Wo kommt sich Würenlos näher? In der Mini-Wartehalle auf dem Würenloser SBB-Perron in Fahrtrichtung Zürich. Den knappen Platz in der knapp 10 Quadratmeter grossen Hundehütte teilen sich in diesen Wochen bei Regen oder Schneetreiben am frühen Morgen rasch einmal ein Dutzend Würenloserinnen und Würenloser den wenigen Platz mit 1. einer dreiplätzigen Sitzbank, 2. einem Billetautomaten, 3. einem Billettentwerter und 4. einem grossen Abfalleimer. Oh SBB, wir danken dir für deine Grosszügigkeit!
Wo sind die Würenloser Grünliberalen? Offenbar in den Startlöchern – allerdings so tief drunten, dass man sie bisher nicht orten konnte. Doch der Präsident der Grünliberalen Partei im Bezirk Baden, der Wettinger Einwohnerrat Orun Palit, hat in der «Schweiz am Sonntag» angekündigt, er wolle «in den Gemeinden Würenlingen, Würenlos und Killwangen eine Orts-GLP aufbauen.» Ob dies gelingen wird? Man hat so seine Zweifel. Natürlich können auch einige wenige zu 150 Prozent Engagierte eine neue Ortspartei in Schwung bringen. Doch gibt es diese? Der Wähleranteil der GLP bei den jüngsten Nationalratswahlen betrug in unserer Gemeinde gerade mal 5,5 %. Die SP mit einem mehr als doppelt so hohen Wähleranteil von 13,5 % jedenfalls hat es bisher nicht geschafft, die vor Jahren sanft entschlafene Ortssektion wieder zu beleben. (Mehr zum Thema Ortsparteien hier. )
Wo wird in Würenlos die Entschleunigung gelebt? In allen jenen Häusern, in deren Gärten weihnächtlich geschmückte Bäumchen im Garten auch noch an der Fasnacht glitzern und wo an liebevoll dekorierten Weihnachtsfenstern wohl auch noch zur Schwimmbad-Saisoneröffnung die Schneesterne prangen werden.
Mit einem kurzen Weglein vom Kohlgrubenweg zur Landstrasse könnte das Fusswegnetz im Dorf optimiert werden. Es entstünde eine neue, attraktive Fussverbindung von der Dorfstrasse zum Bahnhof.
Ein schön angelegter öffentlicher Fussweg führt durch die neue Überbauung Gatterächer West.
Die Wohnüberbauung Gatterächer West ist fertig gebaut. Bald werden auch die letzten Wohnungen bezogen sein. Dann haben über 100 junge und alte Menschen ein neues Zuhause mitten im Dorf gefunden – nahe der Läden, nahe der Haltestellen des öffentlichen Verkehrs (Bus, S-Bahn), und mit Kindergärten sowie Kinderkrippe und –hort in nächster Nähe.
Zu den Bewohnern werden auch mein Blogger-Kollege Hans Arnold und seine Frau Margrit gehören. Ihnen, die bisher ein Einfamilienhaus im Buechquartier bewohnten, haben es nicht nur das Konzept und die Architektur der Überbauung angetan, sondern eben auch die zentrale Lage. Sie ist ideal für aktive Menschen im etwas fortgeschritteneren Alter, die nicht aufs Auto angewiesen sein wollen. Aber auch für jüngere Berufstätige, die mit dem öffentlichen Verkehr in den Raum Zürich oder nach Wettingen/Baden pendeln, sind die Wohnungen gut gelegen.
Die Gemeinde hat erfreulicherweise erwirkt, dass ein öffentlicher Fussweg quer durch die Überbauung von der Haselstrasse zum Kohlgrubenweg führt – eine wertvolle Ergänzung des Wegnetzes für den Langsamverkehr, von der das ganze Dorf profitiert. Die neue Fussverbindung hat aber noch einen Schönheitsfehler. Sie endet am Kohlgrubenweg. Es fehlt ein kurzes Verbindungsstück zur Landstrasse. Wer zu Fuss zum Bahnhof und dessen Umgebung gelangen will, muss weiterhin einen ziemlich grossen Umweg via Zebrastreifen bei der Bäckerei Schwab und die Landstrasse machen.
In der neuen Fussweg-Verbindung zwischen Dorf- und Landstrasse fehlt das kurze Teilstück zwischen den roten Pfeilen.
