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Einheimische Anbieter übergangen – Klientelwirtschaft? (Gastbeitrag)

Vorbemerkung : Autor dieses stark gekürzten Beitrags ist Pascal Pfeffer, seit diesem Jahr Präsident der SVP Würenlos. Diese portiert ihren Ex-Präsidenten und Grossrat Thomas Zollinger für den Gemeinderat. Pfeffer reagiert scharf auf einen Artikel in der «Limmatwelle» von letzter Woche, worin Gemeinderätin Barbara Gerster Rytz (Die Mitte) bekannt gibt, dass die Privatfirma  K&F KiTS GmbH  ab Oktober den Mittagstisch übernimmt und Tagestrukturen einführe. Pfeffer wirft dazu einige berechtigte Fragen auf.  Er gibt aber auch den Startschuss zum Wahlkampf. Nur ein Sitz wird im Gemeinderat frei (jener von Bauvorsteher Consuelo Senn, FDP, der auf eine Wiederwahl verzichtet). Stand heute möchten aber mindestens 3 -6 neue Kandidaten (darunter Thomas Zollinger SVP, Christoph Meier GLP und Fabio Blazevic SP) sowie möglicherweise noch 2-3 weitere Personen im Gemeinderat Einsitz nehmen (Anmeldefrist läuft am kommenden Freitag ab). Über mehrere Kandidaten ist von den CH-Media Zeitungen («Badener Tagblatt» und «Limmatwelle) breit und wohlwollend berichtet worden. Vor diesem Hintergrund ist wohl auch der von Pfeffer kritisierte « Limmatwelle-Beitrag » zu sehen, der in der ungünstigsten Zeit (Schulferien) erschienen ist. Pfeffer macht nun klar, wer von den Bisherigen sich trotz Sommerhitze besonders warm anziehen muss.  

Wer in der«Limmatwelle» vom 7. August 2025 auf der Würenloser Seite 15 den Artikel mit dem Titel «Tagesstrukturen werden eröffnet» liest, staunt nicht schlecht. Wenn man keine Kinder hat und sich auch bisher nicht mit dem Thema befasst hat, dem wird  suggeriert, dass es nun auch in Würenlos bald Tagesstrukturen für die Kinderbetreuung gibt. Da ich selber drei Kinder im Alter von 6, fast 8 und 10 Jahren habe und wir als Eltern beide berufstätig sind, ist uns die Situation in Würenlos seit über 8 Jahren bestens bekannt.

An der Dorfstrasse und dem Rössliweg gibt es seit 1998 die KinderOase (ehemals Verein Wiki), die mit einem hervorragenden Angebot beste Arbeit leistet. (Ein Satz nachträglich gekürzt. Red.)

Als bestehende Kunden der KinderOase erhalten wir regelmässige Informationen. Aus allem geht hervor, dass die Leitung der KinderOase.ch GmbH grundsätzlich sehr zufrieden mit dem Standort in Würenlos ist und gerne mit der Gemeinde zusammenarbeitet. Am Elternabend vom 15. Januar dieses Jahres erfuhren die anwesenden Eltern, dass die KinderOase über die Absichten und die Umfrage, welche im letzten Winter von der Schule Würenlos an die Eltern gegangen ist, nicht informiert wurde.

Warum spielt die Gemeinde den «Steigbügelhalter» für ein auswärtiges ‚Grossunternehmen‘ in Würenlos und konkurrenziert so das professionelle bestehende Angebot? Aus meiner Sicht ist dies keine Aufgabe der Gemeinde. Und wie kommt Gemeinderätin und Juristin Barbara Gerster Rytz zur Aussage, dass die K&F KiTS GmbH sämtliche gesetzlichen Vorgaben für eine qualitativ hochwertige, professionelle sowie pädagogisch fundierte Betreuung erfülle – ganz im Sinne der Qualitätsansprüche  der Gemeinde Würenlos? 

Als Steuerzahler hätte ich zumindest die minimale Erwartung gehabt, dass die KinderOase, und der Mittagstisch bei der erwähnten Umfrage und Bedarfserhebung miteinbezogen werden und die Chance bekommen, ihr Angebot zu verbessern, falls es nicht genügen sollte.

