehmen. Ihr Flyer mit Offenem Brief an den Gemeinderat hat für Aufregung gesorgt. Inhalt, Tonart und Gestaltung absolut professionell – doch mit einem grossen Schönheitsfehler: Die Autoren hätten unbedingt namentlich statt nur mit «Einwender gegen das Vorentscheid-Gesuch» zeichnen müssen. Für die Öffentlichkeit war’s darum ein anonymer Flyer und das hat ihn Glaubwürdigkeit gekostet.

Deponie Steindler mit Ballonen markiert
An diesem Samstag, 7. November, haben Opponenten der im Steindler geplanten Aushubdeponie die Ausmasse der Aufschüttung mit roten Ballonen markiert. Sich ein eigenes Bild zu machen von der möglichen Landschaftsveränderung im Würenloser Naherholungsgebiet lohnt sich. D’Ballöön hanged bis am Sunntigabig. Nähere Infos zur Deponie im jetzt an 2. Stelle dieses Blogs stehenden Artikel.

Der Gemeinderat als Adressat des Offenen Briefes hat mit einer Stellungnahme (Link) reagiert. Diese hätte etwas kürzer, klarer und sachlicher ausfallen dürfen. Tonlage und Wortwahl verraten, dass die Opponenten nerven. Ob es gelungen ist, die zum Teil happigen Vorwürfe im Offenen Brief zu entkräften? Ich konnte mich beim Lesen des Eindrucks nicht erwehren, dass der wahre Sachverhalt – wie schon von Alterszentrum-VR Präsident Toni Möckel in einem Limmatwelle-Interview vom 2. Juli – eher vernebelt als beleuchtet wird. 

Zitat: «Die Einwender haben es mithin selber provoziert, dass der Verwaltungsrat der Alterszentrum Würenlos AG sein Vorentscheidgesuch zurückgezogen hat, noch bevor der Gemeinderat sich eingehend mit den gestellten Fragen auseinandersetzen konnte.» Was will uns der Gemeinderat damit sagen? – Eine Bauherrschaft zieht ihr Baugesuch zurück, weil sie die Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens eingesehen hat. Wer hat denn nun was provoziert?

Fakt und vom Gemeinderat mit keinem Wort erwähnt wird, dass der Gemeinderat erst aufgrund der Einwendungen ein ortsbauliches Gutachten eingeholt hat und dieses zum Schluss kam, Margerite in der vorgelegten Grösse sei kaum bewilligungsfähig. Wäre das Gesuch nicht zurückgezogen worden, hätte es der Gemeinderat ablehnen müssen oder eine Niederlage vor Verwaltungsgericht riskiert

Dem Ortsbildschutz wurde von Anfang an zu wenig Beachtung geschenkt. Das gilt auch für die Vorgaben und die Jurierung des Studienwettbewerbs. Als dessen Ergebnisse präsentiert wurden, war offensichtlich, dass das Siegerprojekt Margerite die wohl prominenteste Dorfansicht von Würenlos schwer beeinträchtigen würde. Trotzdem wurde schnell der Vorentscheid beantragt. Hätte es daraufhin keine Einwendungen gegeben, hätte man die krasse Verschandelung des Ortsbildes in Kauf genommen

Das forcierte Tempo war vielleicht gut gemeint, hat aber zu Pfusch und Vorgehensfehlern geführt. Die dadurch gestärkten Margerite-Gegner, die am liebsten kein Alterszentrum auf der Zentrumswiese sähen, ergreifen nun die erstbeste Gelegenheit, um ein «Zurück an den Start» zu erzwingen. Sie nehmen offenbar an der Gemeindeversammlung im Dezember das beantragte Baurecht für die Alterszentrum Würenlos AG ins Visier. Es soll solange nicht erteilt erden, bis die unselige Standortdiskussion (Zentrumswiese oder Wiemel) nochmals geführt worden ist. Man schaut der Gemeindeversammlung nicht nur wegen Corona mit gemischten Gefühlen entgegen. Ein entspannter Abend dürfte das nicht werden. Zumal der geplante Info-Abend am 17. November, wo ausführlicher hätte informiert und diskutiert werden können, wegen Covid19 abgesagt worden ist.  

Einen Standortwechsel halte ich noch auf längere Sicht für illusorisch. Dem gegnerischen Vorgehen ist höchstens insofern etwas Positives abzugewinnen, als  eine vorläufige Verweigerung des Baurechts die Alterszentrum Würenlos AG davon abhalten könnte, im bisherigen Hauruck-Stil weiter zu machen. Denn es gilt jetzt nicht, das Alterszentrum möglichst rasch durchzupeitschen. Vielmehr ist das Projekt mit allergrösster Sorgfalt zu überarbeiten. So ist die Chance für eine Baubewilligung in absehbarer Zeit am grössten. Auch wenn der Weg dazu über die Gerichte führen dürfte. 

Eine Frage stellt sich noch: Ist die Alterszentrum Würenlos AG gut genug aufgestellt, um diesem Vorhaben, das bezüglich Grösse und Komplexität alles bisher in Würenlos Dagewesene übertrifft, zum Durchbruch zu verhelfen? Fehlen im Verwaltungsrat nicht (allenfalls auswärtige) Topleute, die schon einmal ein vergleichbares Projekt erfolgreich durch alle politischen, juristischen und baulichen Klippen gesteuert haben? 

