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Sommerquiz 2016

In Würenlos geht es ruhiger zu und her als sonst. In den Pendlerstunden sind Busse und Züge weniger besetzt, abends auf der Landstrasse stauen sich die Autos weniger oft bis zum Bickgut hinaus. Auch an den sonnigsten Tagen gibt es im Schwimmbad Platz in Hülle und Fülle – es ist Ferienzeit.  Und würenblicker will einmal mehr Ihr Lokalwissen testen.

Machem Sie mit. Im diesjährigen Sommerquiz gibts Tickets für das 6. Openair-Kino Würenlos am 5. und 6. August zu gewinnen. Bei der Zentrumsscheune zeigt der Kulturkreis am Freitag, 5.8. das mexikanische Filmdrama «Como agua para chocolate» (Bittersüsse Schokolade“ aus dem Jahre 1994 und am Samstag 6.8. den Schweizer Spielfilm «Les petites fugues» aus dem Jahre 1979. würenblicker verlost unter den Einsenderinnen und Einsendern der richtigen Quizlösung 1x 2 Tickets und 1 x 1 Ticket, wahlweise für einen der beiden Abende.

Viel Glück – wer würenblicker regelmässig liest, ist beim Lösen einiger Fragen im Vorteil!* Die Buchstaben bei der jeweils richtigen Lösung ergeben das Lösungswort. Dieses, Name, Adresse und Telefonnummer) senden Sie an kontakt@wuerenblicker.ch (am schnellsten gehts via Kontakt in der Menuleiste oben). Einsendeschluss ist neu Samstag, 30. Juli.

  1. Wie viele Personen (Frauen, Männer und Kinder) sind an der Gemeindeversammlung im Juni dieses Jahres eingebürgert worden?
    7 = K
    24 = S
    27 = B

Brunnen, Jg. 1857, am Oberwiesenweg im Kempfhof. Die beiden runden Steine seitlich verhinderten die Beschädigung des Troges durch Fuhrwerke.    2. Wo steht dieser Brunnen?
Schulstrasse = T
Dorfstrasse  = A
Oberwiesenweg/Kempfhof = U

3. Welche Funktion hat diese Dame in unserer Gemeinde?
Präsidentin des Sportvereins (SVW) = Od668a65eda
Gemeinderätin = U
Schulleiterin = E

 

 

 

Wegen Kanlabauarbeiten in derAltwiesenstrasse: Der 11er auf neuer Route durch die Buechzelglistrasse.

4. Wie viele Haltestellen zählt die RVBW-Linie 11 (Ortsbus), inkl. Endhaltestellen?
8 = T
10 = C
11 = M

5. Wie viele Einwohnerinnen und Einwohner zählte Würenlos am 31. Dezember 2015?
6212 = H
6314 = A
6355 = N

Das Lösungswort heisst?

  • Von wegen Vorteil. Da hat mich doch  eine Leserin darauf hingewiesen, dass ich einen doppelten Bock geschossen habe. Schon im Artikel über die Gemeindeversammlung hatte ich eine falsche Zahl der erfolgten Einbürgerungen genannt und diese falsche Zahl habe ich dann auch noch im Sommerquiz als mögliche (genauer richtige) Antwort verwendet – eine auch durch kräfteraubende Bürgergymnastik und Sommerhitze kaum entschuldbare Schlamperei. Sowohl im ursprünglichen Artikel wie in der Auswahl der Antworten auf  Frage 1 steht nun die richtige Zahl. 

Bürgergymnastik und Stoppbälle

Die Gemeindeversammlung vom Dienstagabend hat 27* Kinder, Frauen und Männer eingebürgert, die Rechnung 2015 gutgeheissen und erfahren, dass es mit dem Bau des neuen Sportplatzes  Tägerhard  nicht so schnell vorangehen könnte wie erhofft.

Nein, es war nicht der Turnverein, der sich in der Mehrzweckhalle auf das nächsten Kreisturnfest vorbereitete. Die 115 Arme, die da  im Takt 27mal in die Höhe flogen, waren jene der Stimmberechtigten an der Einwohnergemeindeversammlung. MIt 27maligem Handerheben hiessen sie 27* Einbürgerungen gut, ohne Diskussion und ohne Gegenstimme. Und es war auch nicht der Muezzin, der vom Minarett gleich zweimal die 27 teils ziemlich fremdländisch tönenden Namen rezitierte, sondern unser Gemeindammann Hans Ueli Reber beim ordnungemässen Abarbeiten des Einbürgerungsgeschäfts. Zuerst, als es darum ging, ob jemand gegen eine der 27 Personen etwas vorzubringen habe. Und dann – nachdem die Kandidaten und ihre Angehörigen den Saal verlassen hatten -, als einzeln über jeden der 27 abzustimmen war. (* = Zahl  nachträglich korrigiert aufgrund eines Leserinnenhinweises)

