Ewige Gräben

Die Sommerferien nahen mit Riesenschritten. Vor dem Kofferpacken noch ein kleines Themen-Potpourri aus dem sommerlichen Würenlos.

Gewiss, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Doch hätten sich die Römer beim Errichten ihrer Hauptstadt so viel Zeit gelassen wie die Bauleute am  Schliffenenweg, dann würden wohl noch heute Sklaven Steine klopfen rund ums Kolosseum. Arg strapaziert wird die Geduld und das Schuhwerk der Anwohner beim täglichen Schotterslalom um Löcher, in denen nichts geschieht. Seit acht Monaten geht das schon so mit der Leitungs- und Strassensanierung. Grosse Felsbrocken im Untergrund seien an Verzögerungen schuld, hiess es einmal. Doch das allein kann’s ja nicht sein.

Eilen tut es der roten Baucrew aus dem Fricktal jedenfalls nicht sonderlich – nach Fronleichnam sei locker die arbeitsfreie «Brücke» gemacht worden, berichten Anwohner. Hat das Bauunternehmen all seine Energie verbraucht, als es darum ging, den Auftrag zu ergattern? Zweimal wehrte es sich bis vor Verwaltungsgericht gegen die Vergabe an die Konkurrenz. Zweimal siegte es, das muss anerkannt werden, im juristischen Hickhack. Doch schon der Baubeginn verzögerte sich deswegen um Jahre. Und mittlerweile scheint es den Fricktalern an Furtbach und Limmat so gut zu gefallen, dass sie gar nicht mehr weg wollen…

Auch nicht eben pressant hatte es der Gewerbler, dem die nicht eben schöne Brache zwischen Marktgasse und Landstrasse neben dem Coop gehört. Mehr als ein Dutzend Jahre nach Bezug der übrigen Zentrumsüberbauung liess er nun das Baugespann für ein Mehrfamilienhaus aufstellen, welches die Lücke in der Überbauung schliessen soll. Beim Betrachten des Baugespanns stellte sich allerdings eine alteingessene Würenloserin die nicht unberechtigte Frage (ihren Kommentar finden Sie hier), ob das Gebäude tatsächlich so nahe an die Landstrasse gestellt werden dürfe. Nun, warten wir das Baubewilligungsverfahren mal ab. Eines kann aber jetzt schon gesagt werden: Die heiss ersehnten Super-Steuerzahler werden sich an dieser Lage wohl kaum einquartieren.

Zeitlich nichts anbrennen lassen wollen die SVP und die FDP. Noch rechtzeitig vor dem grossen Aufbruch in die Sommerferien haben sie die Unterschriftenbogen fürs Referendum gegen den Sportplatz-Projektierungskredit verteilt. Bis 21. Juli müssen sie 406 Unterschriften zusammenzukriegen. Sollte eigentlich zu schaffen sein (fürs Referendum gegen die Kindergartensanierung Buech I kamen 636 Unterschriften zusammen). Aber wer weiss: Vielleicht schoss Shaqiri mit seinen drei Toren nicht nur die Schweiz in die WM-Achtelfinals, sondern Würenlos in einen  Fussball-Taumel, der auch die grössten Geldsorgen vergessen macht. Für alle, die trotz WM-Fieber finanzpolitisch kühlen Kopf bewahren, gibts den Unterschriftenbogen auch zum Downloaden, nämlich hier.

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