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Umgestaltete Landstrasse: SVP fährt dem Gemeinderat in die Parade

Am kommenden 2. Dezember wäre eigentlich eine entspannte Gemeindeversammlung zu erwarten gewesen: Ein Budget, das zwar nicht mehr so gut abschliesst wie in den Vorjahren, aber immerhin: Der Steuerfuss von 97% kann beibehalten werden. Dazu zwei Kreditabrechnungen mit Kreditunterschreitungen. Was will man mehr in so unruhigen Zeiten wie jetzt gerade? Doch nun fährt die SVP Würenlos dem Gemeinderat in die Parade. Sie will den im Traktandenbericht nicht kommentierten, unscheinbaren Budgetposten 5610.01 in der Höhe von CHF 800’000 aus dem Voranschlag kippen. (Aktualisierung in roter Schrift weiter unten.)

Situation im Bereich Coop heute. Bilder vergrössern: 1xKlicken.
Bereich Coop: Variante mit Gehweg auf östlicher Strassenseite.
Bereich Coop: Variante ohne Gehweg auf der östlichen Strassenseite.

Es geht um die die Sanierung und Umgestaltung der Landstrasse von der SBB-Barriere bis zum Kreisel Ländli – ein kantonales Vorhaben, bei dem das Departement Bau, Verkehr und Umwelt federführend ist. Gewisse Kosten, etwa für den Leitungsbau der Werke, hat die Gemeinde ganz zu tragen. Darüber hinaus hat sie dem Kanton auch einen allgemeinen Kostenbeitrag zu leisten. Das Departement hat ihn auf rund einen Drittel der Kosten festgelegt: 3,2 Mio. CHF verteilt auf vier Jahrestranchen von je 800’000 CHF.

Wie aus einer Parteinotiz für die Limmatwelle vom 27.11. hervorgeht, stört sich die SVP Würenlos daran, dass der vom Kanton verfügte Kostenbeitrag (von rund einem Drittel der Gesamtkosten) als unscheinbarer Posten im Budget versteckt ist und der Gemeindeversammlung kein Projektkredit unterbreitet wird. Zum Budgetposten 5610.01 kann nur entweder mit Ja oder mit Nein gestimmt werden. Die Situation ist mit jener vergleichbar, wenn ein Kläranlagen-Zweckverband einen Ausbau plant. Dann kann nicht jede der beteiligten Gemeinden wenn an ihrer Gmeind den Beitrag spricht, nicht noch beliebige Änderungen am Projekt vornehmen. Ein Projektkredit, wie er laut SVP angedacht war, hätte eine sachliche und politische Diskussion an der  Gemeindeversammlung ermöglicht.

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons hat in Würenlos am vergangenen 22. September öffentlich über die geplante Sanierung und Neugestaltung der Landstrasse informiert. Das präsentierte Projekt ist laut SVP Würenlos «unausgereift». Es decke sich weder mit den verkehrstechnischen Bedürfnissen von Würenlos, noch «verfolgt es bezüglich Umweltschutz einen pragmatischen Lösungsansatz mit den knappen Ressourcen an Bodenflächen».

Eine Versammlung der SVP-Ortspartei hat darum einstimmig beschlossen, den Gemeinderat zu bitten, das Projekt aus dem Budget 2026 zu streichen und für die öffentliche Auflage und die Ausarbeitung eines überarbeiteten Projektes einen Planungskredit zu beantragen. Zu gegebenerZeit soll später dann für das überarbeitete Projekt ein Verpflichtungskredit beantragt werden. Diese Bitte wurde am Freitag, 21. November der Gemeindekanzlei zugestellt. Laut dem SVP-Präsident Pascal Pfeffer haben sich bis gestern 26. November  weder Kanzlei noch Gemeinderat zum Begehren geäussert, ebenso sei keine offizielle Reaktion der offenbar vorinformierten Parteien Die Mitte, FDP, GLP und dem Jugendparlament erfolgt.

Update: Wie würenblicker aus zuverlässiger Quelle am Abend des 1. Dezembers erfährt, zieht der Gemeinderat den Budgetposten von CHF 800’000 für die Sanierung und Neugestaltung der Landstrasse zurück. Man darf gespannt sein, wie es nun weitergeht.

