Wegen Kanalbauarbeiten in der Altwiesenstrasse: Der 11er auf neuer Route durch die Buechzelglistrasse.
Kurz vor unserer Züglete von der Buechmatt an die Haselstrasse stand eines Tages eine Fahrplantafel für den Bus 1 Würenlos-Killwangen an der Einfahrt zur Buechmatt. Zuerst fragte ich mich, ob mir als seinerzeitigem Mitinitianten des Ortsbusess zum Abschied eine kleine Freude bereitet werden sollte. Doch das wäre doch etwas zu viel der Ehre gewesen. Es stellte sich heraus, dass der Ortsbus wegen der Sanierung der Werkleitungen in der Altwiesenstrasse umgeleitet wird und nun vorübergehend vor unserer früheren Haustür Halt macht.
Da freut sich selbst der Osterhase: Der neu gekieste Furtbachweg.
Der Fussweg entlang dem Furtbach, ein Weg den ich oft gegangen bin, wenn ich von der Buechmatt ins Dorf oder zum Bus nach Wettingen gelangen wollte, ist wie auch ich in die Jahre gekommen. Bei regnerischem Wetter war er voller Pfützen. Doch nun, nachdem ich ein letztes Mal zwischen unserem alten und neuen Heim auf dem Weg unterwegs war, freute ich mich über das schöne Bild, das sich mir bot. Der Weg ist ausgebessert und mit gelblichem Mergel neu belegt worden. Obwohl er in Zukunft nicht mehr mein Weg von Zuhause ins Dorf sein wird, werde ich diesen Weg gerne gelegentlich nutzen und mich über einen schönen Spaziergang enlang dem Furtbach freuen.
Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Auf der Landstrasse nahe der Furttalkreuzung verunglückte am Abend des 2. März ein 59-jähriger Fussgänger so schwer, dass er nun seinen Verletzungen erlegen ist. Beim Überqueren der Strasse war er von einem Roller angefahren worden. Die dortige Bushaltestelle Flüefeld der RVBW-Linie 1 (Fahrtrichtung Baden) ist die am wenigsten sicher erreichbare Bushaltestelle auf unserem Gemeindegebiet. Allerdings ist auch der Zugang zu anderen Haltestellen nicht ungefährlich.
Handwerkerzentrum Peterhans, im Hintergrund die kleine Schutzinsel ohne Zebrastreifen.
Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sollten eigentlich zu Fuss gefahrlos erreicht werden können. Denn gerade ältere Menschen und solche mit eingeschränkter Mobilität sind auf öffentliche Verkehrsmittel besonders angewiesen. Doch die Haltestelle Flüefeld des Einers nach Wettingen und Baden erreichen schon jüngere und flinke Fussgänger nur mit einem mulmigen Gefühl, vor allem in verkehrsreichen Zeiten. Denn um zum kleinen Wartehäuslein zu gelangen, ist eine vierspurige Strasse zu überqueren – je zwei Spuren pro Fahrtrichtung. Es gibt zwar eine Mittelinsel, aber weder Fussgängerstreifen noch irgendwelche Warnungen, dass hier regelmässig Fussgänger die Fahrbahn queren müssen. Ziemlich wenig Schutz also. Dabei werden hier von Fahrzeuglenkern teilweise hohe Geschwindigkeiten gefahren, zum Beispiel wenn sie bei Orange oder Dunkelorange noch schnell über die Kreuzung kommen wollen.
Endstation Bettlen. Die Fussgänger wurden vergessen.
Auf Rang zwei der gefährlichsten Zugänge zu Bushaltestellen rangiert der Zugang von der oberen Bünte und dem Schwimmbad zur Endhaltestelle Bettlen. Schätzungsweise ein Drittel der Passagiere benützen diesen Zugang über die stark befahrene Schulstrasse. Ohne jegliche Schutzmassnahme, obwohl auch hier oft zu hohe Tempi gefahren werden. Die Fussgänger müssen zudem den Einmündungsbereich der Kempfhofstrasse benützen und sind so auch durch ein- und abbiegende Autos gefährdet.