Über den Wechsel bei den Tagesstrukturen wurde die KinderOase einen Tag vor der öffentlichen Ankündigung vom 7. August in Kenntnis gesetzt. Geht man so mit seinem lokalen Anbieter um, der sich jahrzehntelang mit viel Herzblut und Professionalität um die Betreuung der Kinder gekümmert hat? Nein.

Nächste Frage, wer ist die K&F KiTS GmbH und wer steckt dahinter? Die Webseite offenbart, dass es sich im Bereich der Kinderbetreuung um einen grossen Anbieter handelt. In 12 Gemeinden (inkl. Würenlos) wird die Firma ab Oktober Tagesstrukturen anbieten. Wenn man im zentralen Firmenindex nachschaut, verfügt die Firma über ein Stammkapital von 100’000 Franken, verteilt auf vier Gesellschafter. Auf der Webseite der K&F KiTS GmbH fehlen im Impressum gesetzlich  notwendige Angaben wie die Unternehmens-Identifikationsnummer (UID) oder die Angabe zur  Geschäftsleitung. Auch die  Datenschutzerklärung ist mangelhaft. 

Weiter liest man auf der Webseite der K&F KiTS GmbH folgenden Hinweis: Die K&F KiTS GmbH ist eine Partnerfirma der K&F Fachstelle Kinder&Familien, welche seit mehr als 20 Jahren im Bereich der familien- und schulergänzenden Betreuung tätig ist. Durch diese Zusammenarbeit kann die K&F KiTS GmbH von der langjährigen Erfahrung und dem fundierten Wissen profitieren. (https://kits-gmbh.ch/ueber-uns)

Kommen wir nochmals zurück zur Umfrage. Der Fragebogen für die Abklärung des Bedarfs an familienergänzender Kinderbetreuung datiert vom 7. Januar 2025, ging via KLAPP über die Schule an die Eltern und wurde unterzeichnet mit «Gemeinderat Würenlos». 

Und nun: Die K&F Fachstelle Kinder&Familien führt die Umfrage im Auftrag durch, ermittelt einen Bedarf, schliesst dabei die Dienstleistungen der lokalen Anbieter KinderOase und Mittagstisch komplett aus, und bringt dann ihre Partnerfirma K&F KiTS GmbH als optimale Lösung ins Spiel. Und in der «Limmatwelle» wird die K&F KiTS GmbH gar als ultimative Lösung für Würenlos präsentiert.

Die K&F Fachstelle Kinder&Familien und die K&F KiTS GmbH sind an derselben Adresse gemeldet und durch dieselben Führungspersonen wie Amanda Wildi und Marianna Ryf-Busslinger vertreten. Dies unterstreicht die These, dass man zuerst ein Bedürfnis generiert, womit man dann der Partnerfirma einen Auftrag vermitteln kann. So funktioniert Klientelpolitk, die das Gemeinwohl ausklammert.

Rettet die Post in Würenlos!

Damit der Kampf für die Erhaltung der Poststelle Würenlos schlagkräftig weitergeführt werden kann, will ein neu zugezogener Mitbürger jetzt ein Komitee gründen. (PF)

Seit der Ankündigung der Post, bis 2020 hunderte von Poststellen zu schliessen, geht ein Raunen durch unser Land. Auch Würenlos ist von der Überprüfung der Poststelle betroffen (früherer Artikel darüber). Darüber wurde schon Einiges berichtet. Der Gemeinderat ist «not amused» über diese Orientierung der Post, genauso wenig wie Sonja Vionnet, die mit Ihrer Petition zur Erhaltung der Post in Würenlos  über1650 Unterschriften gesammelt hat (mehr dazu hier).

Mich persönlich stört das auch. Die Post ist aus meiner Sicht Teil des Service Public und gehört in unser Dorf wie die Kirche, der Bahnhof und das Gemeindehaus.

