Sportanlage – wie stimmen?

Wie sollen wir an der Gemeindeversammlung vom 12. Juni über den Sportplatz-Projektierungskredit abstimmen? Der Beitrag von letzter Woche hat bisher leider keine Diskussion mit Pro- und Kontra-Argumenten ausgelöst. Deshalb eine kurze Entscheidungshilfe.

  • ♦ Wenn Sie grundsätzlich gegen den Bau einer neuen Sportanlage im Tägerhard sind, stimmen Sie Nein.
  • ♦ Wenn Sie den Bau der Sportanlage in nächster Zeit angesichts der angespannten Finanzlage der Gemeinde für verfehlt betrachten, stimmen Sie Nein.
  • ♦ Wenn Sie der Fussball- und Rugby-Jugend rasch eine neue Sportanlage zur Verfügung stellen möchten, es aber noch wichtiger finden, späteren Generationen keinen drückenden Schuldenberg zu hinterlassen, stimmen Sie Nein.
  • ♦ Wenn Sie den raschen Bau einer neuen Sportanlage für unsere Fussballer und Rugbyspieler begrüssen und bereit sind, dafür schon nächstes Jahr ein finanzielles Opfer (höhere Steuern) zu bringen, stimmen Sie Ja.
  • ♦ Wenn Sie den Bau der neuen Sportanlage für vordringlich halten und Ihnen der Zustand der Gemeindefinanzen egal ist, stimmen Sie Ja.

Ein Kommentar zum Ausgang der Gemeindeversammlung erscheint Freitag früh.

4 Gedanken zu „Sportanlage – wie stimmen?“

  1. Ich denke, dass man sowohl für den Bau der Sportanlage Tägerhard sein kann, ohne dass einen der Zustand der Gemeindefinanzen egal ist. Es ist übrigens nicht eine neue Sportanlage. Es wird lediglich ein Platz gebaut, als Ersatz für den alten Platz auf dem Ländli, den es nicht mehr gibt. Es geht auch nicht um die Fusballer und Rugbyspieler allein, sondern es geht darum, dass alle Vereine (Turnverein, Faustball etc.) wieder unter akzeptablen Bedingungen ihren Sport ausüben können. Akzeptable Bedingungen sind für mich, dass das gleiche Angebot besteht wie vor dem Bau des Kindergartens am Ländliweg und der Vergrösserung der Schule.
    Die Gemeinde Würenlos ist stark gewachsen, der Fussballverein hat auf die prekären Platzverhältnisse Rücksicht genommen und trotz ständig steigender Nachfrage die Mitgliederzahlen reduziert in den letzten Jahren, damit alle Vereine weiterhin bestehen können. Viele Mannschaften spielen und trainieren seit Jahren auswärts. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, einerseits als Gemeinde wachsen zu wollen und anderseits das Angebot an Freizeitmöglichkeiten gleichzeitig zu reduzieren.

    • Wenn Sie den Würenloser Vereinssport unterstützen und ihm einen Rahmen geben wollen, in dem er sich bei einer stetig steigenden Anzahl von Würenloser Kindern und Jugendlichen zeitgerecht weiterentwickeln kann, stimmen Sie JA.
    • Wenn Sie die Wichtigkeit von Sportvereinen für die körperliche und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen anerkennen und wollen, dass dies weiterhin auch in Würenlos möglich ist, dann stimmen Sie JA.
    • Wenn Sie die Dringlichkeit einer Verbesserung der Sportinfrastruktur als hoch einstufen und die Würenloser Finanzlage zwar als ernst, eine Investition von Fr. 2.8 Mio über zwei Jahre verteilt jedoch als verhältnismässig betrachten, dann stimmen Sie JA.
    • Wenn Sie das Projekt «MINI Plus» als gute, für den Moment optimale Lösung einstufen und ein entsprechendes Ausbaupotential im Tägerhard zu einem attraktiven Naherholungsgebiet mit einer zeitgemässen Sportinfrastruktur erkennen, stimmen Sie JA.
    • Sparen geht auch anders. Wir, als sportbegeisterte Familie stimmen mit einem ganz klaren JA den neuen Sportplätzen im Tägerhard zu. Als Mutter eines Sohnes in der Junioren-Mannschaft des SV Würenlos und als Frau des Juniorentrainers derselben Mannschaft kenne ich die Platzprobleme der Ländlianlage nur zu gut. So erlebe ich immer wieder, wie langersehnte und erwartungsvolle Matches nach ein paar Regenstunden kurz vor Anpfiff abgesagt werden, weil die Plätze geschont werden müssen. Selbst die wöchentlichen Trainings finden oftmals nicht statt, weil die Plätze gesperrt sind. Und im Frühling und Herbst, kurz vor dem Übergang zum Hallentraining, müssen die Kids auf dem unebenen Platz hinter der Mehrzweckhalle trainieren, weil alle anderen Plätze belegt sind.
      Ich bin froh, dass mein Sohn Freude am Fussballspiel hat und so einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung im Kreise seiner Kollegen nachgeht. Zudem hat das Spielen in einem Fussballteam auch noch sozialpädagogische Vorteile. Wie schade wäre es, wenn er aus „Platzgründen“ nicht mehr spielen könnte.
      Ich frage mich schon, wieso eine aufstrebende Gemeinde wie Würenlos solch grosse Finanzprobleme hat. Und doch entstehen in und um unser Dorf herum zahlreiche, familienfreundliche Neubauten. Geht der Gemeinderat vielleicht davon aus, dass dort nur antisportive Familien einziehen? Wo bleibt da die nachhaltige Planung aus dieser Sicht?
      Es ist anzunehmen, dass sich die prekäre Finanzlage auch in nächster Zukunft nicht entschärft. Ein neuer, ausreichender und strapazierfähiger Sportplatz wird aber unumgänglich und wohl kaum kostengünstiger werden als der jetzt geplante im Tägerhard. Meiner Ansicht nach wurden in der Vergangenheit schon unnötigere Investitionen getätigt. So haben neulich zahlreiche Robidogs Vorplätze erhalten. Oder einige der Hydranten in unserem Dorf wurden auf ein aufwendig gepflastertes Podest gestellt. Braucht’s das wirklich und wer bezahlt das? Darum, sinnvolles Sparen geht anders und beginnt manchmal auch im Kleinen…
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  2. Eine Stärke von Würenlos aus meiner Sicht ist, dass man sich über Generationen hinweg kennt und sich auch gegenseitig schätzt und unterstützt. Durch die angespannte Finanzlage von Würenlos sehe ich nun eine gewisse Gefahr, dass wir zu undifferenzierten NEIN-Sagern mutieren. Unsere älteren MitbewohnerInnen lehnen alles ab, bevor ein Altersheim gesichert ist, Fussballer lehnen das Altersheim ab, bevor es einen neue Platz gibt und so weiter. Dies wird sich aus meiner Sicht sehr negativ auf das gemeinsame Dorfleben auswirken.
    In einer schwierigen Finanzlage geht es darum richtig zu priorisieren/investieren was sich dann wiederum positiv auf die Zukunft auswirken kann. Es geht in dieser Abstimmung nicht darum, ob man Fussball mag oder ob der Fussballklub am letzen Dorffest das Ökogeschirr benutzt hat oder nicht. Es geht darum – wie mehrfach erwähnt – ob wir uns im Zeitalter von iPhone’s und iPad’s und besorgniserregender Fettleibigkeit von Kleinkindern noch einen vernünftigen Vereinssport im Dorf leisten wollen.
    Ich persönlich zähle auf einen intelligenten Entscheid der Einwohner in dieser Sache. Meine persönliche Prioritäten sind momentan die beiden unsäglich verzögerte Projekte für unseren älteren Mitbewohner im Dorf sowie den zusätzlichen Sportplatz. Deshalb ist für mich klar: JA zu einem neuen Sportplatz, JA zu für altersgerechtes Wohnen im Dorf.

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