Was soll das?  Kann man sich fragen. Grundlos delegieren nicht immer mehr Gemeinden dieses aus lauter Formalität bestehende Geschäft an den Gemeinderat. Aber irgendwie ist die bei dieser Gelegenheit zelebrierte Willkommenskultur  fröhlich und für uns Schweizermacher irgendwie herzergreifend,  Die Einbürgerungswilligen, die sich uns «putzt und gschtrählt» präsentieren, dann ihr Auszug aus dem Saal, der  warme Applaus beim Wiedereinzug  und  die Ausstaffierung der Neubürger  mit einem Fähnchen der neuen Heimat.  Spätestens dann haben die Willkommengeheissenen hoffentlich auch die Hürden vergessen, die sie sie bis dahin zu bewältigen hatten. Ich habe schon gestaunt, als ich jüngst in der AZ den Katalog mit teilweise völlig stupiden Fragen gelesen habe, die vom Kanton bestellte  Staatskunde-Oberlehrer ausgeheckt haben, um  den Integrationsgrad von Einbürgerungswilligen zu testen. (Link zum Einbürgerungstest) 

Die Versammlung wäre ohne unsere Gymnastikübung zudem etwas gar kurz ausgefallen. Keine Wortmeldung und einstimmige Zustimmung zum Rechenschaftsbericht 2015 (das Büchlein wurde erstmals nicht allen Stimmberechtigten nach Hause geschickt). Ohne Gegenstimme gutgeheissenauch  die Rechnung fürs vergangene Jahr. Sie schloss ja erheblich besser ab als budgetiert., Die rekordverdächtig tiefen Investitionen konnten vollumfänglich aus dem Cashflow (3,676 Mio.) finanziert und die Schulden um über 2 Mio. Franken reduziert werden. Dass dabei glückliche, von uns nicht beeinflussbare Umstände (zum Beispiel unerwartete Rückerstattungen des Kantons) geholfen haben und die Steuereinnahmen eher sinkende Tendenz aufweisen, das haben Finanzminister Lukas Wopmann und Finanzkommissionspräsident Marco Galli allerdings nicht verschwiegen.

Für die nächsten zehn Jahre sieht der Gemeinderat wieder höhere Investitionen vor (durchschnittlich etwa 3,5 Mio. pro Jahr vor), womit auch die Verschuldung wieder zunehmen dürfte. Für Franz Müller von der CVP,  den unermüdlichen Oberstatistiker, Anlass genug, wieder einmal unsere Ausgaben mit jener  anderer Gemeinden zu vergleichen. Unsere Ausgaben lägen durchs Band weg höher als die der Vergleichsgemeinden, so sein Befund. Müller meint, da sei  Luft für zusätzliche Einsparungen von 600 000 Franken pro Jahr.  Das sei wohl etwas gar viel, entgegnete Marco Galli. Schliesslich könne die Gemeinde ja nur über etwa, 4,5 Mio Franken des Budgets frei verfügen und es seien  ja bereits dauerhafte Einsparungen vorgenommen worden.

Einen Schlussstrich zog die Versammlung unter die  Erschliessung Huebacher. Beim Strassenbau gabs es hier eine unerfreuliche Kreditüberschreitung von 411903 Franken. Wegen personeller Wechsel sei die Kreditkontrolle in diesem Fall nicht gut genug gewesen, räumte Finanzminister Lukas Wopmann ein, man tue alles, um solches künftig zu vermeiden. Ereinnere ich mich richtig, dass hier auch Nachbesserungskosten in fünfstelliger Höhe anfielen, weil eine sichere Führung der Fussgänger im Einmündungsbereich Buechstrasse/Dinosaurier in der Planung völlig vergessen worden war und anfänglich vor allem an die flotte Zufahrt für  anstossende  Gewerbebetriebe gedasht worden war?

Schlank ging ein 250 000-Franken-Zusatzkredit zum bereits gesprochenen Kredit für die Schwimmbadsanierung über die Bühne. Der Zusatzkredit entspricht dem maximalen Betrag aus dem   Swisslos-Sportfonds, den Würenlos für die Sanierung geltend machen kann. Ein Nullsummenspiel ist dies aber nicht ganz. Wir müssen in die Sanierung etwas mehr eigenes Geld stecken  als ursprünglich vorgesehen. Wieso nicht schon beim ursprünglichen Kredit an einen Swisslos-Beitrag gedacht worden ist, bleibt im Dunkeln. Die dafür geltenden Regeln und Kriterien sind im Internet öffentlich abrufbar.

