«Rabenklagen» – ein Würenlos-Krimi

Beachten Sie bitte auch den Hinweis auf eine weitere Neuerscheinung eines Autors mit Bezug zu Würenlos am Schluss des Krimi-Textes in anderer Schriftfarbe.

Die Polizei ist schnell vor Ort, als im Würenloser Steinbruch die entstellte Leiche eines älteren Mannes gefunden wird. Hauptkommissar Bruckner leitet die Ermittlungen ein – war es Mord oder etwa doch ein bizarrer Selbstmord? Je tiefer er gräbt, desto verworrener wird es und so ist Bruckner doch recht froh, den Würenloser Journalisten Winkelstein an seiner Seite zu wissen, wenn er dies auch nie zugeben würde.

Der unter einem Pseudonym schreibende Romanautor Rüdiger Eusebius ist in Würenlos aufgewachsen und lebt mit seiner Frau hier. Nach ersten schriftstellerischen Gehversuchen mit Kurzgeschichten und einem Reisebuch überrascht er mit einem 395-seitigen Krimi. Der kommt  für einen Erstling in Aufbau und Sprache sehr geschliffen daher. Der Autor versichert aber, ausser dem aufwändigen Korrektorat und der grafischen Gestaltung und drucktechnischen Vorproduktion, welche Bekannte übernommen hätten,  habe er sich keinerlei allenfalls fragwürdiger Hilfen bedient.

Der Roman spielt am Anfang des 21. Jahrhunderts. Und der Autor betont, Ereignisse und Personen seien allein seiner Phantasie entsprungen. Lokalkolorit gibts aber durchaus. Man trifft sich im Café am Bach, im Centrum 68, auf dem Fressbalken.

Krimi oder eher (Psycho-)Thriller? Immer wenn die Leserin oder der Leser glaubt, aufatmen zu können, weil die Auflösung des Falles in Griffweite scheint, kommt der Thriller-typische Twist – die unerwartete Wendung, die alles bisher Vermutete auf den Kopf stellt. 

Ein Buchgeschenk für unter den Weihnachtsbaum? Für Liebhaber dieses Thriller-Genres, die sich durch die Schilderungen von Grausamkeiten nicht abschrecken lassen, gewiss. Weniger für besonders Zartbesaitete.

Rüdiger Eusebius, «Rabenklagen». Erschienen im Eigenverlag «vielfrass-verlag.ch». Knapp 400 Seiten, gebunden. CHF 34.00. Verkaufsstellen: Swidro Drogerie Russi, Würenlos; Erlenhoflädeli Dänikon; Chrättli, Baden-Allmend.

Dieser Tage ist in Zürich noch eine zweite Neuerscheinung eines mit Würenlos verbundenen Autors präsentiert worden. «Randulina. Ida Spinnler, aus dem Engadin in die Welt» heisst das Werk. Verfasst hat es der in Würenlos aufgewachsene Jürg Wirth, erschienen ist es im renommierten Limmat-Verlag. 

Randulins, Schwalben, nannte man Menschen aus dem Engadin, die nach dem Ersten Weltkrieg ins nahe Ausland emigrierten und im Alter oft bitterarm in ihre Heimat zurückkehrten. Eine Randulina ist auch die heute 103-jährige Ida Spinnler. 

Sie hat – längst wieder in ihre alte Heimat im Engadin zurückgekehrt – mit über 100 Altersjahren in langen Gesprächen mit dem ebenfalls in Lavin wohnenden Jürg Wirth ihm ihr Leben erzählt – farbig, lebendig und voller Schalk. Und er hat ihre Schilderungen in einem schmalen Büchlein niedergeschrieben. So hat Ida Spindler einen Teil ihrer Kindheit in Italien verbracht und hat dort den Faschismus und den Zweiten Weltkrieg miterlebt. Und mit dem Kunstmaler Rolf Spinnler hat sie später eine Familie gegründet und mit ihm sein unstetes Künstlerleben geteilt. Ehe die Ehe zerbrach und sie als Lehrerin als Alleinerziehende ihre drei Kinder grosszog.

All die Verwandten und Bekannten, von welchen Ida Spinnler erzählt, erschweren beim Lesen öfters den Überblick – gut  enthält das Büchlein auch einen Stammbaum ihrer weit verzweigten Familie.

Ebenso vielfältig wie Ida Spinnlers Leben ist auch dasjenige des 1969 geborenen Autors Jürg Wirth. Nach einer Lehre als Maschinenzeichner studierte er Maschinenbauingenieur, wechselte dann in den Fach- und später in den Wirtschaftsjournalismus. Länger als 30 Jahre schon ist er als freier Journalist tätig, u.a. für die «NZZ» und die «Die Zeit». 

Seit 25 Jahren lebt er mit seiner Familie auf seinem biodynamischen Landwirtschaftsbetrieb im Engadiner Dorf Lavin (www.berglandwirth.ch). Als Spezialität produziert er dort auf 1400 m.ü.M. Artischocken, die er an die Spitzengastronomie im Engadin liefert. Anderes aus seiner Produktion verkauft er direkt an eine grosse Privatkundschaft. Zusammen mit anderen hat er zudem den alten Bahnhof Lavin ein Bistro und Kino umgewandelt und betreibt es mit.

Jürg Wirth, «Randulina», Limmat-Verlag, 137 S., erhältlich im Buchhandel, CHF 30.00 oder zuzüglich Versandkosten auf www.limmatverlag.ch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert