Sozialwohnungen, oder was?

Wenn im oben stehenden Beitrag Hans Arnold eine Lanze bricht für den «genossenschaftlichen Wohnungsbau», so sind einige Vorbemerkungen unerlässlich. Denn selbst in Würenloser Behörden soll der Wissenstand zu diesem Thema teilweise nicht gerade gross sein.

Offiziell ist heute meistens vom gemeinnützigen Wohnungsbau die Rede. Denn Bauträgerinnen können nicht nur Genossenschaften sein, sondern auch Stiftungen, gemeinnützige Aktiengesellschaften, Ortsbürger- und Einwohnergemeinden. Auf dem Wohnungsmarkt sind sie Akteure wie andere auch. Doch im Unterschied zu Privaten, Pensionskassen oder Immobiliengesellschaften streben sie nicht nach Gewinn, sondern bemessen die Mieten aufgrund der Kosten (Prinzip der Kostenmiete). Ihre Wohnungen sind daher in der Regel günstiger, insbesondere mittel- und langfristig.

Im gemeinnützigen Wohnungsbau entstehen nicht automatisch Sozialwohnungen für Minderbemittelte, gebaut wird meistens für den Mittelstand. Nur 10 % des Gesamtbestands im gemeinnützigen und sozialen Wohnungsbau sind Sozialwohnungen, die vom Staat direkt subventioniert sind und für deren Mieter strikte Einkommens- und Vermögensobergrenzen gelten. 

Zwischenbilanz

Die Stimmcouverts für die Gemeindeabstimmung vom 16. März sind eben verteilt worden. würenblicker möchte die Debatte über die Chindsgi-Vorlage nicht vorschnell auf die hinteren Ränge verweisen und verzichtet darum diese Woche darauf, ein neues Thema zur Diskussion zu stellen. Er erlaubt sich aber eine kurze Zwischenbilanz in eigener Sache.

Seit gut drei Monaten ist würenblicker im Internet. Dies ist der 16. längere Beitrag, der seit dem Start am 28. November veröffentlicht worden ist. Fünf Autoren haben haben diese 15 Blogs verfasst. Weitere 14 Würenloserinnen und Würenloser haben dazu total 36 Kommentare abgegeben. Eine ansehnliches Bündel von Meinungen zu verschiedensten Dorfthemen!

Aber wurden diese Beiträge auch gelesen? Es gibt Statistikprogramme zur Messung der Nutzung von Websites (würenblicker benützt webalizer). Doch wie soll schon Winston Churchill gesagt haben? «Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selber gefälscht habe.»  Das Bonmot ist zwar überspitzt, aber besonders bei Internetstatistiken enthält es ein Körnchen Wahrheit. würenblicker hütet sich darum, mit scheinbar exakten Nutzungszahlen Eindruck zu schinden. Zumal er ja werbefrei ist und nicht mit «Einschaltquoten» Inserenten überzeugen muss.

Möglicherweise unterschätzen Leute mit eher traditionellem Medienverhalten (gedruckte Presse, Radio, TV) die Reichweite von würenblicker.ch. Darum wenigstens zwei Kennzahlen: In den ersten drei vollen Betriebsmonaten sind total über 10 500 Besuche (sogenannte visits) zu verzeichnen. Tendenz steigend. Monatlich wurde die Website von durchschnittlich 860 verschiedenen Servern angewählt (sites). Diese Zahlen besagen leider nicht präzis, wie viele Leute aus Fleisch und Blut würenblicker wirklich lesen. 400 bis 700 Personen pro Woche könnten es schon sein. So schnell wird die kritische Stimme des würenloser.ch also mangels Interesse nicht verstummen.

Nicht unbedingt unter den Erwartungen, aber leicht unter den Hoffnungen blieb bisher die Bereitschaft des Publikums, eigene Kommentare beizusteuern. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. In Würenlos dauert ja Vieles ein bisschen länger…

Gemeindeabstimmung: Kindergarten Buech I

Der Kindergarten Buech I. Links der geplante Anbau. (Fotomontage)
Der Kindergarten Buech I. Links der geplante Anbau. (Fotomontage)

Soll der Kindergarten Buech I für
770 000 Franken saniert und erweitert werden? Die Gemeindeversammlung sagte Ja, dagegen hat die SVP mit Erfolg das Referendum ergriffen. Jetzt stimmen die Stimmberechtigten am 16. März an der Urne darüber ab. In den zwei folgenden Blogs votieren Hans Arnold für und Thomas Zollinger gegen die Umbauvorlage.

Der Um- und Erweiterungsbau ist sinnvoll

Als Architekt wollte ich mich nicht aus dem hohlen Bauch heraus für oder gegen den Um- und Erweiterungsbau des Kindergarten Buech entscheiden. Deshalb traf ich Architekt Rolf Schönmann, den Projektverfasser des Kindergarten Buech I zu einer Besprechung. Nun bin ich überzeugt: Wer sparen will, sagt jetzt Ja zum Baukredit.

Die Kosten: Diese sind sehr detailliert und seriös geschätzt. Es kann davon ausgegangen werden, dass mit diesen Kosten gerechnet werden muss, will man den Bau so sanieren und erweitern wie geplant. Bei einem Kostenvergleich muss darauf geachtet werden, dass nur vergleichbare Kosten einander gegenüber gestellt werden. Im konkreten Fall also die Baukosten.

  • Die reinen Neu- und Umbaukosten belaufen sich auf ca.  634 000 Franken.
  • Im Vergleich dazu die Kosten für den Neubau Gatterächer 3 rund 752 000 Franken.

Man kann sich nun fragen, ob da ein Abbruch und Neubau nicht sinnvoller wäre? Bei dieser Lösung wäre zu bedenken, dass zu den Neubaukosten noch die Abbruchkosten und Zusatzkosten für die Umgebungsgestaltung hinzukämen. Es würden Mehrkosten von
180 000 bis 200 000 Franken entstehen. Man darf dann nicht mehr von Sparen  sprechen.

Isolation: Der Boden ist heute gegen das Untergeschoss (blosser Hohlraum) gar nicht, die Fassade schlecht und das Dach absolut ungenügend isoliert. Jährlich wird so viel Energie unnötig verbraucht und das kostet auch Geld.

Ist eine Luxuslösung geplant? Ein Vergleich des vorhandenen Zustandes mit den kantonalen Richtlinien zeigt die ungenügende Grösse des bestehenden Kindergartens. Auch nach dem Umbau liegt dessen Fläche immer noch unter dem Richtlinienmittel.
Kantonale Richtlinien:              Buech I
minimal     162 m²                   124 m² jetzt
mittel        187 m²                   173 m² nach Umbau
maximal    213 m²                                    

Fazit: Der Um- und Erweiterungsbau ist sinnvoll. Lehnen wir das Projekt jetzt ab, schieben wir das Kostenproblem vor uns her und sparen nur für den Moment. Langfristig wird uns diese oder eine andere Lösung sicher mehr Geld kosten. In der Zwischenzeit wird unnötig Energie verschwendet, und eine provisorische Lösung würde auch viel kosten. Wie stichhaltig ist schliesslich das oft gehörte Argument, dass wir oder unsere Kinder auch keinen Schaden genommen hätten als Kindergärtler in diesem Chindsgi? Es wäre nur stichhaltig, wenn wir heute selbst in einer schlecht isolierten und zu kleinen Wohnung wohnen würden.

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