Zu Schluss gabs noch zwei Informationen zu unseren beiden Dauerthemen Sportplatz und Alterszentrum. Kein Bauplatz ist in Würenlos offenbar weit genug vom Siedlungsgebiet entfernt, als dass es nicht doch Einsprachen gäbe. Gegen das Baugesuch für den Sportplatz Tägerhard ist knapp vor Fristablauf  eine Einwendung eingegangen. Obwohl nicht allzu viel Fleisch am Knochen sein soll, könnte das letztlich zu einem länger dauernden Rekursverfahren führen. Dieses kann hoffentlich noch abgewendet werden. Vorerst steht aber am 9. Juni  die Ortsbürger-Gemeindeversammlung an. Sie muss noch  das Baurecht für den Sportplatz erteilen. Dem erlauchten Ortsbürgerkreis, so pfeifen es die Spatzen von den Dächern, soll auch der Einsprecher angehören.

In Sachen Alterszentrum, insbesondere zur Frage , wer Bauträger und wer Betreiber sein soll,  hat am 1. Juni ein weiterer Workshop stattgefunden. Lösungen hat er offenbar noch nicht gebracht. Der Gemeindeammann hat am Dienstag einen weiteren, dritten Workshop angekündigt. Wie gut, dass beim Rütlischwur noch niemand wusste, was ein Workshop ist. Sonst würden wir womöglich noch heute darüber brüten, ob wir lieber eine Eidgenossenschaft oder ein Königreich sein wollen.

Der A1-Event im Ausgabenvergleich

bild_s4Er ist Schnee von gestern, der umstrittene  Event bei der Autobahn-Raststätte vor einem Jahr. Allerdings wurde damals an dieser Stelle Rechenschaft darüber gefordert, was die Rahmenveranstaltungen um die Sommeraktion der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» die Gemeinde gekostet habe, Die Rechnung 2015 der Einwohnergemeinde, über welche die Gemeindeversammlung am 7. Juni abstimmt, schafft nun Klarheit.

«Der Event „A1 – Die Raststätte“ (SRF) verursachte Kosten in der Höhe von Fr. 53’456.20. Allfällige Subventionen des Kantons sind nicht berücksichtigt, da diese noch nicht erfolgten.» So steht es in den Erläuterungen des Gemeinderates zu den wichtigsten Abweichungen der Rechnung 2015 vom Budget. Der Event war nicht budgetiert, wurde er doch erst nach Beschluss  des Budgets ein Thema.

Weil die Rechnung 2015 insgesamt besser abschliesst als erwartet, sind die Auslagen für den Event gewiss keine Katastrophe. Aber 53’456 Franken sind doch ein stattlicher Betrag für eine Gemeinde, die in den letzten Jahren vor dem Ausgeben jeden Franken zweimal umgedreht hat. So hätte etwa mit diesem Geld auf den Entscheid, den beliebten Altersausflug nur noch alle zwei Jahre statt alle Jahre durchzuführen, getrost verzichtet und der Ausflug (Kosten jeweils ca. 12000 Franken) bis ins Jahr 2023 jährlich durchgeführt werden können.

53’456 Franken entsprechen einer Ausgabe von Fr. 8.60 pro Kopf der Bevölkerung. Ist das viel oder wenig? Je nachdem, was man für wichtig, was  für unwichtig hält.

Machen wir doch anhand der Erfolgsrechnung und des Rechenschaftsberichtes 2015 der Einwohnergemeinde einen kleinen Quervergleich von Pro Kopf-Ausgaben für verschiedenste Bereiche (Netto-Ausgaben, aber für A1-Event allfällige Kantonssubventionen  nicht abgezogen). Die Auswahl der verglichenen Bereiche ist willkürlich, deswegen aber nicht weniger aufschlussreich.

