Alle Beiträge von Peter Früh

Blick in Würenloser Stuben (1)

Wie leben Herr und Frau Würenloser in ihren eigenen vier Wänden? würenblicker hat in den vergangenen Jahren die auf Internet-Immobilienportalen zur Vermietung oder zum Verkauf ausgeschriebenen Angebote aufmerksam studiert und die  Bilder der gezeigten Räume archiviert. In den kommenden Wochen werden – sofern nicht Aktualitäten nach einer aktuellen Kommentierung rufen – jeweils zehn Beispiele pro Woche präsentiert.  Neun Wohnzmmer und, quasi durchs Schlüsselloch geguckt, ein Schlafzimmer. Es wird lediglich die Strasse genannt, an welcher die betreffende Liegenschaft liegt, nicht aber aus Datenschutzgründen die Hausnummer. Für eine vergrösserte Ansicht die Bilder anklicken!

Nessie im Limmattal

So wie kein Sommer ohne Meldung aus Schottland vergeht, im Loch Ness sei wieder einmal Nessie gesichtet worden, so glimmt in unserer Region immer wieder das Thema der Limmattalstadt auf. Keine sechs Jahre sind es her, seit der damalige Badener Stadtammann und heutige Regierungsrat Stephan Attiger mit kecken Heiratsavancen die Regionsgemeinden verschreckt hat. Man erinnert sich noch gut an die im Tonfall ziemlich verunglückte, da zu aufgeregte Stellungnahme aus unserem Gemeindehaus.

Nun geistert die Grosstadt im aargauischen Limmattal erneut durch den Wanner’schen Blätterwald und Gelassenheit ist sicher auch diesmal angezeigt. Die in der AZ zitierte Stellungnahme von Gemeindeammann Hans Ueli Reber fällt auch jetzt dezidiert, aber massvoller aus: «Wir können und wollen unseren Weg alleine gehen.».

Die Badener haben sich ihre Grosstadtträume mit ihrem Nein zu der von Neuenhof ersehnten Fusion fürs Erste selbst vermasselt. Nun aber haben die Ennetbadener knapp eingewilligt in Fusionsgespräche mit Baden, und Neuenhof signalisiert, dass es immer noch zu haben wäre. Spreitenbach und Killwangen prüfen ihrerseits ein Zusammengehen. Doch eine Grossstadt inklusive dem Hagestolz Wettingen? Da scheint  ja selbst die Realisierungschance unseres Alterszentrums noch grösser zu sein. Weil aber zumindest mittelfristig kleinere Fusionen nicht auszuschliessen sind, tut unser Gemeinderat sicher gut daran, wenn die Entwicklung aufmerksam beobachten will.

Dem Treiben der anderen aus sicherer Distanz zusehen und am Eigenen festhalten, solange es geht, das machen die Würenloser gerne. Wird ein Zusammengehen schliesslich doch unumgänglich, so schickt man sich widerwillig drein… um nach einiger Zeit festzustellen, dass die Welt trotzdem nicht untergegangen ist. Das war bei der Regionalpolizei so, der man sich in letzter Minute anschliessen musste. Und das war bei der Verlegung des Schiessbetriebs nach Spreitenbach ebenso.

Auch anderswo bleibt man am liebsten sein eigener Herr und Meister. Dem Trend zu regionalisierten Spitexdiensten verweigert man sich und knüpft das Schicksal der Spitex Würenlos stattdessen an das des Alterszentrums – wenn das nur gut geht! Weil die Technischen Betriebe TBW ihre Leistungen zu aller Zufriedenheit erbringen und gut geführt sind, wird auch ihr Alleingang nicht als Problem wahrgenommen. Scharfer Wettbewerb und rasante Entwicklung im Strom- und Kommunikationsmarkt hin oder her. Und wer – wie die Ex-FDP-Grossrätin Maja Wanner an einer der letzten Gemeindeversammlungen – aus Kostengründen die Eigenständigkeit der Feuerwehr in Frage stellt, begeht schon fast einen Tabubruch.