Für Fahrzeuglenker und Fussgänger stark eingeschränkte Sicht beim Zebrastreifen Post.
Auf den Rängen 3 und vier der gefährlichsten Zugänge folgen die Haltestellen Post und Raiffeisenbank. Bei der Post ist die Sicht wegen des vorspringenden Hauses Landstrasse 70 eingeschränkt. Immerhin gibts hier eine Schutzinsel. Bei der Raiffeisenbank entsprechen die Sichterhältnisse beim Fussgängerstreifen ebenfalls nicht den Normen. Die vom Kreisel her nahenden Fahrzeuglenker können den Fussgängerstreifen viel zu spät überblicken, und Fussgänger, die von der Raiffeisenbank her den Zebrastreifen betreten, müssen jederzeit damit rechnen, dass ein noch nicht sichtbarer Fahrzeuglenker aus Fahrtrichtung Oetwil wie ein Idiot in die Schulstrasse einbiegt und auf den Zebrastreifen zu donnert.
Diese Gefahrenstellen sind den Verkehrsplanern seit Jahren bekannt, doch ist guter Rat teuer. Bei den Haltestellen Post und Raiffeisenbank stand wohl für bessere Lösungen schlicht nicht genügend Platz zur Verfügung. Die Zebrastreifen dort sind Kompromisse. Bei der Post kann man immerhin hoffen, mit der angestrebten Gesamtplanung für das Alterszentrum und dem vorgesehenen Erwerb und Abbruch der heutigen Post lasse sich die Situation für die Fussgänger entscheidend verbessern. Bei der Raiffeisenbank könnte man sich ein über der Fahrbahn angebrachtes Signal „Achtung Fussgänger“ , allenfalls kombiniert mit einem Blinklicht, vorstellen.
Und bei der Haltestelle Flüefeld? Da läge zumindest ein Spurabbau, eine Verschmälerung der Fahrbahn in Richtung Würenlos, drin. Denn übermütige Planer haben seinerzeit eine völlig unnötige Linksabbiegespur ins Gebiet Biefig erstellen lassen. Sie wird pro Tag wohl von nicht mehr als 15 Fahrzeugen benützt.
Doch auch ohne zusätzliche Schutzmassnahmen können wir Würenloserinnen und Würenloser einen wichtigen Beitrag zur Unfallverhütung leisten. Gehen wenigstens wir als ortskundige Fahrzeuglenkerinnen und -lenker an diesen neuralgischen Punkten rechtzeitig vom Gas!
Die Würenloser Vereine sind froh um die von der Gemeinde gebotene Möglichkeit, Kleinplakate für ihre Veranstaltungen an diversen Orten aufzuhängen. Doch sie müssen den knappen Platz mit immer mehr Plakaten teilen, auf denen für auswärtige Veranstaltungen geworben wird.
Die erneuerte Anschlagstelle beim Bushalt Raiffeisenbank.
Es ist viel los, gerade jetzt wieder. Die TheaterGemeinschaft führt «S-Gschirr vo früehner» auf, die reformierte Kirchgemeinde lädt zur Liturgie kubanischer Frauen am Weltgebetstag, der Kulturkreis zu einer Lesung mit Max Küng, die Samariter sammeln Blut, Jehovas Zeugen getreue Schäfchen. Und an hundert Orte soll das Partyvolk gelockt werden, ins Nordportal, Kunstgütli, Werkk, Royal, Kiste, undundund..
Wer irgendetwas veranstaltet und den Saal nicht leer haben will, muss trommeln. Er muss dies angesichts der Angebotsfülle immer lauter tun und auf möglichst vielen Kanälen: in den Printmedien, auf Websites, Facebook, Twitter, auf Plakatwänden und in Briefkästen. Inserate und Mailings sind teuer. Anderes ist billiger. Kleinplakate etwa,.
Nur muss man sie irgendwo aushängen können. In Würenlos sind die Möglichkeiten beschränkt. Fünf Anschlagstellen bietet die Gemeinde offiziell an, zuzüglich jener nur im Sommer attraktiven bei der Schwimmbadkasse . Wer sein Plaktätli an diesen Orten aufhängen will, muss es zuvor auf der Einwohnerkontrolle abstempeln lassen und dann ein freies Plätzchen finden. Das ist oft leichter gesagt als getan. Denn an den offiziellen Anschlagbrettern herrscht oft ein Gedränge.
Den Stempel erhalten in Würenlos offensichtlich alle. Der Schaumparty-Veranstalter im oberen Freiamt ebenso wie die Party-Location in Zürich. Auswärtige Veranstaltungen beanspruchen regelmässig mehr Platz als unsere Dorfvereine .Und die Plakate der Partys in Baden, Schöftland oder weiss der Kuckuck wo haben erst noch ein grösseres Format. Doch sie alle plakatieren ebenso gratis wie die Dorfvereine. Ja, zuweilen schmuggelt sich sogar rein kommerzielle Werbung auf die Anschlagbretter.
Das ist nicht überall so. Zahlreiche Gemeinden haben den Aushang von Kleinplakaten strenger geregelt, auch um dem unschönen Wildwuchs Einhalt zu gebieten. So verfügt die Gemeinde Spreitenbach auf dem gesamten Gemeindegebiet über 15 Plakatstellen an gut frequentierten Passantenlagen. Diese Plakatstellen stehen Spreitenbacher Vereinen für ihre Veranstaltungsplakate kostenlos zur Verfügung. Auswärtige zahlen einen Pauschalbetrag von Fr. 20.00. Plakate dürfen nicht selber aufgehängt werden, dies tun Fachleute der Allgemeinen Plakatgesellschaft APG. An den Wänden für Veranstaltungsplakate in Baden, zum Beispiel am Ausgang des Metroshops, dürfen nur Veranstaltungen in Baden selbst und einigen genau bezeichneten Nachbargemeinden beworben werden, Würenlos gehört nicht dazu!
Die Kleinplakate werden beachtet. Partyveranstalter wissen das und nützen die Chance. Es sind auch nicht Idealisten in aufopfernder Freizeitarbeit, welche ihre Plakätli aufhängen. Das so genannte «Wilde Plakatieren» ist mittlerweile ein knallhartes, durchorganisiertes Business. Darauf spezialisierte Firmen wie die Correct Connect GmbH in Neuenhof verlangen für das Aufhängen eines einzigen Kleinplakates zwischen Fr. 1.20 und Fr. 2.-. Da liegt das Abstempeln lassen auf der Gemeinde alleweil drin. Dass diese Firmen ihr rentables Geschäft auf öffentlichem Grund betreiben dürfen, ohne dass die Gemeindekasse davon profitiert, finde ich aber stossend. Ich zähle Partys durchaus zur Kulturszene, und das junge Partyvolk aus unserem Dorf soll erfahren können, was wo angesagt ist. Aber wo kämen wir hin, wenn auch alle Kinos, Theater und Gourmettempel auf diese Weise gratis auf öffentlichem Grund werben würden?
An den offiziellen Anschlagbrettern müssen die Plakate für Anlässe im Dorf Vorrang haben. Findet die Musikschule für ihre Konzertankündigung kein Plätzchen mehr, dann ist für mich klar, dass eine auswärtige Veranstaltung oder Party weichen muss – auch wenn ihr Plakätli von der Gemeinde abgestempelt ist.
Früher war die Liste der Orte, wo in Würenlos Kleinplakate aufgehängt werden duften, noch länger. Insbesondere im Gebiet Altwiesen/Limmatbrücke und beim Bahnhof Würenlos fehlen heute Anschlagmöglichkeiten.Jene bei der Bushaltestelle Raiffeisen (Fahrtrichtung Baden) ist kürzlich auf gute Weise erneuert worden und auch in einem Fenster des Gemeindehauses werden Vereinsplakate ausgehängt. Plakatstellen an frequentierten Passantenlagen sind, ebenso wie die Möglichkeit, an den Dorfeingängen (zum Beispiel beim Steinbruchkreisel) mit grösseren Werbetafeln und -blachen auf Anlässe aufmerksam zu machen, eine wirkungsvolle Vereinsförderung, Und sie kostet die Gemeinde erst noch wenig.