Gemäss den Argumenten der Post seien Briefe, Einzahlungen und Pakete rückläufig. Doch warum? Die Post mit ihrer noch vor Jahren überwältigenden Marktmacht und Milliardengewinnen scheint hier wohl auf den Lorbeeren ordentlich verschlafen zu haben. Was macht man als Unternehmer, wenn die Umsätze zurückgehen? Man findet heraus, warum! Wurden von der Post die Bedürfnisse der Würenloser bezüglich den Postdienstleistungen einmal genauer geprüft? Sind die Öffnungszeiten noch zeitgemäss? Sind der Service und die Bedienung der Post, der sich in den letzten Jahren kaum geändert hat, anpassungsbedürftig? Sind die Preise angemessen?

Die Konkurrenz jedenfalls schläft nicht. In meiner Firma werden praktisch alle Pakete von meinen Lieferanten von DPD, DHL und Co. angeliefert. Selten kommt wirklich noch etwas von der Post. Ergo hat die Post das Geschäft mit den Grosskunden verschlafen, die mittlerweile alle zur günstigeren und innovativeren Konkurrenz abgewandert sind. Doch wir erhalten nicht nur Pakete, wir versenden auch. Für 17’397.17 Franken hat meine Firma letztes Jahr mit der Post Pakete und Briefe versendet. Da könnte man meinen, man sei für die Post wichtig. Doch es kam noch nie jemandem von der Post in den Sinn, sich mal persönlich bei unserer Firma zu melden und sich zu erkundigen, ob wir zufrieden sind oder ob es allenfalls Sachen gibt, welche man verbessern könnte. Geschweige denn, sich einmal für den generierten Umsatz zu bedanken. Als Kunde fühle ich mich bei der Post weder ernst genommen noch willkommen. Das Personal an der Front macht grundsätzlich einen guten Job. Sie sind freundlich und hilfsbereit. Doch auch deren Probleme interessieren in Bern niemanden. Es scheint, als hätte sich in der Zentrale in Bern eine ziemlich gravierende Lernresistenz festgesetzt. Scheint auch die Post von der «Arrogantia Bernensis vulgaris» betroffen zu sein? Meiner Meinung nach ganz klar ja.

In der Zwischenzeit hat auch die Post im Bereich Internet zumindest versucht, ihren Service zu verbessern. Das Portal Webstamp, womit man Pakete und Briefe relativ einfach elektronisch frankieren konnte, wurde diesen Frühling gründlich überarbeitet. Nachdem das System zu Beginn mit unzähligen Fehlern, Unterbrüchen und Problemen nach gut drei Wochen endlich auch wieder für die Pakete funktionierte, kam die Ernüchterung. Was das Ziel dieser vermutlich millionenschweren Umstellübung ist, erscheint mir aber unklar. Das neue System ist sehr unübersichtlich, langsamer, es sind deutlich weniger Funktionen vorhanden, und die Bedienung geht länger und umständlicher als vorher. Der Nutzen insgesamt hat sich somit massiv verschlechtert.

Wen wundert es da, dass die Umsätze der Post zurückgehen? Haben die Ökonomen der Post Wirtschaft etwa in der Kochschule studiert?

Damit mit der Post Würenlos nicht dasselbe passiert, müssen wir uns mit allen Kräften zur Wehr setzen und die Pläne der Post gründlich hinterfragen. Es reicht aber nicht, wenn ein paar Leute ein paar Briefe schreiben und 99.9% sich darauf verlassen, es werde schon gut kommen. Darum möchte ich das Komitee «Die Post bleibt in Würenlos» gründen. Als Komitee können wir die Lage gründlich analysieren und entsprechende Gegenmassnahmen und Aktionen planen und umsetzen, die bei der Geschäftsleitung der Post wie auch bei den für die Post verantwortlichen Politikern ankommen. Dazu benötige ich Ihre Mithilfe!

Bürgerinnen und Bürger, welche das Komitee beispielsweise als Aktuar, Kassier, Organisator, Mitdenker, Analytiker, Webseitenbetreuer, Berichterstatter, Präsident oder wie auch immer unterstützen könnten, sind jetzt gefragt. Ebenso hoffen wir auf Spenden aus Bevölkerung und Gewerbe, welche uns helfen, die Spesen zu decken. Wer sich vorstellen kann, bei uns in irgendeiner Funktion, wenn auch nur als Passivmitglied oder Gönner mitzuwirken, melde sich bitte jetzt bei: Pascal Pfeffer, Flühwiesenweg 5, 5436 Würenlos, komitee@starcompany.ch