Dieser Hang zum Alleingang ist unter einem Aspekt verständlich. Je dichter eine Gemeinde in ein Netz von Zweckverbänden und anderen regionalen Trägerschaften verstrickt ist, desto weniger hat der einzelne Bürger zu sagen. Zu immer mehr Themen kann er an der Gemeindeversammlung – ohne wirkliche Mitsprache – höchstens noch Ja oder Nein stimmen. Jeder neue Zweckverband stärkt die Macht des Gemeinderates. Er entsendet seine Vertreter in die Verbandsgremien, in denen die wahre Musik spielt.

Darum, so paradox es klingt: Angesichts immer mehr Kompetenzabtretungen an überkommunale Einrichtungen müssten gerade die glühendsten Anhänger der direkten (Gemeindeversammlungs-)Demokratie auch die grössten Verfechter von Gemeindefusionen sein. Denn träte ein Gemeinwesen anstelle all der Kooperationen, so würde das Mitspracherecht der Bürger wieder gestärkt.

Ewige Gräben

Die Sommerferien nahen mit Riesenschritten. Vor dem Kofferpacken noch ein kleines Themen-Potpourri aus dem sommerlichen Würenlos.

Gewiss, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Doch hätten sich die Römer beim Errichten ihrer Hauptstadt so viel Zeit gelassen wie die Bauleute am  Schliffenenweg, dann würden wohl noch heute Sklaven Steine klopfen rund ums Kolosseum. Arg strapaziert wird die Geduld und das Schuhwerk der Anwohner beim täglichen Schotterslalom um Löcher, in denen nichts geschieht. Seit acht Monaten geht das schon so mit der Leitungs- und Strassensanierung. Grosse Felsbrocken im Untergrund seien an Verzögerungen schuld, hiess es einmal. Doch das allein kann’s ja nicht sein.

Eilen tut es der roten Baucrew aus dem Fricktal jedenfalls nicht sonderlich – nach Fronleichnam sei locker die arbeitsfreie «Brücke» gemacht worden, berichten Anwohner. Hat das Bauunternehmen all seine Energie verbraucht, als es darum ging, den Auftrag zu ergattern? Zweimal wehrte es sich bis vor Verwaltungsgericht gegen die Vergabe an die Konkurrenz. Zweimal siegte es, das muss anerkannt werden, im juristischen Hickhack. Doch schon der Baubeginn verzögerte sich deswegen um Jahre. Und mittlerweile scheint es den Fricktalern an Furtbach und Limmat so gut zu gefallen, dass sie gar nicht mehr weg wollen…

Auch nicht eben pressant hatte es der Gewerbler, dem die nicht eben schöne Brache zwischen Marktgasse und Landstrasse neben dem Coop gehört. Mehr als ein Dutzend Jahre nach Bezug der übrigen Zentrumsüberbauung liess er nun das Baugespann für ein Mehrfamilienhaus aufstellen, welches die Lücke in der Überbauung schliessen soll. Beim Betrachten des Baugespanns stellte sich allerdings eine alteingessene Würenloserin die nicht unberechtigte Frage (ihren Kommentar finden Sie hier), ob das Gebäude tatsächlich so nahe an die Landstrasse gestellt werden dürfe. Nun, warten wir das Baubewilligungsverfahren mal ab. Eines kann aber jetzt schon gesagt werden: Die heiss ersehnten Super-Steuerzahler werden sich an dieser Lage wohl kaum einquartieren.

Zeitlich nichts anbrennen lassen wollen die SVP und die FDP. Noch rechtzeitig vor dem grossen Aufbruch in die Sommerferien haben sie die Unterschriftenbogen fürs Referendum gegen den Sportplatz-Projektierungskredit verteilt. Bis 21. Juli müssen sie 406 Unterschriften zusammenzukriegen. Sollte eigentlich zu schaffen sein (fürs Referendum gegen die Kindergartensanierung Buech I kamen 636 Unterschriften zusammen). Aber wer weiss: Vielleicht schoss Shaqiri mit seinen drei Toren nicht nur die Schweiz in die WM-Achtelfinals, sondern Würenlos in einen  Fussball-Taumel, der auch die grössten Geldsorgen vergessen macht. Für alle, die trotz WM-Fieber finanzpolitisch kühlen Kopf bewahren, gibts den Unterschriftenbogen auch zum Downloaden, nämlich hier.