Im Einklang mit Bund, Kanton und Bezirk hat Würenlos die Durchsetzungsintiative der SVP abgelehnt. Mit 59% Nein-Stimmen ist die Ablehnung zwar deutlicher als im Aargau insgesamt (56% Nein), aber geringer als im Bezirk Baden (62% Nein). Wie bei den letzten Nationalratswahlen reiht sich Würenlos damit unter jene Gemeinden im Bezirk ein, in welchen die SVP starken Rückhalt geniesst.
Die Stimmbeteiligung war auch in Würenlos sehr hoch. Mit gut 69 % lag sie erheblich höher als 2010 bei der Ausschaffungsinitiative (57%) und 2014 bei der Masseneinwanderungsintiative (60%). Diese beiden SVP-Initiativen hatten in unserer Gemeinde ziemlich klare Zustimmung gefunden. Auch in Würenlos hat nun aber die starke Mobilisierung von Stimmberechtigten, die sonst eher der Urne fernbleiben, das Pendel in die andere Richtung ausschlagen lassen: 1652 Nein gegen 1152 Ja. Die Zivilgesellschaft ist erwacht und das ist gut so. Die SVP ist mit ihrer Politik, unseren Rechtsstaat schleichend zu demontieren, in die Schranken gewiesen worden. Das war dringend nötig und gibt der SVP hoffentlich Anlass, mit dem Initiativrecht künftig sorgfältiger umzugehen.
Nicht aus der Reihe tanzte Würenlos auch bei den anderen eidgenössischen Vorlagen: Der zweiten Röhre für den Gotthard-Strassentunnel wurde mit 1867 Ja gegen 907 Nein klar zugestimmt, knapper fiel das Ja bei der CVP-Initiative gegen die Heiratsstrafe aus: 1480 Ja gegen 1257 Nein (diese Vorlage scheiterte zwar auf Bundesbene ganz knapp, der Aargau aber stimmte zu). Die Initiative gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln wurde mit 1796 Nein gegen 889 Ja abgelehnt.
Die weiteren Abstimmungen: Die Wahl des Gemeindeammmanns und des Vizeammanns findet künftig gleichzeitig mit jener des Gemeinderates statt. Die entsprechende Änderung der Gemiendeordnung, die auf einen Vorstoss der FDP-Ortspartei zurückgeht, ist mit 2200 Ja gegen 227 Nein überaus deutlich angenommen worden. Würenlos hatte bisher zur kleinen Minderheit aargauischer Gemeinden gehört, welche die Gemeinderegierung noch in zwei Etappen durchführen. Künftig sind weniger Wahlgänge nötig, was Wahlberechtigte und Parteien entlastet.
Bei der Wahl von zwei Friedensrichtern im Friedensrichterkreis, zu dem Würenlos gehört, schwang in unserer Gemeinde Carla Ferrari Benz von der SVP, Unternehmerin aus Spreitenbach, mit 1008 Stimmen obenaus. Fabienne Fonti (GLP, Baden) erzielte, 650 Stimmen, Christian Oberholzer (SP, Wettingen) deren 616 Stimmen. Die neuen Friedensrichter heissen dennoch Fonti und Oberholzer, da sie im ganzen Wahlkreis mehr Stimmen machten als Ferrari Benz.
In der kantonalen Abstimmung lehnte Würenlos die Initiative «Weg mit dem Tanzverbot» mit 1396 Nein gegen 1188 Ja relativ knapp ab. Gesamtkantonal ist die Initiative, welche entgegen ihres Titels nur die für alle Gastwirtschaftsbetriebe eingeschränkten Öffnungszeiten an hohen Feiertagen beseitigen wollte, ebenfalls abgelehnt worden.