Hans Arnold hat darum in einem Brief an den Gemeinderat angeregt, die Lücke zur Landstrasse (Höhe Steinhof) möglichst bald zu schliessen. Wenn das Geld für eine definitive Lösung fehle, erfülle auch ein einfacher Kiesweg als Provisorium den Zweck. In einem vor Jahren erarbeiteten Gestaltungskonzept für die Landstrasse ist bei der Einmündung des vorgeschlagenen Fusswegs in die Landstrasse (vis-à-vis Steinhof-Parkplatz) eine Haltestelle für die RVBW-Busse vorgesehen. Hans Arnolds Vorschlag steht somit keineswegs quer in der Landschaft. Beim Aufwand für ein Provisorium ist aber zu bedenken, dass für ein sicheres Queren der Landstrasse (Zebrastreifen, allenfalls gar Mittelinsel) gesorgt werden müsste. Diese Investition käme aber auch den Anwohnern der Landstrasse auf der heute Trottoir-losen Seite zugute.
Inzwischen hat Bauverwalter Markus Roth mit einem Mail bereits auf Arnolds Schreiben reagiert: «Ich habe Ihr Anliegen aufgenommen und werde es abklären, es wird aber noch etwas dauern. Ich melde mich wieder, wenn ich etwas Neues weiss.» (Abschnitt ergänzt am 13.2.16)
Der Vorschlag für eine einfach gestaltete Wegverbindung erinnert an einen namenlosen Kiesweg, der früher von der Lättenstrasse zur Hürdlistrasse in Richtung Bahnhof geführt hat. Dieser Weg war von Bahnpendlern angeregt worden und trug darum im Volksmund den Namen Professorenwegli. Zustande kam der Weg, der bis zur Ablösung durch die neue Hungerbüelstrasse sehr rege benützt wurde, auch dank kooperativem Verhalten der Landbesitzer.
Wilde Indianer, schöne Prinzessinnen, unheimliche Gschpängschtli. Endlich wieder Fasnacht. Und das in Würenlos, das man nicht als fasnächtlichen Hotspot bezeichnen kann.
Bereits in den 1980er-Jahren hatten angefressene Fasnächtler schon einmal am Patienten Fasnacht kräftig Herzmassage betreiben müssen. Von ihren Anstrengungen blieb später einzig der Kinderumzug erhalten, bis auch er vor einigen Jahren mangels Organisatoren sanft entschlief. Jetzt hat ein initiatives Team der Eltermitwirkung Würenlos erneut einen Anlauf unternommen, Und was sich da am Nachmittag des Samstags, 30. Januar, angefeuert durch die Klänge der Würenloser Gugge Chriesischtei-Knakker und der Gastgugge Göpfischränzer aus Glattfelden durchs Dorf bewegte, brauchte den Vergleich mit früheren Kinderumzügen nicht zu scheuen. Überzeugen Sie sich selbst. würenblicker bringt exklusiv den fotografischen Vergleich: Kinderfasnachtsumzüge 1988, 1990 und 2016.
Was der Zuschauer am Strassenrand etwas bedauert hat Die vielen bunten Kostüme und Maskeraden wären noch schöner zur Geltung gekommen, wenn die Grossen sich etwas mehr im Hintergrund gehalten oder – noch besser – sich ebenfalls maskiert hätten. Aber Hauptsache, allen hat’s Spass gemacht.
Kinderumzug 1988 beim Schulhaus 1 (oben) und nun, 28 Jahre später, am gleichen Ort (unten).
Weitere Bilder vom aktuellen Kinderumzug in der Galerie unten. Zum vergrössern einfach anklicken.
Von der Post gings die Mühlegasse hoch in Richtung Schulanlage.
Hält die Chriesischtei-Knakker in Schwung: Enzo Polizzi.
Weitere Bilder von 1988 und 1990 zum Abschluss.
1990 auf der Landstrasse. Wer erkennt jemanden oder gar sich selbst? Hinten die Baugespanne für eine damals nicht realisierte Überbauung gegenüber dem Steinhof.
Mit diesem Artikel hätte ich wieder mal ins Schwarze getroffen, sagte die Würenloserin, die mich jüngst auf der Strasse angesprochen hat. Sie meinte den Beitrag über Mama-Taxis. Sie war mit ihrem persönlichen Feedback nicht die einzige. Wie zuvor schon eine andere Grossmutter machte sie mich darauf aufmerksam, dass die Situation beim Kindergarten Gatterächer eher noch schlimmer sei als vor der Schule.
Landstrasse 53, Schild an der Haustüre.
Eigentlich aber brannte die Frau ein anderes Thema unter den Nägeln, das ich Ende letzten Jahres aufgegriffen habe (Link). Und da ging sie schon weniger einig mit mir. Es sei doch ungerecht, was Eigentümern erhaltenswerter Häuser zugemutet werde. Als Beispiel nannte sie, wie zuvor schon ein Online-Kommentator, das Haus Landstrasse 53 bei der Einmündung der Dorfstrasse. Der Eigentümerin ist zwar der Abbruch des angebauten Oekonomiegebäudes und der Errichtung eines Ersatzbaues bewilligt worden, der Wohntrakt direkt an der Landstrasse muss aber stehen bleiben. Auch wenn er offenbar so marode ist, dass ein Schild an der Haustür warnt « Einsturzgefahr».