Pro-Kopf-Ausgaben:
♦ Fr. 00.00 für Denkmalpflege und Heimatschutz
♦ Fr. 0.20 für Tagesbetreuung von Schulkindern (Mittagstisch)
♦ Fr. 0.25 für Lebensmittelkontrolle
Fr. 2.15 für Leistungen an das Alter (Betreuung von Senioren, ohne Altersausflug)
♦Fr. 5.43 für das Asylwesen (vor allem Ersatzabgabe für auswärts untergebrachte Asylbewerber)
♦ Fr. 7.90 für Kultur (ohne A1-Event, aber grössere Beiträge an Kurtheater Baden, Bibliotheken Wettingen und Baden, Kulturkreis, Musikgesellschaft)
 Fr. 8.60 für den A1-Event
♦ Fr. 17.80 für Sport (vor allem Personal, Betriebsmaterial und Unterhalt Sporthallen und -plätze)
♦Fr. 28.05 für Sonderschulen
♦Fr. 32.70 für Kinderkrippen und –horte
♦ Fr. 34.40 für die Feuerwehr
♦ Fr. 49.25 fürs Schwimmbad
♦ Fr. 61.00 für die Regionalpolizei
♦Fr. 68.70 für Sozialhilfe (unterstützte Einzelpersonen, Ehepaare oder Familien: 54)
♦ Fr. 75.00 für die Musikschule*
♦Fr. 77.00 für ambulante Krankenpflege (Spitex, Mütter- und Väterberatung)
♦ Fr. 78.30 für die Kindergärten
♦Fr. 84.00 für Kranken-, Alters- und Pflegeheime
♦Fr. 307.90 für die Oberstufe*
♦ Fr. 338.60 für die Primarschule*
* ohne Kosten für Schulliegenschaften, die separat ausgewiesen werden (Fr. 311.05 pro Kopf)

Ein einsames Tipi erinnert an der A1-Event vom letzten August.
Ein einsames Tipi erinnert an den  A1-Event vom letzten August.

Zurück zum A1-Event: Geschehen ist geschehen, nichts mehr erinnert an die 19 Tage im letztjährigen August. Also Schwamm darüber. Aber Halt! Da steht ja noch ein für den Event aufgestelltes grosse Tipi, auf Landwirtschaftsland zwischen Autobahn und Limmat. Bis Ende Sommer vermietet es die Transportfirma Planzer für private Events (Link zur Homepage). Dann soll’s weg, wie Gemeindeschreiber Daniel Huggler Ende letzten Jahres  dem «Badener Tagblatt» sagte. Es wird auch höchste Zeit, selbst wenn das Tipi und seine Umgebung sich in bester Ordnung präsentieren, genügend Toi-Toi-WCs vrhanden sind usw.. Denn ob das Tipi ohne Baubewilligung so lange hätte stehen bleiben dürfen, ist höchst fraglich. Sogar in Bauzonen ist gemäss Baugesetz fürs Aufstellen einer Fahrnisbaute (Hütte,  Wohnwagen) während länger als zwei Monaten eine Baubewilligung erforderlich, Sind hier Gemeinde und Kanton (der bei Bauten ausserhalb der Bauzone ein massgebliches Wort mitzureden hat) einem potenten Sponsor ziemlich weit entgegen gekommen?

Ziemlich aufs Auto fixiert

Es geht auch ohne Auto. Der öffentliche Verkehr ist gut ausgebaut, zumindest in den Agglomerationen boomt er.  Immer mehr junge Menschen erlernen das Autofahren nicht. Erste autofreie Wohnsiedlungen entstehen.  In Würenlos allerdings ist man noch ziemlich aufs eigene Auto fixiert.  

Ein halbes Auto pro Würenloser - ob Säugling oder Urgrossmutter.
Ein halbes Auto pro WürenloserIn – ob Säugling oder Urgrossmutter.

Man stelle sich vor: 1200 Personenwagen, Stossstange an Stossstange. Auf der Landstrasse von der der Furttalkreuzung bis zur Kantonsgrenze bei Oetwil und auf der Schulstrasse vom Raiffeisenkreisel bis zum Grenzstein bei Hüttikon würden sie stehen, auf einer Gesamtlänge von 5 Kilometern. Warum gerade 1200 Autos? Soviele weniger wären in Würenlos zugelassen, wenn wir die gleich geringe Autodichte hätten wie die Stadt Zürich.

In Würenlos entfallen auf jeden Einwohner – ob Säugling oder Urgrossmutter – mehr als die Hälfte (0,55) eines Personenwagens. In der Stadt Zürich ist es bloss ein Drittel ( 0,34) . In Würenlos waren 2013 (neue Zahlen nicht veröffentlicht) insgesamt 3262 PWs zugelassen. Bei einer Autodichte wie in Zürich wären es bloss 2000 PWs, also 1200 Autos weniger als in Wirklichkeit. Das reibt man sich die Augen!

Der Verkehr durch unser Dorf ist zu einem schönen Teil hausgemacht. Natürlich besagt der Besitz eines Autos nicht alles: Die jährliche Fahrleistung spielt auch eine grosse Rolle. Doch noch immer benützen sehr viele Würenloserinnen und Würenloser das Auto für den täglichen Arbeitsweg. Nicht umsonst wird in Immobilienanzeigen die verkehrsgünstige Lage von Würenlos angepriesen. Viele Arbeitsplätze sind aber von uns aus noch immer wesentlich schneller mit dem Auto zu erreichen als mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Man denke etwa an die gesamte Flughafen-Region oder das Freiamt .