Elf aus Würenlos wollen nach Aarau

Die Erneuerungswahlen in den Grossen Rat stehen vor der Tür. Öffnet sich am 18. Oktober auch für eine Würenloserin oder einen Würenloser die Tür des Grossratsgebäudes? Elf aus unserem Dorf bewerben sich um einen Sitz. Doch die Chancen stehen nicht allzu gut, dass am Wahlsonntag ein Grossrat oder eine Grossrätin aus der «Furtbach-Metropole» gefeiert werden kann.

Schon bei den Wahlen vor vier Jahren ging Würenlos leer aus. Dennoch wird sich nun am Ende der Legislaturperiode ein Würenloser aus dem Grossen Rat verabschieden, der 50-jährige BDP-Vertreter Fabian Hauser. Er gehört dem Grossen Rat seit 2012 an, ist aber 2016 noch als Birmenstorfer gewählt worden und wurde daher in Würenlos gar nie richtig wahrgenommen. Da seine Partei nicht mehr zu den Wahlen ins Kantonsparlament antritt und er nicht auf der Liste einer anderen Partei kandidiert, scheidet Hauser aus dem Rat aus. 

Dafür wollen 11 Würenloserinnen und Würenloser neu in den Grossen Rat gewählt werden – das sind 3 mehr als vor vier Jahren. Die Chancen, dass jemand von ihnen den Sprung nach Aarau schafft, sind indes nicht allzu gross. Entweder, weil auf ihren Listen starke Spitzenkandidaten oder-kandidatinnen das Rennen unter sich ausmachen dürften. Oder, weil ihre Liste ziemlich sicher keinen Sitz erobern wird. 

Zu vergeben sind im Bezirk Baden 30 Sitze. Rein rechnerisch hätte Würenlos aufgrund der Bevölkerungsgrösse Anspruch auf 1,3 Grossratsmandate

Am meisten Kandidaten stellt die SVP-Ortspartei. Deren Präsident, der Banker Thomas Zollinger belegt nur Listenplatz 17 und zählt darum ebensowenig zum engeren SVP-Favoritenkreis wie seine beiden Würenloser Parteikollegen: Kaminfegermeister Roland Frei auf Platz 22 sowie Ortspartei-Vizepräsident und Unternehmer Pascal Pfeffer auf Platz 27.

Auf 4 Listen figurieren je 2 Würenloserinnen oder Würenloser.  Bei der FDP tritt auf Platz 10 Ortsparteipräsident und Bauingenieur Consuelo Senn an, auf Platz 21 Vizeammann und Unternehmer Nico Kunz. Beiden ist noch am ehesten eine Überraschung zuzutrauen.

Für die CVP wollen zwei Würenloserinen im Grossratssaal Platz nehmen: Auf Listenplatz 9 Gemeinderätin und Juristin Barbara Gerster Rytz, auf Platz 25 die Ökonomin und Dozentin Ruth Niggli. Gerster Rytz hat zwar einen sehr guten Listenplatz, doch kandidieren alle fünf bisherigen Vertreter der CVP erneut. Ohne Sitzgewinn der CVP dürfte da nichts werden.

Am besten platziert von allen ist auf Platz 2 der EVP-Liste die 55-jährige Kundenberaterin Evelyn Windisch. Vor der Sonne stehen dürfte ihr aber der erst Ende 2019 in den Grossen Rat nachgerückte Wettinger Pfarrer Lutz Fischer. Und auf mehr als einen Sitz im Bezirk Baden kann die EVP nicht hoffen. Aber vielleicht profitiert Windisch ja vom Frauenbonus. Auf Platz 20 der EVP-Liste figuriert sodann die 40-jährige Politologin Monique Holland.

Auf den Plätzen 3 und 4 der nur 5 Namen umfassenden EDU-Liste sucht schliesslich das Ehepaar Marco und Carla Suter – er Chef-Kondukteur, sie Kauffrau – nach dem gemeinsamen Lebens- auch das gemeinsame Wahlglück.

Barbara Gerster Rytz, Consuelo Senn, Evelyn Windisch sowie Monique Holland haben bereits 2016 für den Grossen Rat kandidiert, wurden aber nicht gewählt.

Links-Grün, also SP und Grüne stellen keine Würenloser Kandidatinnen oder Kandidaten. Beide Parteien zusammen erhielten bei den letzten Grossratswahlen in Würenlos aber immerhin knapp 19 % Prozent der Stimmen.

Gute Chancen auf einen Sitzgewinn im Bezirk Baden räumt das  “Badener Tagblatt” angesichts des grünen Trends bei den letzten Wahlen im Bund und in anderen Kantonen neben den Grünen auch den Grünliberalen ein. Auch sie gehen ohne Würenloser Kandidatur ins Rennen. Schon 2016 hat die GLP bei uns mit einem Stimmenanteil von 5 % schlechter abgeschnitten als im Bezirk. Obwohl damals einer von uns für sie kandidierte. Und grün ohne links doch eigentlich ganz gut zur bürgerlichen Einfamilienhüsli-Gesellschaft in Würenlos passen würde.