Das ausgehöhlte Wohnhaus Landstrasse 53.
Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert ist «ortsbildprägend», wie Gemeindeschreiber Daniel Huggler in seiner Beschreibung von ortsgeschichtlich interessanten Gebäuden in den Würenloser Blättern 2010 ausgeführt hat. Es war früher das erste Haus unseres Dorfes, das die aus Richtung Wettingen Kommenden zu Gesicht bekamen. Und es ist fast das letzte noch stehende einer ganzen Reihe von Bauernhäusern, die der Dorfstrasse bis in die 1980er-Jahre hinein ein ausgesprochen ländliches Gepräge gaben.
Aber heute ist nichts mehr mit ländlicher Idylle. Tag und Nacht braust der Autoverkehr unmittelbar vor den Fenstern des Hauses durch. Ein prominentes Gebäude also an einer eher unattraktiven Lage. Dieses Schicksal teil es mit anderen historischen Bauzeugen entlang der viel befahrenen Land- und Schulstrasse. Umso lobenswerter ist es, dass zum Beispiel das von der Eigentümerfamilie Nötzli selbst bewohnte ehemalige Weinbauernhaus an der Landstrasse 86 als Bereicherung des Ortsbilds integral erhalten blieb. Oder dass das ehemalige Doppelwohnhaus an der Schulstrasse 65 (ehemals Bauernhof Markwalder) umfassend renoviert wurde.
Eigentümern erhaltenswerter Liegenschaften, die um- oder gar neu bauen wollen, wird tatsächlich einiges mehr abverlangt als anderen Bauherren. Der Planungsaufwand ist grösser, die Baukosten sind höher, die Auflagen strenger. Die Freiheit des Eigentümers wird zugunsten eines höher gewichteten öffentlichen Interesses noch stärker eingeschränkt als es das Baurecht sonst schon tut. Das aber ist vom Gesetzgeber – und das sind wir alle – so gewollt. Eine Ungerechtigkeit mag man darin sehen, dass der Staat den Eigentümern schützenswerter Bauten viel dreinredet, sich aber – wenn schon – in eher geringem Mass an den Mehrkosten beteiligt. An die Renovation des Dillingerhauses an der Mühlegasse etwa zahlte die Ortsbürgergemeinde 30 000 Franken aus ihrem Ortsbild- und Denkmalpflegefonds.
Gewisse denkmalpflegerische Überlegungen sind nicht auf den ersten Blick plausibel. Warum soll ein altes Gebälk unbedingt erhalten bleiben, wenn ein neues seinen Zweck eher besser erfüllen würde? Warum darf in der Weilerzone Oetlikon bei einem Um- oder Neubau keine unterirdische Parkgarage erstellt werden? Denkmalpfleger und Baubehörden müssen viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit leisten, wollen sie nicht als lästige Bauvögte wahrgenommen werden. Umgekehrt darf von Eigentümern erwartet werden, dass sie die Beratung, die ihnen angeboten wird, auch in Anspruch nehmen und sich nicht völlig resistent zeigen gegen Ratschläge der Fachleute. Es braucht Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten.
Eigentümer, die ihr erhaltenswertes Haus nur als Hypothek empfinden,sollten sich wohl besser von diesem trennen. In Würenlos, gibt es Beispiele genug, die zeigen, was aus Objekten in Liebhaberhänden Schönes werden kann. Paradebeispiel ist sicher die Alte Mühle an der Mühlegasse, deren Oekonomieteil eben durch einen architektonisch und denkmalpflegerisch überzeugenden Wohntrakt ersetzt wurde. Manchmal aber ist das mit dem Verkauf leichter gesagt als getan. Wer will denn schon ein baufälliges Haus an einer lärmigen Strasse kaufen, das mit hohen Kosten erhalten werden muss? Ortsbild- und Denkmalpflege ist und bleibt ein Minenfeld. Und in der Regel wird in einem Dorf umso verbissener um den Erhalt alter Häuser gerungen, je weniger davon noch übrig geblieben sind.
PS: Nochmals zurück zum Thema Mama-Taxi: Man könnte doch bei der Schule und den Kindergärten grosse Spruchbänder über die Strasse hängen mit der Aufschrift «Mama-Taxi ist doof». Spätestens dann, wenn der Sprössling aus dem Kindersitzli nach vorne fragen wird, „Du Mami, was steht da geschrieben?“ werden wohl auch die Unverbesserlichsten das Auto stehen lassen.