Auch vom Lebensstil und -gefühl seiner Bewohner her ist Würenlos noch immer eine ziemlich autolastige Gemeinde. Man legt Wert, auf mindestens ein eigenes Auto pro Haushalt. So hält sich auch das Interesse am Car-Sharing in engen Grenzen. Seit Jahr und Tag ist am Bahnhof Würenlos ein einziges Mobility-Fahrzeug stationiert (zwischenzeitlich waren es  einmal zwei). Die gesamtschweizerische Mobility-Flotte umfasst mittlerweile 2900 Autos, durchschnittlich eines pro 2900 Einwohner. In Würenlos kommt ein Mobility-Auto auf momentan 6300 Einwohner.

Je dichter ein Ort bebaut, je städtischer er ist, desto weniger Autos haben heute die Leute. Und das nicht nur deshlab, weil sich mit dem Auto im Stadtverkehr kaum vorwärtskommen lässt und die Abstellplätze sündhaft teuer sind. In seinem Plädoyer für autofreie Siedlungen hat Hans Arnold mit Recht darauf hingewiesen, dass gerade bei jungen Städtern der Autobesitz kaum noch eine Prestigeangelegenheit ist.

Gemäss dem soeben vorgestellten neuen  Leitbild des Gemeinderates zur Entwicklung unserer Gemeinde soll Würenlos in den nächsten 15 Jahren «moderat» auf maximal 7300 Einwohner wachsen. Das wird nicht ohne bauliche Verdichtung gehen, Wachstum auf Kosten des Kulturlandes wird nur noch sehr beschränkt möglich sein. Schon heute ist an Neubauten die Entwicklung weg vom dörflichen Gepräge ablesbar. Sie liesse sich nur aufhalten, wenn die Nachfrage nach Wohnraum und damit auch die Bodenpreise drastisch sinken würden. Und wer in unserer Gemeinde mit ihren vielen Eigenheimbesitzern wünscht sich einen derartigen Vermögensschwund?

Fast zwangsläufig wird sich so das Verkehrsverhalten der Würenloser jenem der städtischen Bevölkerung annähern. Im neuen Leitbild  äussert sich der Gemeinderat auch zum Verkehr. Seine Stossrichtung ist richtig: Anstreben will der Gemeinderat einen gestalteten Strassenraum, in dem sich der Individualverkehr «siedlungsverträglich» abwickeln kann, ein dichtes und vielfältiges Wegnetz für den Fuss- und Veloverkehr, einen öffentlicher Verkehr, der einen «möglichst grossen Verkehrsanteil» bewältigt. Ob dies mehr als Lippenbekenntnisse sind, wird sich bei hängigen Planungsgeschäften zeigen.

In der Vergangenheit ist Einiges falsch gelaufen, Vieles aber auch richtig. Fast schon vergessen ist, dass Würenlos eine der ersten Gemeinden weit und breit war mit Tempo 30 auf nahezu allen Quartierstrassen. Soll nun die Gemeinde, wie das Hans Arnold anregt, wieder pionierhaft vorangehen, indem sie bei gewissen Ein- und Umzonungen  nur noch autofreie Siedlungen zulässt? Autofreies Wohnen funktioniert wohl nur,  wenn sowohl Bauherren wie Bewohner die Autofreiheit wollen – sprich, wenn ein Markt für diese Wohnformvorhanden ist. In den Städten spielt dieser Markt schon. Angesichts der hohen Autodichte und-abhängigkeit vermute ich aber, dass es  in Würenlos noch nicht so weit ist.

Was noch nicht ist, kann noch werden. Darum finde ich, dass bei der anstehenden Revision der Bau- und Nutzungsordnung die Möglichkeit autofreien Wohnens rechtlich verankert werden soll.  Bauherren  von Mehrfamilienhäusern und grösseren Überbauungen  sollen weniger Autoabstellplätze erstellen müssen als eigentlich vorgeschrieben wären, wenn sie Autofreies Wohnen gemäss einem bewährten Konzept anbieten wollen. Das stünde meiner Meinung nach im Einklang mit dem kantonalen Baugesetz (§55). Im gemeinderätlichen Leitbild lautet ein Punkt der Stossrichtung bezüglich Verkehr: «Wir lassen unkonventionelle Lösungen zu.» Voila!