Sollte dem Wunsch nicht nachgekommen werden, bleibe nur die Möglichkeit offen, das kantonale Projekt mittels Antrag auf Streichung der geplanten CHF 800’000 aus dem Budget 2026 zu stoppen, droht die SVP. Man hoffe aber, dass der Gemeinderat einlenken werde, damit der Souverän an der übernächsten Gemeindeversammlung über einen Kredit entscheiden könne.

Auch  Stimmberechtigte, die mit der SVP nichts am Hut haben, finden es störend, dass die Würenloser an die Landstrassen-Umgestaltung zwar zahlen sollen, aber ihre Vorstellungen kaum einbringen können.  Fragt sich bloss, wie zielführend eine solche breite Mitwirkung wäre. Da könnte sich durchaus ein weiteres Planungsdebakel anbahnen. 

Sanierung und Umgestaltung von Kantonsstrassen sind Sache des Kantons. Was, wenn er mit den Ideen aus der lokalen Bevölkerung nichts anzufangen wüsste? Es könnte durchaus zum jahrelangen Planungsstillstand kommen.  Und der jetzige unbefriedigende Zustand bliebe bis in alle Ewigkeit bestehen.

Verkehrsplanungen mit Einbezug der lokalen Bevölkerungen verlaufen rasch hoch emotional. Ob ein 2 Meter breiter Mittelstreifen gut oder böse sei, wird zur Glaubensfrage. Ebenso ob Fahrbahn-Haltestellen für den Bus segensreich oder Teufelszeug seien. Oder ob Temporeduktionen den Verkehrsfluss verbessern oder ganz zum Erliegen bringen. 

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt schlägt für einzelne Abschnitte der Landstrasse  (Knoten Dorfstrasse und Bereich Coop) Varianten vor. Wie wäre es, wenn der Gemeinderat wenigstens versuchen würde, auf geeignete Weise die Meinung der Bevölkerung zu diesen Varianten zu ergründen. Allzu lang sollte er damit aber nicht zuwarten. Würden sich bei den Varianten klare Favoriten herauskristallisieren, so sollte der Gemeinderat mit Nachdruck beim Kanton für diese Favoriten eintreten. Dagegen hätte wohl niemand etwas einzuwenden. 

Im Keller wird’s interessanter als in der Halle

Würenlos erwacht aus der politischen Winterruhe. Am 6. Juni findet die Sommer-Gemeindeversammlung statt. Zuvor aber, und das gilt es sich zu merken, am 16. Mai informiert der Gemeinderat im Gmeindschäler über allerhand. Und dieser Abend verspricht mehr Spannung als jener drei Wochen später in der Mehrzweckhalle. 

Lokalpolitisch dauernd der Teufel los – nein, so ist’s nicht in Würenlos . Man gönnt sich regelmässig längere Durchhänger. Wir scheinen nachgerade danach zu dürsten, von lokalpolitischen Fragen und Querelen möglichst lange verschont zu bleiben. Was nichts daran ändert, dass trotzdem längst nicht alles in Butter ist..

Die Behörden schätzen natürlich Phasen, in denen sie unbelästigt von unangenehmen Fragen und aufsässigen Nörglern ihres Amtes walten können. Und stattdessen unbeschwert an allerlei Anlässen sportlicher, wirtschaftlicher oder wohltätiger Natur unverfängliche Kontakte mit der Bevölkerung pflegen können. Doch sich mal öffentlich zu Wort melden, wenn’s nicht gerade brennt? Denkste.  Nur ja keine schlafenden Hunde wecken

Auch würenblicker hat sich einlullen lassen und hat die digitale Feder eine Zeit lang zur Seite gelegt. Doch nicht zu früh gefreut, Freunde! Es war ja rund um uns herum genug los, was Expertinnen und Experten aus allen Löchern kriechen und sich äussern liess. Zu ach so reizenden Mitmenschen auf Fussball- und Finanzplätzen, zu aufrechten und vielleicht sogar aufrichtigen Eidgenoss:innen, zu königlichen Kronen und darunter steckenden Häuptern… Langweilig wurde es uns jedenfalls nicht.  

In Würenlos scheint die politische Schonzeit, die nach der Referendumsabstimmung ums Alterszentrum ausbrach, ihrem Ende entgegen zu gehen. Kurz bevor es in die längere Sommerpause geht, steht noch eine Gemeindeversammlung an. Am Dienstag, 6. Juni. Die Traktanden sind bereits bekannt. Gähhhn. Es werden keine Entscheidung zu fällen sein, die schwerer fallen dürfte als jene, welche sich jeweils ganz zuletzt stellt, nachdem sich die Wand in den hinteren Teil der Halle geöffnet hat: «E Chli Wiisse, oder doch es Bierli oder öppe gar en Orangschesaft?

Ein kleiner Tipp: Wenn ich mich nicht irre, stellt sich diese Schicksalsfrage jeweils auch im Anschluss an die grundsätzlich öffentlichen Info-Veranstaltungen des Gemeinderates. Die nächste findet bereits am Dienstag, 16. Mai statt. Im Gmeindschäller (ebenfalls um 19.30h). Und sie verspricht doch um einiges interessanter zu werden als die drei Wochen später stattfindende Gemeindeversammlung. Was wir nicht alles erfahren werden!

1. Weshalb es seit Monaten so ruhig geworden ist um die Gesamtrevision der Allgemeinen Nutzungsplanung. Vielleicht auch, weshalb gleich mehrere fürs Jahr 2022 versprochene Infoveranstaltungen dazu bis heute nicht stattgefunden haben. Nur zur Erinnerung: Die nicht unwichtige Gesamtrevision der neuen Nutzungs- und Bauordnung sollte nach ursprünglichem Zeitplan bis Ende 2021 in trockenen Tüchern sein. Das heisst: Von der Gemeindeversammlung verabschiedet und vom Regierungsrat in Kraft gesetzt. Vor einem Jahr hiess es noch, die entscheidende Gemeindeversammlung könne bestenfalls im Dezember 2023 – also ab jetzt in  7 Monaten –  stattfinden. Und nun? Die neue Nutzungsplanung wird gewiss nicht vor dem Sommer nächsten Jahres in Kraft treten können – im allerallerbesten Fall.

2. Informationen zum Alterszentrum werden für den 16. Mai ebenfalls in Aussicht gestellt: Berichtet werden soll über den Stand des Baubewilligungsverfahrens und über die neue Zusammensetzung des Verwaltungsrates der Alterszentrum Würenlos AG. Wer übernimmt den durch Demission von Gemeindeammann Toni Möckel frei werdenden Verwaltungsratssitz – die Stelle war öffentlich ausgeschrieben. Und wer folgt Möckel auf dem VR-Präsidentenstuhl?

3. Die Rede wird auch sein von einem Fernwärmeprojekt für Würenlos. Und wer weiss, vielleicht sickert auch etwas von anderen Themen durch, die schon lange in der Pipeline stecken: Etwa über eine neue Unternehmensstrategie der Technischen Betriebe TBW oder darüber, was eigentlich der Stand ist bei der Umgestaltung der Land- und der Schulstrasse – beides Strassen in kantonalem Hoheitsbereich, aber im Gemeindehaus steht man ja hoffentlich diesbezüglich in engem Kontakt mit dem Kanton.

Es hat sich was getan bei der SBB-Barriere

Am Donnerstag dieser Woche wurden die längst fälligen Zebrastreifen bei der Einmündung der Bahnhof- in die Landstrasse gespritzt.

Gerade noch rechtzeitig auf die Eröffnung der neuen Landi am 20. Oktober hin sind sie gekommen, die Zebrastreifen, welche die zuvor schon erstellten provisorischen Schutzinseln verbinden (siehe dazu auch den Beitrag vom 12. September). Das Bild oben zeigt, dass die Situation unter anderem wegen wartenden Fahrzeugen für alte Verkehrsteilnehmer noch nicht so übersichtlich ist, wie das wünschbar wäre. Für die Sicherheit wichtig ist, dass dem Fussverkehr diszipliniert Vortritt gewährt wird. Das gilt auch für gehetzte Lieferdienste und in den Feierabend drängelnde Handwerker… Wie sich das neue Verkehrsregime nach Inbetriebnahme der neuen Landi bewährt, wird sich weisen. würenblicker bleibt dran.

