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Zentrumsplanung parallel zum Alterszentrum vorantreiben

Im Namen der Gruppe „Initiative 5436“ nimmt Daniel Zehnder Stellung zum neuen Projekt für das Alterszentrum auf der Zentrumswiese, zu dem bereits zwei Beiträge von Hans Arnold und Peter Früh erschienen sind. Die „Initiative 5436“ erachtet es insbesondere als wichtig, dass die Aufwertung des Freiraums drum herum und die Umnutzung gemeindeeigener Liegenschaften wie der Zentrumsscheune oder der Post gleichzeitig und mit gleicher Sorgfalt geplant werden. Diese Chance für ein attraktiveres Dorfzentrum gelte es zu nutzen. (Red.)

Das Siegerprojekt vom Rössliweg her gesehen. Wenn der grosse Baukomplex dereinst steht, sollte auch seine Umgebung zum attraktiven Dorfzentrum umgestaltet sein.
Das neue Projekt für das Alterszentrum mitten im Zentrum von Würenlos ging aus einem rund drei Viertel Jahre dauernden Studienauftragsverfahren hervor. Das Verfahren wurde von einer kompetenten Jury begleitet, welche schliesslich das nun vorliegende Siegerprojekt Margerite auserkoren und zur Weiterbearbeitung empfohlen hat. Wir dürfen also davon ausgehen, dass die Auswahl sorgfältig und unter Berücksichtigen aller Kriterien getroffen wurde.

Das eher ambitionierte Raumprogramm – die Vorgabe im Verfahren für die Architekten und Landschaftsarchitekten – entspricht offenbar den heutigen Anforderungen, in Umfang und Diversität. Ob eine neue Arztpraxis da auch zwingend reingehört, darf zumindest hinterfragt werden, auch weil noch andere Liegenschaften der Gemeinde in nächster Umgebung dafür grundsätzlich in Frage kämen (Bsp. Postgebäude).

Das neue Gebäude ist hoch und lang und wird im Zentrum von Würenlos zu einer deutlich erkennbaren und erlebbaren Veränderung führen. Das birgt Risiken, aber gleichzeitig auch Chancen, die es nun zu nutzen gilt. Neben der Weiterentwicklung des Alterszentrums in der anstehenden Projektierungsphase muss parallel dazu ein Freiraumkonzept erarbeitet werden. Wir erwarten hier eine Gleichzeitigkeit und Gleichwertigkeit dieser beiden Planungen. Nur so können wir diesem Ort mitten im Zentrum von Würenlos gerecht werden. Ein Abgleich dieser beiden Bearbeitungen soll, ja muss in der Projektierungsphase möglich sein.
Als Basis für diese ganzheitliche Gestaltung im Zentrum wurden bereits verschiedene Planungen durchgeführt. Sie liegen in Form des Masterplans von 2007 (Masterplan Zentrum) und des Masterplans PLUS, der im Sommer 2018 in Form eines öffentlichen Mitwirkungsverfahrens der Öffentlichkeit vorgestellt wurde (Masterplan PLUS Zentrum), vor und sind auf der Gemeindewebsite (Online-Schalter) verfügbar. Kern dieser Planungen war und ist es, ein attraktives Dorfzentrum zu schaffen, gleichermassen für Jung bis Alt.
Für die bevorstehende Weiterentwicklung des Zentrums sind neben einer gezielten Planung des Alterszentrums auch überzeugende Lösungen für
– die Gestaltung der Aussenräume (u.a. vor der Zentrumsscheune),
– die Führung des Langsamverkehrs (Durchgängigkeit von allen Seiten),
– das Angebot an Parkplätzen im Zentrum,
– die Nutzung der Zentrumsscheune,
– einen Kinderspielplatz und schliesslich auch
– den Umgang und das Potential der Nähe zum Furtbach für alle
zu finden.
Wenn wir das Würenloser Alterszentrum hoffentlich in einigen Jahren eröffnen dürfen, sollen bis dann auch die gerechtfertigten Erwartungen der Würenloserinnen und Würenloser an die Entwicklung eines attraktiven Dorfzentrum erfüllt sein. Wir bleiben dran und werden unsere Vorstellungen konstruktiv in diesen Prozess miteinbringen.

Es wird gut, das Alterszentrum

Der Grundriss des Erdgeschosses (EG) zeigt anschaulich, wie stark gegliedert der im EG fast 120 Meter lange Bau ist.

Bis jetzt keine bösen Leserbriefe und wenig Kritik hinter vorgehaltener Hand. Recht positiv scheint das siegreiche Alterszentrum-Projekt «Margerite» im Dorfe aufgenommen worden zu sein. Vermag der Vorschlag der Zürcher Architekten Fiechter und Salzmann auch auf den zweiten Blick zu bestehen? Der Würenloser Architekt und 80+-Senior Hans Arnold hat «Margerite» genauer unter die Lupe genommen. (Red.)

Ein bekannter Spruch lautet: Was lange währt, wird endlich gut. Gilt dies auch für die Planung unseres Alterszentrums?

Was das heute vorliegende Konzept anbelangt ja, es hat sich den heutigen Bedürfnissen der alten Leute angepasst. Wäre es nach den vor Jahren durchgeführten Projektwettbewerben gegangen, hätten wir heute eine Lösung, die nicht mehr den Bedürfnissen entspricht. Warum? Die alten Leute möchten heute so lange wie möglich selbständig leben und nur die Dienstleistungen beziehen, die für sie nötig sind – im Gegensatz zum Konzept Altersheim, wo nur die Lösung «Vollpension» besteht, die auch zu einer Überbetreuung führen kann.

Dem Beurteilungsbericht (Download auf der Website des Vereins Alterszentrum Würenlos) ist zu entnehmen: «Der Alterszentrum-Neubau soll sich eigenständig und prägnant präsentieren und der Entwicklung des Dorfzentrums einen neuen Schub verleihen. Seine respektvolle gestalterische Antwort auf die heterogene Baustruktur der Nachbarschaft wird vorausgesetzt. Mit der präzisen Setzung im Terrain soll die städtebauliche Situation geklärt und die verschiedenen Nutzungszonen der Zentrumswiese, insbesondere des Zentrumsplatzes definiert werden.» – Erfüllt das prämierte Projekt diese Forderungen?

Schaut man sich die gebaute Umgebung an, kann darauf eigentlich nur mit eigenständiger Architektur geantwortet werden und dies tut das Projekt. Denn wo sollte es sich anbinden, an das Rössli, an die Post, an die Coop-Überbauung?

Entsteht ein Dorfzentrum? Ich meine ja. Der Platz im Zugangsbereich von der Landstrasse her könnte ein Dorfplatz werden. Eine leichte Verschiebung des vorderen Blocks von der Zentrumsschür weg würde diese Wirkung verstärken. Die Zentrumsschür sollte stärker in die ganze Anlage eingebunden werden. Der Umgebungsgestaltung sollte bei der Weiterplanung grosse Beachtung geschenkt werden.

Die kompakte Gebäudeform und die Platzierung der Anlage längs dem Furtbach schafft eine neue, attraktive Zentrumswiese.

Die Anordnung und Staffelung sowohl im Grundriss wie auch in der Höhe, gestaltet das beträchtliche Bauvolumen erträglich. Man lasse sich aber von der Computergrafik der Aussenansicht nicht täuschen, die Bäume darauf sind so gross, wie sie vielleicht einmal in hundert Jahren sind, die Gebäude wirken darum bescheiden in der Grösse.

Es entstehen sowohl auf der Seite Zentrumswiese wie auch auf Seite Furtbach abwechslungsreiche Fronten. Der Weg von der Landstrasse zur Dorfstrasse gewinnt an Attraktivität sowohl wenn man über den alten Rössliweg geht, wie auch über den neuen Weg entlang des Furtbaches.

Die Idee den Pflegebereich und die Alterswohnungen in einem Gebäudekomplex unterzubringen und diese im Erdgeschoss miteinander zu verbinden, ist überzeugend. Die Erschliessung wird vereinfacht und die Bewohner der Alterswohnungen erreichen so alle internen Servicestellen, wie Spitex, Therapie oder Verpflegung, ohne das Haus zu verlassen.

Sowohl im Pflegebereich wie auch im Bereich der Alterswohnungen hat es in jedem Geschoss immer einen kleinen «Dorfplatz», welcher der Gemeinschaftspflege dient.

Man kann sagen: Was lange währt, wird endlich gut.

Liebe Leserinnen und Leser: Was halten Sie vom Projekt? Benützen Sie die Kommentarfunktion, um begründete Kritik oder Anregungen einer breiteren Leserschaft und der Bauherrschaft (Alterszentrum Würenlos AG) zu Kenntnis zu bringen. Das definitive Projekt wird nun erst ausgearbeitet.

Das Alterszentrum – clever angeordnet, aber hoch

Das Siegerprojekt von Fiechter Salzmann Architekten. Ansicht vom Rössliweg her. Der Haupteingang befindet sich im fünfstöckigen Trakt in der Bildmitte, in den 2 Geschossen darüber ist die Pflegeabteilung untergebracht. Im Trakt links davon und über der Pflegeabteilung sind betreute Alterswohnungen vorgesehen. Die Fassade besteht teils aus rötlichem Klinker, teils aus Betonpartien.
Der Studienwettbewerb für das Alterszentrum ist entschieden. Mit ihrem Projekt Margerite haben Fiechter Salzmann Architekten Zürich in Zusammenarbeit mit Andreas Geser Landschaftsarchitekten, Zürich, die gestellte Aufgabe am besten gelöst. Mit einem langen, stark gegliederten, bis zu fünfstöckigen Bau entlang des Furtbachs haben die Gewinner die beste Lösung für die komplexe Aufgabe gefunden.

Mit dem Ergebnis des Studienwettbewerbs fürs Alterszentrum, das nun in der Alten Kirche von der Alterszentrum Würenlos AG präsentiert wurde, steht man wieder fast dort, wo man mit den beiden gescheiterten Projekten Falter am Bach (1994) und Ikarus (2003) schon einmal gestanden ist. Lagen damals gar schon ausführungsreife Projekte vor, so müssen nun ein Vor- und ein Bauprojekt erst noch ausgearbeitet werden, bevor dann das Bewilligungsverfahren seinen Lauf nehmen kann. Doch dass einmal mehr ein Meilenstein gesetzt ist, wie Toni Möckel, Gemeindeammann und VR-Präsident der Alterszentrum Würenlos AG sagte, ist erfreulich. Und man darf wohl auch darauf vertrauen, dass das kompetent zusammengesetzte Gremium, das die Wettbewerbsarbeiten beurteilt hat, seinen Entscheid sorgfältig getroffen hat.

Was mir durch den Kopf geschossen ist beim ersten Blick auf die Stellwand mit den Plänen und den Bildern des Siegerprojektes? – Hoppla, das ist aber ein recht wuchtiger Riegel, der sich da zwischen Rössliweg und Furtbach schieben wird. Ob da der von den Würenlosern so heiss geliebte Doppelzwiebel-Kirchturm überhaupt noch drüber hervorlugen wird? Frappant, dass nach dem ersten Altersheimprojekt von 1994 nun auch das neueste Projekt die Nähe des Furtbachs sucht.

Auf den 2. Blick scheint mir die Fassade des Seniorenriegels noch stark verbesserungswürdig. Zwar überzeugt die durchdachte höhenmässige Abstufung des Gebäudes, doch finde ich die Gestaltung der Fassade zu unruhig. Aber das ist, wie ich im Gespräch mit anderen Vernissage-Besuchern gemerkt habe, Geschmacksache. Entstehen wird das grösste Gebäude, das im Dorf je gebaut worden ist. Und zusammen mit der jüngst vorgestellten Überbauung Steinhof wird es den Charakter des Dorfes verändern: Mit einem bis zu fünfstöckigen Gebäude mitten im Zentrum wird das Gesicht von Würenlos städtischer. Die verbliebenen Reste des alten Dorfes werden wortwörtlich kleiner, auch wenn die Planer auf die Einordnung des Neubaues in die Umgebung besonders zu achten hatten.

Aber es ist halt auch viel Nutzraum unter einen Hut zu bringen: 44 Pflegebetten, 40 Kleinwohnungen mit Dienstleistungen, eine Cafeteria, eine Tiefgarage sowie Räume für ergänzende Nutzungen wie Spitex-Stützpunkt oder Ärztezentrum. Für ein so grosses Bauvorhaben an diesem Standort im Dorfzentrum eine gute Lösung zu finden, war für die die sieben ausgewählten Planungsteams (darunter ein solches aus Nachwuchsleuten) eine anspruchsvolle Aufgabe. Wie der frühere Aarauer Stadtbaumeister und Mitglied des Beurteilungsgremiums Felix Fuchs ausführte, haben alle Teams Arbeiten von hoher Qualität abgeliefert.

Das Siegerprojekt hat von allen Projektstudien laut Fuchs „die besten Realisierungschancen“. Dies nicht nur, weil es mit dem langen Bau zwischen Rössliweg und Furtbach eine architektonisch und betrieblich überzeugende Lösung darstellt, sondern auch, weil es platzsparend ist – so bleibt ein schöner Teil der Zentrumswiese für andere öffentliche Nutzungen frei. Und auch baurechtlich dürfte der Aufwand laut Fuchs eher kleiner sein als bei den Projekten der anderen Teams. So hält das Siegerteam zum Beispiel die erforderlichen Bauabstände überall ein. Ihr Projekt dürfte das einzige sein, das sich ohne zeitraubenden Gestaltungsplan realisieren lässt.

Die Projekte der sieben Teams unterscheiden sich erheblich. Einige bringen das geforderte Raumprogramm in mehreren Einzelgebäuden unter. Das Siegerprojekt kommt mit einem einzigen, allerdings stark gegliederten Baukörper aus, der eine durchgängige und ebenerdige interne Verbindung ermöglicht. Bei einem Bau so nahe am Furtbach hat der Hochwasserschutz grosse Bedeutung. Der Sockel des Siegerprojektes liegt 1 Meter über Furtbachniveau – das soll ausreichend sein.

Das Siegerprojekt vermag indes nach Ansicht des Beurteilungsgremiums auch noch nicht in allen Punkten restlos zu überzeugen. Verbesserungswürdig sei die Wohnlichkeit der Pflegegeschosse, die Gestaltung sei hier noch etwas gar spitallastig, sagte Cornelia Pauletti, Architektin und Mitglied des Beurteilungsgremiums. Etwas im Stiche gelassen habe das Planungsteam die Bauherrschaft auch, was die Gestaltung des Aussenraums zum Furtbach hin betrifft. Aber das lässt sich im weiteren Verlauf der Planung ja noch nachholen.

Nicht nur die Alterszentrum Würenlos AG als Bauherrin, sondern auch der Gemeinderat sind laut Felix Fuchs weiter gefordert. Der Gemeinderat müsse sich etwa darüber Gedanken machen über die künftige Nutzung der Zentrumsscheune und des unüberbaut bleibenden Teils der Zentrumswiese.

In einem weiteren Beitrag wird würenblicker das Siegerprojekt noch genauer unter die Lupe nehmen. Die Arbeiten aller sieben Planungsteams sind ab Freitag, 25.1. – Dienstag, 29.1. im reformierten Kirchgemeindehaus ausgestellt (Zeiten:hier).

Ein Sechstel ist 65 oder älter

In keiner anderen Gemeinde des Furttals mit Ausnahme von Boppelsen ist der Anteil der Bevölkerung im Alter 65plus so hoch wie in Würenlos.

Im Jahre 2016 gehörten 1109 Würenloserinen und Würenloser dieser Altersgruppe an, also jede und jeder Sechste. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug 17,4 Prozent (Boppelsen: 18,8 %). In Buchs ZH und Dänikon hingegen war bloss ein Achtel der Bevölkerung 65 Jahre alt oder älter (Anteil 12,2 bzw. 12,6%). Im Durchschnitt aller Furttalgemeinden (7 zürcherische und eine aargauische, Würenlos, betrug der Anteil der 65plus-Gruppe 15,6%.

Die statistischen Angaben stammen aus dem 47. Jahrheft der Heimatkundlichen Vereinigung Furttal mit dem Titel «Im Furttal alt werden – einst und heute». Die Autoren Kurt Bannwart und Barbara Gasser haben viel Wissenswertes zum Thema zusammengetragen – Historisches und Aktuelles. Eine Erklärung für die doch beachtlichen Unterschiede beim Seniorenanteil in den Gemeinden liefern sie allerdings nicht.

Woran könnte es liegen, dass bei uns mehr Leute im Rentenalter als fast im ganzen übrigen Furttal leben? Hat, wer im Aargau lebt, eine bessere Konstitution? Ist unser Klima besonders gesund oder liegts gar gar an der starken Energie, welche unser Kraftort, die Emma-Kunz-Grotte, ausstrahlt? Die Erklärung dürfte prosaischer sein. Erheblichen Einfluss hat wohl unsere Siedlungsstruktur. Unsere Gemeinde zählt überaus viele Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Dies zeugt auch von einem gewissen Wohlstand. Reiche Menschen leben länger als arme, Studien belegen dies. Überdies bleiben die meisten Eigenheimbesitzer so lange, wie es geht, in den eigenen vier Wänden wohnen. Andere Gemeinden im Furttal mögen insgesamt eine etwas jüngere Bevölkerung aufweisen, weil sie später vom Bauboom erfasst wurden als Würenlos.

Werfen wir noch einen Blick in den Kanton Aargau. Der hat einen ungefähr gleich grossen 65plus-Anteil wie das ganze Furttal, nämlich 15,8%. In unserer Nachbargemeinde Wettingen aber ist der Anteil mit 18,8% noch höher als in Würenlos. Fast jeder fünfte Wettinger, jede fünfte Wettingerin ist 65 oder älter. (Zahlen aus dem Wettinger Rechenschaftsbericht 2016).

Anders als Würenlos entstanden im zürcherischen Furttal schon vor Jahrzehnten erste Heime und Wohnsiedlungen für solche Seniorinnen und Senioren, denen ein selbständiges Leben nicht mehr möglich ist. Das erste Altersheim entstand schon 1935 in Watt, auf rein privater Basis. Es hatte bis 1960 Bestand und trug den namen «Friedenshort». Der Pensionspreis für ein Einerzimmer, inklusive Mahlzeiten, Wäsche und Heizung, betrug anfänglich 3 bis 4 Franken pro Tag. «Wer 4 Franken bezahlte, wurde mit Handschuhen angefasst», erinnert sich die heute auch schon 90-jährige Tochter der Altersheim-Gründerin. Nur ein Jahr später, 1936, entstand auch in Boppelsen ein privates Altersheim. 1985 wurde in Regensdorf das Alters- und Pflegeheim Furttal bezogen, ein Gemeinschaftswerk aller zürcherischen Furttalgemeinden mit Ausnahme von Hüttikon und Boppelsen. Das Eintrittsalter liegt mittlerweile bei über 90 Jahren, das Heim ist längst mehr Pflege- als Altersheim. «Das Altersheime ist ein Auslaufmodell», lässt sich die Leiterin zitieren.

Diese Entwicklung ist auch ablesbar an der nun schon 60-jährigen Planungsgeschichte des Würenlosers Alterszentrums. Ihr ist im Heft ein ganzes Kapitel gewidmet. Und wenn die Menschen auch stetig älter werden, der Tod ist allen gewiss. Damit setzt sich das letzte Kapitel im Heft auseinander. Längst verschwunden sind die Leichenzüge am Tag der Beerdigung. In Würenlos führte letztmals 1973 der von Pferden gezogene Leichenwagen ein sogenanntes Leichengeleit an. Dahinter begleiteten die Trauerfamilie und die weiteren Trauergäste den Sarg mit dem Verstorbenen vom Wohnhaus zur Kirche und zum Friedhof. Der stark zunehmende Autoverkehr verunmöglichte schliesslich die Leichengeleite. Der Wagen aber ist noch heute vorhanden, ebenso fand Gemeindeschreiber Daniel Huggler im Gemeindearchiv die Rechnung über 750 Franken, die sein Erbauer, ein Schmied namens J.C.Raths, 1909 der Gemeinde gestellt hat.

Der 1909 beschaffte Leichenwagen, der bis 1973 in Gebrauch war und noch heute im Gemeindebesitz ist (Bild: Gemeinde Würenlos).

Das reich illustrierte Heft „Im Furttal alt werden – einst und heute“ kann bestellt werden bei: Françoise Roth, Lettenring 29, 8114 Dänikon, E-Mail: philippe.roth@bleuwin.ch, Preis Fr. 20.–