Die Umfrage über die Entsorgung von Altpapier und Karton läuft noch. Siehe rechte Randspalte.

Weihnachtsbeleuchtung: Hit oder Flop?

Die neue Weihnachtsbeleuchtung (vorne) und die alte (hinten) im Direktvergleich.
Welche gefällt besser? Abstimmen in der rechten Randspalte. (Bild würenblicker)

Weihnachtsbeleuchtung so oder so und überhaupt? Seit Bloggerin Gwendoline Schmid vor sieben Jahren im würenblicker das Thema „Moschee oder Babyschoppen?“ aufs Tapet brachte, gehört die Diskussion über die Weihnachtsbeleuchtung zum Würenloser Advent wie der Chrischtchindlimärt oder das Guetzlibacken . Vor einigen Jahren begann der Gewerbeverein als Sponsor sich der Sache intensiver anzunehmen. Er hat einen Ideenwettbewerb für was Neues durchgeführt, einen Vorschlag prämieren und schliesslich einen Prototypen herstellen lassen. Jetzt hängt dieser also bei der Einmündung der Juch- in die Landstrasse und lädt ein zum Vergleich mit der alten Version. Die leuchtet an den übrigen Kandelabern entlang der Land- und der Schulstrasse wie eh und je.

Der Gewerbeverein ermöglicht also verdienstvollerweise einen Direktvergleich. Welche Version ist besser? Oder wäre eine ganz andere Weihnachtsbeleuchtung noch viel besser? würenblicker öffnet sein Abstimmungstool für diese Frage aller Würenloser Fragen. Also mitmachen, Chrischtkindli und Samichlaus lesen mit.

Natürlich hat sich auch würenblicker eine Meinung gebildet. Wenn schon, denn schon hätte er sich eigentlich etwas radikal Anderes gewünscht. An den Kandelabern reichen mir all die Politiker*innen-Grinde und Abstimmungsparolen vollends, welche jahrein, jahraus die Strassenränder zieren. Die beiden verkehrsreichsten Strassen im Dorf sind, so wie sie heute gestaltet sind, nur bedingt geeignet, dank Weihnachtsbeleuchtung festliche Vorfreude aufkommen zu lassen. Stimmungsvoll ist das vielleicht zwischen drei und vier Uhr in der Früh. Aber abends, wenn der der Verkehr das Dorf flutet, Ladenbeleuchtungen- und Logos locken, überdimensionierte, grellleuchtende Hinweisschilder uns da zu einer Tankstelle, dort in ein Beizen-Take-Away lotsen wollen? Wie stimmungsvoll ist das denn?

Fünf grosse echte Tannen mit elektrischen Kerzen an gut ausgewählten, eher dunklen Stellen aufgestellt, würden mehr vorweihnachtliche Stimmung verbreiten. Weniger ist oft mehr. Keine geringere als die in jüngeren Jahren eher schrille Rockkönigin Tina Turner hat’s doch vorgemacht, als sie aus Anlass ihres 75. Geburtstages ihrer Wohngemeinde Küsnacht ZH, eine eher schlichte, aber gestylte Weihnachtsbeleuchtung (an Kandelabern) schenkte.

Ohne unseren vertrauten Doppelzwiebelturm geht’s offenbar nicht. Dabei thront das Original eindrücklich und stimmungsvoll genug über dem Dorf. Man muss ihn nur sehen wollen. Auch viele Farben müssen offenbar sein. Geschmacksache.

Nun aber zum Direktvergleich alt und neu. Für mich, ich gestehe es, schneidet die bisherige Version eher besser ab. So kalt die blaue Turmsilhouette auch wirken mag, sie setzt sich im Lichterchaos besser ab. Die neue Version geht mit ihrer weniger intensiv leuchtenden Vielfarbigkeit unter. Und der blaue Stern geht gar nicht. Wenn es ein Symbol für Weihnachten gibt, dann ist’s doch der helle Stern, der den Weg weist. Hätte der so schwach und erst noch blau geschimmert wie der Stern der neuen Version, Balthasar, Melchior und Caspar würden noch heute das Krippchen suchen.

würenblicker wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Festtage und gute Gesundheit.